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Grossbanken-PR auf dem Tiefpunkt.

29. November 2007 um 17:30

Seit Wochen können wir hören, die von der “subprime crisis” befallenen Banken müssten nun einmal offen legen, welche Risiken sie in den Büchern haben. Unterdessen pumpen die Nationalbanken Milliarden Euro, Franken und US-Dollars in die Finanzmärkte, um weitere Zusammenbrüche zu vermeiden. Diese Staatshilfe für Spekulanten, die nur ihre Boni im Kopf hatten, aber nicht die “bad side” der Medaille, wird sich in einer Konsumenten-Inflation äussern, deren Umfang wir auch nur ahnen können; in den EU-Staaten dreht die Inflationsspirale bereits nach oben.
Unsere beiden Grossbanken, die bis jetzt meistbetroffenen im Land, denken aber nicht daran, sich zu äussern. Walter Kielholz und Marcel Ospel haben sich eingebunkert und lassen irgendwelche unbekannte Sprecher Phrasen über Risiken ablassen, die nicht weiter helfen. Die PR der Grossbanken haben einen Tiefpunkt erreicht. Die meisten Bankkunden in der Schweiz wollen weder eine Alinghi sponsern noch Fussballspiele oder Jazzkonzerte. Sie wollen, als Kunden und Aktionäre, wissen, wie es um die Sicherheit ihrer Anlagen und ihrer Bankaktien bestellt ist. Die Zürcher Bahnhofstrasse schweigt dazu; das ist doch kein Verhalten. Unterdessen drohen massive Steuerverluste in den Städten und Kantonen. Es ist die Rede davon, dass die Schweiz über einen unabhängigen Finanzminister verfügt, der einmal Stellung beziehen könnte. Er hat es noch nicht getan, das zeigt seine Bedeutung. Wie die Welt wirklich ist und welche Preise verlangt werden, zeigen die Araber
aus Abu Dhabi: Sie verlangen für ihre Milliardensicherung elf Prozent Zins. Die Citibank hat dies umgehend zugesichert. Und unsere? Martin Wolf, der Chefökonom der FTI, hat es auf den Nenner gebracht: “Banken sind staatlich geschützte Institutionen, die übertriebene Gewinne machen auf einer zu kleinen Kapitalbasis.” Wem sonst wäre dies erlaubt?

Ein Kommentar zu “Grossbanken-PR auf dem Tiefpunkt.”

  1. Jean-Claude

    So einen Satz wie Martin Wolf in der FT würde bei uns doch kein Journalist wagen. Chefredaktoren würden Herzkrise bekommen, fände sich sowas in ihren Blättern. “Das chasch doch nöd so schriibe”, würde man solche verstockten Autoren rügen. Und einem Politiker würde man gleich über den Mund fahren, sagte er solche Sätze. Vorauseilender Gehorsam. Bis ganz oben.

    Sie wundern sich, warum man das “Schweigen der Lämmer” akzeptiert, das unsere Grossbankiers befallen hat? Warum sollten sie sich äussern? Sie werden ja nicht gefordert und gedrängt. Sie entscheiden in eigener Machtvollkommenheit, wann sie sich dem Volke zeigen und geruhen, allenfalls ein paar lästige Fragen zu beantworten.

    Solange Medien und Oeffentlichkeit das alles bereitwillig schlucken, so lange die Aktionäre den Mund halten, solange besteht auch keine Notwendigkeit, dass die Eminenzen kommunizieren.

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