Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Monatsarchiv für Dezember 2007

Hostpoint: Wachstum und Qualität halten nicht Schritt

Freitag, den 28. Dezember 2007 um 11:24

Drei Jungunternehmer begannen 2001 in Rapperswil, Speicherplatz für Websites zu vermieten. Heute macht die Firma Hostpoint einen mehrfachen Millionenumsatz. Heute ist das Unternehmen der grösste Webhoster der Schweiz. Vor einem Monat hat man auch noch das Hosting-Geschäft von Sunrise übernommen. Doch offenbar ist die Firma zu schnell gewachsen. Die Qualität des Angebotes schwankte schon vor der Übernahme der Sunrise-Kunden. Es kommt immer wieder vor, dass ich meine Mails nicht abrufen kann. Wenn sich die Qualität nicht verbessert, werde ich mit einen anderen Anbieter suchen müssen.

Philippe Welti

Was Kurt Beck falsch macht

Freitag, den 28. Dezember 2007 um 9:59

Der SPD-Vorsitzende zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung „seiner SPD“, macht dabei aber eine sauertöpfische Miene, wie nach dem Verzehr einer pfälzischen Gurke. Kurt Beck hat es wirklich schwer, als SPD-Vorsitzender ernst genommen zu werden: Einmal aus programmatischen Gründen, denn den Deutschen geht es schlecht, vor allem der SPD-Kundschaft, was soll er ihnen mitteilen, wenn Lafontaine die Opposition markiert. Kurt Beck, Pfälzer, wirkt schwer und wenig elegant in einer Zeit, wo – siehe Wowi – urbane Eleganz gefragt ist. Wie schon Moritz Leuenberger beweist, ist das Äussere alles, die Leistung wenig. Beck fehlen auch die kurzen messerscharfen Sätze, über welche „Münti“ verfügte. Pfälzer, wer wüsste dies besser als der Schreibende, sind Gemütsmenschen, Helmut Kohl sei mein Zeuge!

Wirtschaftsmacht verändert die Politik

Freitag, den 28. Dezember 2007 um 9:28

Wir sind jetzt Teil einer unstabilen Zeit geworden. Wer glaubt, er könne sich auf Leistungen in der Vergangenheit berufen, wird umgehend eines besseren belehrt. In Belgien waren die Wallonen einst reich, weil Stahl und Eisen gesucht waren. Heute leben sie von der Vergangenheit und neiden den Flamen den Wohlstand. Warum? Die Flamen haben neue globale Konzerne und Dienstleistungsfirmen aufgebaut, während die Wallonen langsam abgesunken sind. Ähnliches spielt sich auch bei uns im Wallis ab: Jahrhunderte herrschten die Oberwalliser über die Unterwalliser; erst Napoléon brachte den Unterwallisern mehr Freiheit. Heute entwickelt sich das französisch sprechende Unterwallis wirtschaftlich schneller als das Oberwallis, wo man eine Sonderform des Deutschen, das mittelhochdeutsche Wallisertitsch, spricht. Trotz einiger boomender Regionen im Oberwallis, in Zermatt und Saas Fee der Tourismus, in Visp die Lonza, ist das Oberwallis mit 87 000 Einwohnern heute wirtschaftlich schwach und gerät zunehmend unter den Einfluss der Unterwalliser, die sich – ganz wie die Flamen in Belgien – als Modernisierer sehen.

Wenn die Chefs ausrasten…..

Freitag, den 28. Dezember 2007 um 8:35

Das „Porqué no te callas“ des spanischen Königs gegenüber Chavez war als Akt unhöflicher wie unpassender Kommunikation nicht derart selten, wie wir glauben möchten. Edmund Stoiber sagte in einer CSU-Vorstandssitzung zur Fürther Landrätin Gabriele Pauli wörtlich: „Sie sind nicht wichtig.“ Daraus ist ableitbar, dass die Absender solcher Botschaften sich stets für wichtiger, mindestens als andere, halten. Die damit verbundene Denunziation soll Ego wie Position des Angesprochenen zerstören. Helmut Maucher, Ehrenvorsitzender des Nestlé-Konzerns, brachte diese Überheblichkeit einer selbsternannten Elite gegenüber anderen auf die Formel: „Biomasse“. Er meinte damit schutzwürdiges Menschenleben.

Pilgerfahrten wirken künstlich

Freitag, den 28. Dezember 2007 um 8:30

Sehe ich die moslemischen Pilger, die sich durch die Strassen Mekkas zum Heiligtum drängen, um es zu Zehntausenden zu umrunden, habe ich ein ungutes Gefühl. Ich kenne solche Gedränge auf dem Petersplatz in Rom, wo man leicht die Übersicht verliert, abgedrängt wird, müde ist von der Hitze, erschöpft in den Schatten sinkt, eigentlich erst im Hotel wieder zur Ruhe kommt. In Mekka dürfte dies eher noch schlimmer sein, denn das Gedränge ist grösser, die Hitze brennender, und ob Allah näher ist als der christliche Gott, darf bezweifelt werden. Als ich Santiago de Compostela besuchte, herrschte dort weder vor noch in der Kirche grosses Gedränge, dennoch lässt sich nicht sagen, dass im düsteren Innenraum besondere Religiosität herrschte, es sei denn, man rechne die dicklichen amerikanischen Teenager dazu, die ihre Arme ekstatisch in eine Säule mit heiligen Öffnungen stecken, was ein vernünftiger Europäer nicht goutieren kann. Die spitzhütigen Wanderer machten am Ende ihres Marsches meist einen ziemlich erschöpften, doch glücklichen Eindruck. Weder der Heilige Jakob noch andere überirdische Wesen waren übermässig präsent; es ist allein der Glaube, der solches zu leisten vermag. Leicht übermütig machte ich mich dann selber auf eine viertägige Pilgerfahrt durch die Schweiz, wo sich, trotz höchst kompetenter Führung mehr der Muskelkater als die Erleuchtung bemerkbar machte. Merke: Den Gläubigen erkennt man an seinem Streben.

Die Swiss hat die Swissair gratis

Donnerstag, den 27. Dezember 2007 um 18:04

Wer in Asien mit der Swiss unterwegs ist, wird sofort erfahren, dass man diese immer noch für die alte Swissair hält, und dies mit allen Merkmalen der alten Qualität. Das ist eine wunderbare Nachricht für die Lufthansa, denn diese hat für einen Spottpreis die Swiss erworben und das Image der alten Swissair gratis erhalten. An diesem Beispiel wird deutlich, wie unfähig unsere Politiker (Kaspar Villiger) und Unternehmer (Rainer E. Gut) waren, diesen Schatz der Schweiz zu bewahren. Sie haben die Swiss verschenkt, sich in ihre Villen zurückgezogen und das Zürcher Volk den profanen Lärm überlassen. Es lebe die alte Swissair, sie lebt in der neuen Swiss weiter. Im Ausland weiss man dies, im Inland nicht.

Verband Schweizer Presse in der Krise

Donnerstag, den 27. Dezember 2007 um 16:14

Natürlich hüten sich unsere Verleger, ihren eigenen Verband zu einem Thema zu machen. Sie haben derart viel damit zu tun, ihre eigene Zukunft zu sichern, die Angriffe ihrer Kollegen und Freunde abzuwehren und TV-Lizenzen vom Bundesrat zu erhalten, dass sie ihren eigenen Verband, der früher einmal intellektuell etwas zu sagen hatte, verkommen lassen. Den Weihnachtsgruss des Verbandes haben viele erhalten in Form einer Werbebroschüre für Schreibgeräte. Das ist zuviel, weil es zu wenig ist. Unsere Verleger und deren Chefredaktoren müssen wieder einmal definieren, was sie für sich und das Land leisten wollen. Heute sind sie damit beschäftig, Billigzeitungen zu produzieren und das in einer Zeit, wo das Land Intelligenz mehr denn je braucht. Ich glaube, sie lesen ihre eigenen Zeitungen nicht mehr, sie hören ihre eigenen Radios nicht mehr und sehen ihre eigenen TV-Sender nicht mehr. Unsere Verleger sind in Verteidigung und ratlos, tamedia vielleicht ausgenommen. Hanspeter Lebrument, der Präsident dieses Verbandes, hat in unserem Land einiges bewirkt; jetzt muss er zeigen, dass er zu mehr in der Lage ist.

Wo ist Ueli Sigg geblieben?

Donnerstag, den 27. Dezember 2007 um 14:24

Hatten wir nicht einmal einen silbrig gelockten Sprecher des Bundesrats? Wo ist Ueli Sigg geblieben, oder habe ich seinen Rücktritt versäumt? Achille Casanova, sein Vorgänger, war stets in der Lage, auch in schwierigen Situationen noch Haltung zu vermitteln. Er war damit ein wichtiger Stabilisator unserer Regierung. Aber Ueli Sigg, der Schöne? Er ist verdampft wie der Nebel in der Frühe. Niemand sieht ihn, niemand vermisst ihn.

Helden mit kurzer Laufzeit

Donnerstag, den 27. Dezember 2007 um 14:15

Vor zehn Jahren hat David de Pury noch neue Regeln für die Weltwirtschaft verlangt; die Welt hat sich wenig darum gekümmert. Dr. Christoph Blocher hat den damaligen Handels- und Industrieverein, heute économiesuisse, angegriffen, er sei ineffizient und mit ihm der freisinnige Wirtschaftsförderungschef Richard Reich. Präsident Pierre Borgeaud, der später die Firma Sulzer in eine Schräglage brachte, verteidigte die Institutionen gegen Blocher. Die CVP mit Eva Segmüller und Generalsekretär Iwan Rickenbacher war im Absturz, Carlo Schmid forderte eine Erneuerung, die er selbst nicht zu realisieren vermochte. Dölf Ogi sagte, die NEAT werde nie ein rentables Objekt, sondern sei ein Preis, den wir an die EU zu zahlen hätten. Eric Krauthammer und Heinz Goldmann waren die Verkäufer-Stars der Schweiz; schon meldete sich Harry Holzheu zu Wort, der sie heute abgelöst hat. Der Aufstieg von Rainer E. Gut beginnt, der eine teure Expansion der Kreditanstalt auslöst, grosse Risiken und Verluste meistert, beim Untergang der Swissair ins zweite Glied zurücktritt und zum Schluss die falsche Expansion zusammen mit Lukas Mühlemann zu verantworten hat. Auf den Trümmern Gut’s wird die neue CS-Group aufgebaut. Die Schweiz vor zehn Jahren war bereits ein Abschied von der alten Schweiz, ein Aufstieg der neuen Schweiz im Zeichen der Globalisierung. Bisher hat es uns gut getan.

15 Sekunden für Ludwig Poullain

Donnerstag, den 27. Dezember 2007 um 13:23

Was hat der einst grosse deutsche Bankier Ludwig Poullain, ohne den die Westdeutsche Landesbank nicht zu dem geworden wäre, was sie heute noch knapp ist, zur derzeitigen Bankenkrise zu sagen? Sein zorniger Zwischenruf lautet: „Die durch Raffgier ausgelöste internationale Finanzkrise führt zu einer notwendigen Veränderung der Bankenlandschaft. Der Staat darf an den Banken kein Eigentum mehr besitzen.“ Zwei grosse Themenkreise fallen an dieser Stelle zusammen: 1) Raffgier 2) Zukunft der Banken. Lasst sie Geld verdienen (oder verlieren), aber schützt sie nicht via Staat. Wenn ich sehe, was die Zentralbanken derzeit tun, muss Poullain unerhört bleiben.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog