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Tagesarchiv für 26. Februar 2008

UBS will keine Kleinaktionäre mehr

Dienstag, den 26. Februar 2008 um 16:19

Nach dem schönen Satz “You get what you see”, dürfen wir von der Annahme ausgehen, dass der UBS-Konzern künftig keine Schweizer Kleinaktionäre mehr will. Die Beweise:
- Verzicht auf die Bar-Dividende
- Äusserst magere und einseitige Information
- Keine Verkehrsunterstützung bei der morgigen GV (Verkehrschaos ist einprogrammiert)
- Kein Buffet mehr, sondern magere Lunchpakete

Wer derart behandelt wird, obwohl sich sein UBS-Vermögen in letzter Zeit nahezu halbierte, ist nicht mehr willkommen. Im Gegensatz dazu erhalten die Bankchefs weiterhin hohe Prämien und gefeiert wird mit “Deep Purple”.

Muss man Wirtschaftswissenschaften ernst nehmen?

Dienstag, den 26. Februar 2008 um 16:08

BWL und VWL sind nützliche Studienfächer, aber braucht es die Wirtschaftswissenschaften wirklich? Nachdem ich seit 40 Jahren lese und diskutiere, was unsere Professoren von sich geben, halte ich grosse Teile der Wirtschaftswissenschaften unterdessen für ein Orchideenfach, Bestärkt werde ich darin, wenn ich von Prof. em. Dr. Franz Jaeger lese, die “Staaten werden nicht mehr oder nur im äussersten Notfall” Staatsgelder in eine Firma einschiessen. Gerade ist dies in England im Falle einer Bank wieder geschehen. Gerade beteiligen sich drei Staatsfonds an der UBS und der CS-Gruppe. Da sie es tun, muss es sich, wie Franz Jaeger sagt, um einen “Notfall” handeln, was von Marcel Ospel bisher nicht so gesagt wurde, Weiss ein Wirtschaftsprofessor nicht mehr weiter, zitiert er Murphys Law: “Es geht alles schief, was schief gehen kann.” Muss man, um dies zu erkennen, in St. Gallen studieren?

Ein oberpeinliches Thema: Judentum

Dienstag, den 26. Februar 2008 um 15:48

“Dröhnendes Schweigen” stellt Gisela Blau im “tachles” fest, wenn “der deutsche Papst Benedikt XVI.” es den “Ewiggestrigen” in seiner Kirche erlaubt, den alten und lateinischen Ritus wieder zu benutzen. Darin gehe es wieder um die Missionierung von Juden, werde doch das Paradies auf Erden nach Auffassung der katholischen Kirche erst ausbrechen, wenn die Juden sich zum Christentum bekehrt haben. Ehrenwort, ich (katholisch) wusste dies nicht und muss mir nun ernsthaft Gedanken machen, ob ich jemals das Paradies erreichen werde, in welchem ich etliche Mitglieder meiner Familie, mich erwartend, schon vermute. Gisela Blau, wortgewaltig, fordert die Schweizerische Bischofskonferenz zur Stellungnahme auf. Was ich weiss und mich laufend verwirrt: Juden kommunizieren einfach besser und oft aggressiver als Nichtjuden. Es ist doch unglaublich, wie intensiv wir uns in der 7,6 Mio. Einwohner zählenden Schweiz mit den 18 000 Juden beschäftigen (müssen), die bei uns leben. Diese jüdische Präsenz lässt sehr viele Schweizer, denen es das Wort verschlagen hat, die Faust im Sack machen. Im Radio, und ich höre gerne DRS 2, wimmelt es von jüdischen Schriftstellern und Künstlern, die dort vorstellt werden, sodass ich mich manchmal frage, ob es auch nichtjüdische gibt. Nun stelle ich fest, dass wir demnächst auch eine jüdische Kommunikationsschule im Land haben werden, die ein “Jewish Leadership Program” anbietet. Es steht auch Nichtjuden offen, ist mit 1800 Franken pro Semester sogar recht günstig, und wir könnten endlich lernen, was unsere jüdischen Freunde so gut und mit Lust beherrschen, die Kunst der Kommunikation und Führung.

Armes Basel – reiches Zürich

Dienstag, den 26. Februar 2008 um 15:34

Was in Basel jetzt missglückte, der Verkauf von Zwei-Mio-Franken-Wohnungen in der Innenstadt, wäre in Zürich kein Thema. Solche Wohnungen gibt es rund um den Zürisee zuhauf und sie gehen weiterhin weg wie arme Semmeli. In Basel musste dies missglücken, weil tatsächlich viel weniger Basler viel Geld haben als man sich dies vorstellt. Die wenigen wirklich reichen Basler haben ihre Häuser und Wohnungen in der Stadt und im Kanton, z.B. in Riehen oder in Binningen. Wohnungen gelten bei den reichen jungen Baslern ohnehin als wenig chic; ein Haus bleibt ein Haus. In Zürich ist der Wohlstand der Bestverdienenden viel ausgeprägter. Sofern man von einer Basler Politik sprechen darf, muss diese sich bald einmal ändern, soll die Stadt nicht weiter verarmen.

SVP: mehr Klarheit

Dienstag, den 26. Februar 2008 um 11:29

Die Krisenzeichen innerhalb der SVP Schweiz sind unübersehbar. Die grösste Schweizer Partei ist zusehends mehr mit sich selber als mit der Durchsetzung politischer Programme beschäftigt. In wesentlichen Fragen gehen die Meinungen der Parteigrössen auseinander. Der Nimbus von Dr. Christoph Blocher, Multimilliardär und alt Bundesrat, beginnt zu verblassen. Wenn es zutrifft, was alt Bundesrat Rudolf Friedrich behauptete, die SVP werde “weitgehend aus den privaten Schatullen von Christoph Blocher und Walter Frey finanziert”, dann sollte dies klargestellt werden. Dies würde nämlich bedeuten, dass das Schweizer Volk, sofern sich Geld mit Kalkül verbindet, gekauft werden kann. Wie bei der SVP, beruht die Schwäche anderer bürgerlicher Parteien entscheidend darin, dass man nicht weiss, wie sie sich finanzieren. Eine transparente Buchhaltung sollte man nicht nur von der Privatwirtschaft verlangen dürfen, sondern vor allem auch von den Parteien. Die FDP ist keine Spur besser: Gehen nun die Freisinnigen mit den Liberalen zusammen, möchte man wissen, was geht da eigentlich zusammen? Die Liberale Partei macht den Eindruck, als sei sie nur noch virtuell vorhanden. Um Vertrauen zu gewinnen, ist eine Bilanz beider Parteien dringend notwendig.

Japans Krise als Signal

Dienstag, den 26. Februar 2008 um 10:59

Während Singapur unter dem 84jährigen Staatsgründer Lee Kuan Yew blüht und zu einer Weltmetropole werden möchte, ist das erste asiatische Tigerland Japan weiterhin im Absturz. Der Norden, Hokkaido, entvölkert sich wie bei uns das Bündnerland. Ein Land, dessen Bevölkerung sich reich und homogen fühlte bis zum Immobilienkrach vor 15 Jahren, hat seither den Aufschwung nicht mehr geschafft. Neun von zehn Japanern fühlten sich einst dem gehobenen Mittelstand zugeordnet, heute sieht die Bevölkerung nur noch den drohenden Absturz. Die Parallelen zur Schweiz sind unübersehbar: Eine politische Elite, welche diesen Namen nicht mehr verdient, hat sich auf die Erhaltung der eigenen Macht und der Strukturen der Vergangenheit ausgerichtet. Japans Stagnation, die nun bald eine Generation dauert, Änderung nicht in Sicht, wird begleitet vom Aufstieg neuer reicher Staaten, nicht zuletzt Chinas. Die Schweiz ist in grossen Teilen, aber nicht mehr durchgängig reich; auch wir müssen uns Gedanken machen, ob die soziale Geschlossenheit unseres Landes noch existiert oder nur noch eine Vorstellung ist, der wir immer weniger nachleben.

Die Schweiz und die EU im Clinch

Dienstag, den 26. Februar 2008 um 10:53

Es ist keine Frage: Die EU arbeitet mit der Schweiz wie ein Angler mit einem grossen Fisch. Die Leine wird elastisch geführt, aber der Fisch wird – in langem Kampf – Zug um Zug ans Ufer der EU-Mitgliedschaft gezogen. Die Einrichtung einer EU-Botschaft in Bern mit dem österreichischen Diplomaten Dr. Michael Reiterer an der Spitze ist einer der grossen Erfolge der EU in unserem Land. Der erfahrene und wortgewaltige Diplomat macht es unseren Politikern schwer, ihm – und damit der EU – zu widersprechen. Reiterer nutzt richtigerweise jede Chance für Auftritte, um den Standpunkt seines Dienstherrn zu vertreten.
Der Zwerg Schweiz mit 7,6 Mio. Einwohnern gegen den Riesen EU mit 475 Mio. Einwohnern, ein Kampf des reichen David gegen den immer noch wachsenden Goliath. Reiterer führt viele gute Gründe an, weshalb die Schweiz mit einem autonomen Entscheid der EU beitreten sollte. Es ist allerdings zu befürchten, dass die mehrhundertjährige Selbständigkeit unseres Landes mit Bürgern, die es nicht gewohnt sind, irgendwelche Autoritäten zu akzeptieren, auf jeden Fall aber mit dem Recht versehen, diese auch abwählen zu können, einen EU-Beitritt noch lange verhindern wird. Zudem haben die Vertreter Brüssels, dazu zählen auch die derzeit sehr aggressiven deutschen Politiker, noch nicht die Tonalität gefunden, welche sie den Schweizern, abgesehen von oberflächlichen Höflichkeiten, wirklich genehm machen. Reiterer selber gibt dazu ein treffendes Beispiel mit dem Satz: “Wenn wirklich das ganze Glück der Schweiz am Cervelat hängt, soll sie ruhig Rinderdärme aus Brasilien importieren.” Der weltmännische Diplomat hat nicht begriffen, dass jede Schweizer Familie mit ihren Kindern in den Wäldern unseres Landes schon Cervelats gebraten hat. Es muss eine “100 % Cervelat” sein, wie wir jetzt erfahren haben, denn in allen anderen steckt viel Fleischabfall. Die echten aber schmecken, an frischer Luft noch mehr, wirklich wunderbar.

 
     
     
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