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UBS-Krise: teurer als die NEAT

28. März 2008 um 14:32

Was wird bei uns darüber gestritten, ob die NEAT nun teuer ist oder nicht. Tatsache ist, dass das Marcel Ospel-Team ungestraft und wieder mit Milliarden Franken belohnt in riskanten Kreditgeschäften, ausgelöst von der subprime-crisis, heute schon mehr Geld verspielt hat als uns die NEAT kostete. Immerhin gibt es nun keinen Schweizer Bankier mehr, der uns darüber belehrt, wie der Staat Schweiz zu führen ist. Die Lukas Mühlemann und Peter Wuffli haben sich mit vielen Millionen Franken abfinden lassen, zum Teil auch von Prozessrisiken (Swissair) befreien lassen und sind auf den Golfplätzen der Welt verschwunden. Diese Entsorgungsräume für überflüssige Superreiche erfüllen mindestens damit einen guten Zweck.
Weil soeben auch der neue UBS-Geschäftsbericht bei mir eingetroffen ist, lohnt sich ein kurzer Blick auf dieses über 300seitige Werk, das ich auf keinen Fall lesen werde, weil mir Prof. Dr. Hans Küngs Lebenserinnerungen 3. Teil viel wichtiger sind. Ich frage mich allerdings, mit welchem Recht gerade die UBS über Nachhaltigkeit berichtet, wo sie doch besser als jede andere europäische Grossbank unter Beweis gestellt hat, dass sie genau diese Leistung nicht zu erbringen imstande ist. Und Corporate Governance? Es ist doch zum Lachen, wenn 300 Mitarbeiter, angeführt von CEO Marcel Ospel, den ganzen Konzern auf die Schlachtbank führen können. Marcel Ospel ist deshalb auch optisch neben Marcel Rohner abgebildet wie der Preisbulle neben seinem Schellenhalter.
Wie verzweifelt die UBS-Mitarbeiter im Land um ihre Kunden und damit um ihre Karriere kämpfen, wird überdeutlich an Äusserungen wie:
- “Die Kundengelder sind bei uns sicher, das haben Bankenkommission und Nationalbank bestätigt.” Es ist die halbe Wahrheit, denn dem Präsidenten der Bankenkommission wird vorgeworfen, er schütze die UBS zu sehr und die Nationalbank wahrt deutliche Distanz.
- “In der Schweiz brauchen wir die strengen Finanzierungsregeln für Immobiliengeschäfte. Wir dürfen dies mit den Vorgängen in den USA nicht vergleichen.”
- “Wir veranstalten Lunchgespräche, wo Kunden und Mitarbeiter auch Emotionen zeigen dürfen.” Diese Aussage finde ich besonders grossartig.
- “Wir verlieren Kundengelder, dies soll aber nur temporär sein.”

Als UBS-Aktionär sollte ich jetzt vielleicht doch den ganzen Geschäftsbericht des Jahres 2007 lesen, aber vielleicht besser gegen Abend, wenn ich mit einem Highland Malt meine Emotionen hinabspülen kann. Nochmals zurück zur NEAT: Diese dient dem ganzen Land auf lange Zeit. Ob es uns jedoch gelingt, uns künftig von Spekulanten fern zu halten, die unser Geld verspielen?
Ich zweifle daran, denn Marcel Ospel war nichts anderes als ene Wiedergeburt des Pfeifers von Hameln. Bei aller uns auferlegten Höflichkeit dürfte sein Rücktritt nun wirklich nur noch eine Frage der kurzen Zeit sein.

Ein Kommentar zu “UBS-Krise: teurer als die NEAT”

  1. Karl

    Na der “Rücktritt” kam dann ja auch, allerdings ging es danach auch nur noch tiefer in die Krise. Das kann man dann wohl nicht mehr dem neuen Chef anlasten, aber der muss jetzt beweisen, dass er die UBS einigermaßen heil wieder aus der Krise herausmanövrieren kann. Das wird nciht leicht, denn nach allem was man bisher weiß, sind sie doch stark involviert und werden von der Krise in den USA stark getroffen. ich bin gespannt wie es weitergeht und ob noch andere europäischen Banken so leiden müssen.

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