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Tagesarchiv für 18. Januar 2008

WEF: Die beste Party des Jahres

Freitag, den 18. Januar 2008 um 15:33

In einem Augenblick, wo viele Auguren eine Weltwirtschaftskrise an die Wand malen, ziehen sich hunderte von Konzernchefs und Politikern in das nur leicht verschneite Davos zurück, um über “gemeinsame Innovation” zu sprechen. Gastgeber ist Prof. Dr. Hans Schwab, der nach Meinung von Constantin Seibt vom Zürcher “Tages-Anzeiger” ein ausgezeichneter Händeschüttler ist – und was sonst?

Wenn ich vierzig Jahre Management-Erfahrung zusammenfasse, weiss ich, dass an der Spitze einsam entschieden wird; das jüngste Beispiel ist Marcel Ospel, der die UBS zur Weltspitze hinaufjagte, um sie dann wieder – sicher nicht gerne – abstürzen zu lassen. Klaus Wellershof, sein Chefökonom, hatte ihn gewarnt, wurde aber nicht gehört. Was man in Davos also gemeinsam betreiben möchte, ist mir rätselhaft: Energie? Sicher nicht, denn der Kampf um die Energie ist bereits voll im Gange. Hätte man die Ölversorgung des Westens “gemeinsam” lösen wollen, wäre der dumme zweite Angriff der USA auf den Irak nicht notwendig gewesen.

Nun, in Davos tagen die Weisen, im Vorzimmer darf auch das Volk diskutieren. André Schneider, Managing Director und Chief Operating Officer, macht mich darauf aufmerksam (Kopie an Samuel Schmid, Bundesrat, Roland Nef, Chef der Armee, und Hanspeter Michel, Landammann Davos), dass man zur Frage der Bewachung mit scharfer Munition keine Stellungnahme genommen habe. Ich berichtige dies gerne. Wir erwarten vom WEF in Davos andere scharfe Schüsse, z. B. eine Antwort auf die Frage, wer die Kosten für die Finanzrisiken und Milliardenverluste trägt; auch ein Vorschlag, jegliche direkte und indirekte Staatsgarantien für unsere Gross- und andere Banken aufzuheben, wäre herzlich willkommen. Ski heil.

Basel spart

Freitag, den 18. Januar 2008 um 11:38

Wer meint, die Basler, weil reich, seien auch grosszügiger, irrt. Das Merian Iselin-Spital hat soeben wissen lassen, allgemein versicherte Basler Patienten würden künftig kontingentiert und müssten länger warten. Das sind Zustände wie in England, Italien und den USA. Unser sehr teueres Gesundheitssystem ist nicht mehr für alle gleich gut verfügbar. Gleichzeitig haben die Baselbieter Lehrer eine Praxis entwickelt, unangenehme Schüler nicht mehr zu erziehen, sondern der Schule zu verweisen, rund 200 in den letzten sechs Jahren. Die liberalre Schweizer Gesellschaft ist nicht mehr für alle offen, Einheimische inbegriffen.

EU legt der Schweiz die Garotte an

Freitag, den 18. Januar 2008 um 11:11

Es ist wunderbar, die Verhandlungen zwischen der EU und der Schweiz zu beobachten. Allseits wird der Anschein gewahrt, wir könnten in völliger Selbständigkeit handeln und entscheiden. In Wirklichkeit weiss die EU und wissen unsere Spitzenbeamten in Bern, dass wir in der selbst gebauten Falle sitzen und die EU ganz langsam, fast liebevoll, die Garotte um unseren Hals langsam zuzieht. Woran ist dies erkennbar? EU-Botschafter Dr. Michael Reiterer, eine ausserordentlich liebenswerte Persönlichkeit, setzt nun Verhandlungsfristen (“Üblich sind 3-4 Jahre”). Wir sind reich und haben Intelligenz wie Kraft, aber der EU-Garotte entkommen wir nicht mehr.

Zertifikate sind ziemlich sinnlos

Freitag, den 18. Januar 2008 um 10:06

Es gibt Menschen, die berufliche Zertifikate sammeln wie andere Briefmarken. Sie handeln nach dem Motto, dass nur Mensch ist, wer ein Zertifikat hat. Der gleichen Meinung sind die Pisa- und Bologna-Promotoren, die aus Studenten gerne Servelats machen würden, genau abgewogen, wenn auch inhaltlich individuell. Oswald Grüebel hatte meines Wissens keine Zertifikate, auch Helmut Maucher nicht, Peter Brabeck konnte mindestens Glacés verkaufen. Echte Unternehmer, wie Otto Ineichen, Andy Rihs, Peter Studer, sind oft Abenteurer, aber von der gleichen Klasse wie die Piraten-Fürsten Drake und Raleigh von Elisabeth I. Viele gehen unter, aber die Sieger werden geadelt. Merke: Viele Menschen passen nicht in die zertifizierte Servelats-Produktion; oft sind es die besten.

Konzerne sind treulos

Freitag, den 18. Januar 2008 um 8:49

Sie verputzen das ihnen zur Verfügung gestellte Geld irgendwo auf der Welt, manchmal in Russland, dann wieder in den USA. Nokia, ein europäisches Starunternehmen, schliesst nun seine Betriebsstätte im deutschen Bochum und entlässt alles in allem über 3000 Menschen. Dazu kommen die Verluste bei den lokalen Servicefirmen. Kurz, eine regionale Katastrophe. Was die Angelegenheit modern und widerlich macht, ist die Tatsache, dass Nokia vom Staat über Fr. 120 Mio. an Zuschüssen bezogen hat. Kaum war die Sperrfrist nach zehn Jahren abgelaufen, macht sich der Konzern auf die Socken nach Osteuropa, um dort die Billigarbeiter auszubeuten, vielleicht sogar mit EU-Finanzhilfe. Warum betrifft dies mich? Vor einigen Jahren begleitete ich Konzernchef Kairamo beim Aufbau seines kontinentalen Nokia-Empires. Er war es, der aus Finnland ausbrach, wo man zuvor Gummistiefel herstellte, um die Welt zu erobern. Dabei übernahm sich Kairamo bei der Finanzierung der Expansion. Er ging noch einmal in seine heiss geliebte Sauna und erschoss sich dann am Gartenzaun. Den Menschen in Bochum ist dies kein Trost.

On the wild side: Carla und Sarko

Freitag, den 18. Januar 2008 um 8:28

Ob Sarko wirklich ein Regierungschef ist oder nur ein Louis Funès, der in die Politik katapultiert wurde, werden wir in einem Jahr wissen. Wie er sich mit Carla aber im Bild darstellen lässt, erinnert an “The wild one”: Er blickt gestresst in die Zukunft, sie lehnt sich sehnsuchtsvoll an seinen Rücken. Ginge es dem französischen Volk besser, wäre mir eine solche Show recht.

 
     
     
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