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Tagesarchiv für 14. Februar 2008

Der Zürcher Medienkrieg nimmt Formen an

Donnerstag, den 14. Februar 2008 um 14:47

Diesmal war es “NZZ am Snntag”-Chefredaktor Felix E. Müller, der tamedia vorwarf, der in Zürich medial herrschende Konzern sei “ziemlich forsch” unterwegs. Daran kann kein Zweifel bestehen, denn unter der Leitung von Martin Kall hat der tamedia-Konzern eine erfreuliche, wenn auch finanziell riskante Expansionsstrategie eingeschlagen. Was Felix E. Müller nicht schreiben durfte: In der gleichen Zeit hat der unselige alt Chefredaktor der “NZZ”, Dr. Hugo Bütler, eine Art Nelly Wenger des Schweizer Journalismus, nicht nur die Erneuerung der “alten Tante”, sondern auch des ganzen freisinnigen Medienhauses verschlafen – und der VR-Präsident schaute zu. Während tamedia ein einigermassen modernes Verlagshaus aufgebaut hat, ist die NZZ ein Zwitter zwischen Konzernjournalismus, US Secret Service-Einfluss und nationaler Impotenz geblieben. Es sind keine neuen Stärken aufgebaut worden, sondern die alten Schwächen wurden notdürftig verklebt. Daher dürfte der verdeckte Zürcher Medienkrieg noch einige Zeit anhalten. Ein zu erwartender Entscheid von Ringier, wohin der Konzern sich entwickeln wird, dürfte auch eine gewichtige Rolle spielen.

Die rhetorischen Brandstifter gehen um

Donnerstag, den 14. Februar 2008 um 14:39

Nicht nur Pascal Couchepin mit jenem Organ, das man im Wallis ein Schandmaul nennt, macht sich als rhetorischer Brandstifter kenntlich, auch Prof. Dr. Christoph Mörgeli ist kein Kind der sanften Worte. Beide sind erstklassige Rhetoriker, die es ihren Gegnern schwer machen. Es sind keine eleganten Fechter, sondern beide schlagen mit dem schweren Säbel zu, der tiefe Wunden hinterlässt. Während Pascal Couchepin ein magistraler Freigeist ist, der sich in seiner ganzen politischen Karriere nie einbinden liess (und daher für seine Partei, die FDP, ein Problem ist), handelt es sich bei Prof. Mörgeli um eine europäische Erscheinung mit einer langen Ahnenreihe von Sokrates über Machiavelli bis Dr. Josef Goebbels. Diese freien Intellektuellen leben stets im Zwiespalt zwischen dem Dienst an der Macht und dem eigenen Können, das sich der Macht zu entziehen weiss. Eine Kleinausgabe dieser Konstellation finden wir auch in der Person von Roland Trauffer, dem Generalvikar des Bistums Basel, der als spät bekehrter Katholik ebenfalls eine historisch bekannte Bildungsvariante verkörpert. Wohl im Auftrag der Schweizerischen Bischofskonferenz, auf jeden Fall aber nicht ohne deren Wissen, geifert er regelmässig die Medien an, weil sie pädophile Priester an den Pranger stellen. Dabei übertreibt Trauffer ebenso wie vielleicht manche Medien. Man sollte dieses Tun amüsiert beobachten, aber nicht allzu ernst nehmen. Abt Martin Werlen vom Kloster Einsiedeln empfiehlt nicht den lauten Protest, sondern das leise “Murren”. Ob er wohl recht hat?

Waren die Araber je tolerant?

Donnerstag, den 14. Februar 2008 um 13:47

Da ich seit Jahrzehnten im Süden der iberischen Halbinsel lebe und die mozarabische Kultur bewundere, habe ich mich stets gefragt, ob die Araber zur Zeit von Rahman, der in Cordoba die grossen Bauten auslöste, wirklich tolerant waren. Sie waren es nicht; vielmehr handelte es sich um eine Art Frankfurter Multikulturalismus, wo Christen und Juden bereits spezielle Beschriftungen tragen mussten, um als Ungläubige sofort erkannt zu werden. Die “convivencia” hatte Grenzen, sie bedeutete auf keinen Fall Gleichheit der Gläubigen. Was vielen SVP-Lesern dieses Blogs gefallen dürfte: Die Häuser der Juden und Christen durften nicht höher sein als die der Muslim – und sie mussten leise und in der Stille beten. Die Dominanz des Islam musste somit anerkannt werden, wie bei uns überzeugte Europäer die Dominanz des Christentums nicht in frage stellen lassen wollen. Immerhin, die sephardischen Juden hatten einen grossen Anteil am Erfolg von Al-Andalus. Die Christen liessen sich in grosser Zahl bekehren, wandten sich aber 200 Jahre später wieder genau so rasch ab.

Das WEF steckt im Limbo

Donnerstag, den 14. Februar 2008 um 13:37

Der jüngste Januar-Anlass des WEF in Davos hat gemischte Eindrücke hinterlassen. In der *FT Review of Davos“, einer Art Hauszeitung von Prof. Dr. Klaus Schwab, wird gesagt, man habe nicht eingelöst („a failure“), was man versprochen habe, es sei aber dennoch ein guter Anlass gewesen. Dennoch, eine Art NGO-Weltregierung ist aus dem WEF bisher nicht geworden. In diesem Jahr war es ein hochrangiger Plauderclub, der sich in der Schweiz getroffen hat. Die Wall Street-Sponsoren, die Investment Bankers, haben neue Geschäfte in Gang gesetzt. Sonst blieb es bei guten Vorsätzen; nicht einmal die Demonstranten kamen richtig in Form. Sagen wir: Keine Goldmedaille, aber für Silber reichte es.

 
     
     
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