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Japans Krise als Signal

26. Februar 2008 um 10:59

Während Singapur unter dem 84jährigen Staatsgründer Lee Kuan Yew blüht und zu einer Weltmetropole werden möchte, ist das erste asiatische Tigerland Japan weiterhin im Absturz. Der Norden, Hokkaido, entvölkert sich wie bei uns das Bündnerland. Ein Land, dessen Bevölkerung sich reich und homogen fühlte bis zum Immobilienkrach vor 15 Jahren, hat seither den Aufschwung nicht mehr geschafft. Neun von zehn Japanern fühlten sich einst dem gehobenen Mittelstand zugeordnet, heute sieht die Bevölkerung nur noch den drohenden Absturz. Die Parallelen zur Schweiz sind unübersehbar: Eine politische Elite, welche diesen Namen nicht mehr verdient, hat sich auf die Erhaltung der eigenen Macht und der Strukturen der Vergangenheit ausgerichtet. Japans Stagnation, die nun bald eine Generation dauert, Änderung nicht in Sicht, wird begleitet vom Aufstieg neuer reicher Staaten, nicht zuletzt Chinas. Die Schweiz ist in grossen Teilen, aber nicht mehr durchgängig reich; auch wir müssen uns Gedanken machen, ob die soziale Geschlossenheit unseres Landes noch existiert oder nur noch eine Vorstellung ist, der wir immer weniger nachleben.

Ein Kommentar zu “Japans Krise als Signal”

  1. Jean-Claude

    „eine politische Elite, welche diesen Namen nicht mehr verdient, hat sich auf den Erhalt der eigenen Macht und er strukture der Vergangenheit ausgerichtet.“

    Stimmt. Was noch fehlt: Die Privilegienwirtschaft für partikulare Kleingruppen mit entsprechendem Erpressungpotential, die immer dreister betrieben wird. Das drückt sich in der Steuerpolitik am deutlichsten aus. Dort geht es nur noch um Steuerprivilegien für kleine Machtgruppen, die Pressure-Potential haben.

    Gegen die Steuererleichterungen für KMU’s war sicher kaum jemand am letzten Abstimmungswochenende. Wollte man dem zustimmen, musste man aber zugleich völlig ungerechtfertigte Sonderrechte für eine Kleinstgruppe von bereits reichtlich privilegierten Aktionären akzeptieren, die zehn Prozent und mehr an einer AG halten.
    Viele Stimmbürger waren sich nicht im Klaren, was das heisst (man hat es ihnen auch nicht gesagt, aus der Medienberichterstattung wurde man ohnehin nicht schlau) : der Mittelstand subventioniert nun eine kleine, reiche Interessengruppe, die für die Gesamtwirtschaft wenig bedeutend ist.

    Unser Chefbuchhalter, Bundesrat Merz, hat nichts anderes als eine Fortsetzung dieser partikularen Privilegienwirtschaft im Sinn. Er hat es verklausuliert schon angekündigt. Dabei schliesst die Schweiz im europäischen Vergleich schon heute sowohl in der Einkommens- wie in der Unternehmenssteuer sehr, sehr gut ab. Aber es wird uns eingeredet, es müsse noch weiter gesenkt werden. Die Bürger sollen glauben, die Mehrheit der Steuerzahler würde dadurch begünstigt. Dabei wird diese Mehrheit für die Sub ventioinierung der genannten Pressuergroups herangezogen.

    Was ich mal gerne lesen würde, aber von keiner Zeitung serviert bekomme: Welche Steuerprivilegien wurden in den letzten zehn Jahren für welche Interessengruppen beschlossen? Wer hat lobbyiert und wie sieht die Kosten/Nutzen – Rechnung für die Gesamtwirtschaft aus?

    Wäre ein Thema für unsere Wirstchaftsjournalisten (Warnung: Recherche notwendig). Aber die sind wohl alle zu einem längeren Kreativurlaub auf dem Malediven, oder so. Jedenfalls beziehe ich die relevanten und hintergründigen Informationen zur Schweizer Wirtschaft schon lange aus dem Ausland – und bin besser bedient.

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