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Tagesarchiv für 25. Februar 2008

Zürcher Städte stimmen gegen reiche Gemeinden

Montag, den 25. Februar 2008 um 14:41

Es sind drei Zürcher Gemeinden, welche die roten Zahlen der Stadt Winterthur finanzieren müssen: Küsnacht, Zollikon und Zumikon. Die Abstimmung zur Unternehmenssteuer-Reform wurde von den Städten im Kanton Zürich, darunter natürlich auch Winterthur, abgelehnt, während die Seegemeinden an der Goldküste die Reform angenommen haben. Ist es nicht widersinnig, dass der Kanton diese Gemeinden weiterhin zwingt, das eitle Winterthur zu finanzieren, während die Winterthurer alles tun, um die Unternehmer am Zürisee zu schwächen? Es ist die Schwäche der bürgerlichen Parteien SVP und FDP, die derlei Unfug möglich macht.

Der Professoren-Boom geht um

Montag, den 25. Februar 2008 um 14:28

Sie brauchen keinen wissenschaftlichen Abschluss, können aber einer Schweizer Fachhochschule ohne weiteres den Titel “Professor” erwerben. So lachhaft dies sein mag, aber es ist Realität. Wir haben bereits 450 “Professoren” an unseren Fachhochschulen, von denen einige ganz respektable Leistungen erbringen, aber bei weitem nicht alle. Während der “Universitäts-Professor” weiterhin ein klar umrissenes Curriculum aufweisen muss, gilt dies nur sehr beschränkt für die Fachhochschulen. Was dort im modischen Bereich der “Communications” gelehrt wird, kann man in hohem Masse vergessen. Nach meiner Beobachtung wird dort zu 90 % Papier produziert, das anschliessend in der Realwirtschaft keine echte Nachfrage findet. Schlimmer ist es nur in der Westschweiz, wo sich jeder Sekundarlehrer “Herr Professor” nennen darf. Merke: Man sollte solches nicht zu ernst nehmen, aber die Verwahrlosung in unserem Bildungswesen ist real.

Jürg Wildbergers neue Karriere

Montag, den 25. Februar 2008 um 13:54

Wo Jürg Wildberger als Chefredaktor je erfolgreich war, lässt sich kaum feststellen; jedenfalls wechselte er die Jobs häufiger als einer Normalkarriere zuträglich ist. Auch als Retter der “Weltwoche” hatte er wenig Fortune; woran mag es liegen? Vielleicht liegt des Rätsels Lösung im vergangenen Wochenende, wo er als PR-Berater des “Club of Rome” zusammen mit dessen Vorstand eine schallende Niederlage einstecken musste. Der Leistungsnachweis ehemaliger Chefredaktoren, die heute mangels Jobangeboten in die PR-Branche gewechselt sind, bleibt unübersichtlich. Es war die in den Augen der grossen Zürcher Intellektuellen-Szene “kleine” Fitnesstrainerin Susi Gut, die Wildberger zusammen mit dem “Club of Rome” bodigte. Es mag eine Fussnote in der Weltgeschichte sein, aber sie zeigt den Realismus des Schweizer Volks.

Wer gewinnt bei der Privatisierung?

Montag, den 25. Februar 2008 um 13:11

Swisscom und Post stehen bei uns vor der Privatisierung. Zuerst muss ein wenig zeitlicher Abstand zur Aera Blocher/Ebner hergestellt werden. Martin Ebner wollte die Swisscom schon zu Zeiten von Bundesrat Blocher privatisieren; es wäre ideologisch und materiell ein guter Deal für das erprobte Finanzteam vom Zürisee geworden. Wer gewinnt bei einer Privatisierung? Am Beispiel der Deutschen Bahn, die das anstrebt, wird deutlich:
- Der staatliche Teil mit Bahnhöfen, Energieversorgung und Schienen wird einen Wert von Euro 4,3 Mia. haben, dies bei Schulden in der Höhe von Euro 14,9 Mia.
- Die privatisierte Bahn wird bei einem Eigenkapital von Euro 6,7 Mia., nur Schulden über Euro 3,6 Mia. haben.
Hier wird Volksvermögen in private Hände übergeführt; wie das Beispiel von England zeigt, ist diese Übung bei den Bahnen vollends missglückt. Die SBB war in der Zeit von Benedikt Weibel keineswegs so erfolgreich, wie dies im Volk via die Medien empfunden wurde. Sie machte jedes Jahr Milliarden Verluste, es wurden über 10 000 Mitarbeiter entlassen und SBB Cargo befindet sich immer noch in einem höchst unbefriedigenden Zustand. Wer jetzt die SBB privatisieren will, muss sie zuerst einmal sanieren.

Völkerwanderung in der Schweiz

Montag, den 25. Februar 2008 um 11:21

Während sich die Ostschweiz langsam von Menschen entleert, wachsen die Westschweizer Kantone und das Wallis deutlich. Die Greater Zurich Area ist das kräftig pumpende Herz der ganzen Schweiz und sendet Aufschwungsignale durch das ganze Land. Im Bündnerland kann man eigentlich nur bei den EMS Werken von Familie Blocher arbeiten oder bei der Kantonalbank, bei der “Südostschweiz” von Verleger Hanspeter Lebrument oder im Kantonsspital. Was bleibt, ist der Tourismus, aber dort wird fatal schlecht bezahlt. Das St. Galler Rheintal erlebt eine Sonderkonjunktur, auch die Zone rund um die Stadt St. Gallen expandiert. Stärker als St. Gallen wächst die zweitgrösste Stadt des Kantons, Rapperswil-Jona, das aber unter Zürcher Einfluss steht. Die Zentralschweiz lebt ebenso vom Zürcher Aufschwung; die Kantone der Totgeburt “Espace Mittelland”, vor allem Bern, stagnieren deutlich. Darin gibt es wirtschaftsstarke Zonen, wie die Stadt Bern und die Region Biel-Solothurn; der Rest ist überaltert und lebt von Zuwendungen der starken Kantone. Der Tessin, die nördliche Fortsetzung Milanos mit anderen Mitteln, führt ein Sonderdasein ohne wirklichen Bezug zur Landschaft.

Die Hilfe kommt aus Asien (und Venezuela)

Montag, den 25. Februar 2008 um 9:41

Nicht nur lässt Hugo Chavez die Armen von New York City mit billigem Erdöl beliefern. Die indische Grameen Bank will nun auch den armen US-Amerikanern günstige persönliche Kredite zur Verfügung stellen, zuerst einmal, als Test in der Höhe von einigen 100 Mio. USD, dann im Milliardenbereich. Die führende indische Bank ICICI hat soeben angekündigt, sie möchte demnächst deutsche Sparer mit Anlagen zu höheren Zinsen ansprechen, als diese von deutschen Banken gewährt werden (schon das Wort “gewährt” ist nicht ohne Reiz, stammt es doch aus dem Feudalismus). Früher haben wir Gold und Diamanten der Afrikaner, Asiaten und Lateinamerikaner mit billigen Kettchen erworben. Sie haben offensichtlich gut damit gearbeitet und kommen mit eigenen Dienstleistungen zu uns zurück.

Brabeck-Euphorie ist übertrieben

Montag, den 25. Februar 2008 um 9:00

Wie oberflächlich die Beurteilung von Nestlé ist, zeigt die umlaufende Peter Brabeck-Euphorie, die den österreichischen Nestlé-Chef für Leistungen lobt, wo ich noch keinen erkennbaren Mehrwert sehe. Jedenfalls gibt mir die Börse recht, die Nestlé weiterhin sehr vorsichtig bewertet; jeder technische Rückschlag kann die Gewinne weniger Tage und Wochen wieder wegwischen. Zudem verstehe ich den Jubel nicht wegen des 100-Mia-Umsatzes. Schon Brabecks Vorgänger Helmut Maucher hatte diese Marke angepeilt. Immerhin dauerte es nun weitere zwölf Jahre, das ist die Aera Brabeck, um dieses relativ fragwürdige, aber symbolträchtige Ziel zu erreichen. Von Paul Bulcke, der ein “old horse” ist, erwarten viele Aktionäre nun andere Taten: Entweder wird der Konzern konsequent auf Leistung durchstrukturiert oder die derzeitige Börsenkrise wird genutzt, um einen grossen Zukauf zu wagen. Wie Brabeck selber sagte, war die Konzernkommunikation in “letzter Zeit” ungenügend; die Ergänzung sei erlaubt, sie ist schon seit über zehn Jahren ungenügend. Nicht nur hat die Konzern-Personalpolitik in vielen Ländern rund um den Globus oft Fragezeichen ausgelöst; auch sind die immer wiederkehrenden Arbeiter-Revolten bei Nestlé in den Staaten der Dritten und Vierten Welt kein gutes Signal.

 
     
     
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