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Tagesarchiv für 29. November 2007

Keine guten Signale aus Frankreich.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 17:30

„Wir leben in einer Demokratie. Rache gibt es nicht.“ sagte Frankreichs Premier François Fillon, als die nordafrikanischen Jugendlichen seine Polizisten angriffen und sogar mit Schrotflinten beschossen. Damit gab er immerhin zu, dass seine Polizei Jugendliche auf die Kühlerhaube nimmt und das Risiko von deren Tod auf sich nimmt, wie gerade geschehen. Aber stimmt Fillons Satz:
– Teil 1: Wir leben in einer Demokratie.
Die in Frankreich lebenden Ausländer erleben „la grande France“ mit Sicherheit nicht als Demokratie.
– Teil 2: Rache gibt es nicht.
Mein ist die Rache, sagt Gott. Wenn der Staat seine Bürger nicht verteidigt, muss man sich nicht wundern, wenn sie ihre Gegenwehr privatisieren.

Sarko selber verlangt nur Ruhe. Kein Wunder, vor der Scheidung, chinesische Studentinnen umarmend, das ist das wahre Politikerleben. Der neue deutsche Arbeitsminister Olaf Scholz sagte bei Amtsantritt: „Es geht auch um die Menschen ganz unten.“ Auch, das Auch ist wichtig.

Grossbanken-PR auf dem Tiefpunkt.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 17:30

Seit Wochen können wir hören, die von der „subprime crisis“ befallenen Banken müssten nun einmal offen legen, welche Risiken sie in den Büchern haben. Unterdessen pumpen die Nationalbanken Milliarden Euro, Franken und US-Dollars in die Finanzmärkte, um weitere Zusammenbrüche zu vermeiden. Diese Staatshilfe für Spekulanten, die nur ihre Boni im Kopf hatten, aber nicht die „bad side“ der Medaille, wird sich in einer Konsumenten-Inflation äussern, deren Umfang wir auch nur ahnen können; in den EU-Staaten dreht die Inflationsspirale bereits nach oben.
Unsere beiden Grossbanken, die bis jetzt meistbetroffenen im Land, denken aber nicht daran, sich zu äussern. Walter Kielholz und Marcel Ospel haben sich eingebunkert und lassen irgendwelche unbekannte Sprecher Phrasen über Risiken ablassen, die nicht weiter helfen. Die PR der Grossbanken haben einen Tiefpunkt erreicht. Die meisten Bankkunden in der Schweiz wollen weder eine Alinghi sponsern noch Fussballspiele oder Jazzkonzerte. Sie wollen, als Kunden und Aktionäre, wissen, wie es um die Sicherheit ihrer Anlagen und ihrer Bankaktien bestellt ist. Die Zürcher Bahnhofstrasse schweigt dazu; das ist doch kein Verhalten. Unterdessen drohen massive Steuerverluste in den Städten und Kantonen. Es ist die Rede davon, dass die Schweiz über einen unabhängigen Finanzminister verfügt, der einmal Stellung beziehen könnte. Er hat es noch nicht getan, das zeigt seine Bedeutung. Wie die Welt wirklich ist und welche Preise verlangt werden, zeigen die Araber
aus Abu Dhabi: Sie verlangen für ihre Milliardensicherung elf Prozent Zins. Die Citibank hat dies umgehend zugesichert. Und unsere? Martin Wolf, der Chefökonom der FTI, hat es auf den Nenner gebracht: „Banken sind staatlich geschützte Institutionen, die übertriebene Gewinne machen auf einer zu kleinen Kapitalbasis.“ Wem sonst wäre dies erlaubt?

Blocher-Tochter gewinnt Basler für sich.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 17:30

Ihre erste grosse Rede vor der guten Basler Gesellschaft absolvierte Magdalena Martullo-Blocher, Tochter des einschlägig bekannten Bundesrats, mit Bravour. Vor 130 Baslerinnen und Baslern aus Politik und Wirtschaft, in Anwesenheit von Regierungsrat Dr. Ralph Lewin, sprach sie über den Chemiestandort Schweiz aus Sicht der Ems Chemie. Martullo kann im terperamentvollen Auftritt und wie scharfen Ausdruck ihre Herkunft nicht verleugnen. Sie gewann die Herzen der Basler, die sich mit reichem Beifall bedankten, im Sturm, nicht zuletzt, weil sie versicherte, Chemiestandorte könne man nicht einfach verlagern. Die Zukunft liege in Asien, aber dort investiere man ohnehin laufend in Produktion wie Vertrieb.

Dem Bündner Steinbock fehlt ein Horn.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 16:29

Geben wir es zu: Die Walliser Touristiker unter Leitung von Urs Zenhäusern sind den Bündner Touristikern seit einem Jahr um Längen voraus. Während die Walliser die Trommel schlagen, um die Zürcher, die Innerschweizer und die Aargauer in den Südkanton zu bringen, kommen aus dem Bündnerland nur Signale der Verwirrung. Lange ist es her, seit Dr. Peter Danuser, der beste Verkehrsdirektor der Schweiz, die Kommunikationslage beherrschte. Die Bünder Touristiker haben sich auf einen Steinbock als Symbol geeinigt, aber die wichtigste Bündner Destination, St. Moritz-Engadin, will sich nicht beteiligen. Einst wollte man die Bernina-Gruppe als Symbol gegen das Matterhorn zur Weltmarke machen, was aber schlicht misslang, da die wenig ausgeprägten Formen des Bündner Spitzenberges dem Matterhorn nicht standhielten. Solcher Zerfall der Kommunikation kommt vor. Wenn der Lötschberg-Basistunnel in wenigen Tagen offiziell eröffnet wird, stehen uns neue Walliser Feuerwerke bevor. Die Bündner müssen halt sehen, wo sie bleiben.

Franz Blankart löst Edouard Brunner ab.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 15:05

Einer unserer erfolgreichsten Chefbeamten der letzten vierzig Jahre, Staatssekretär a.D. Franz Blankart, hat als Nachfolger von Edouard Brunner, nicht minder brillant, als Präsident die Leitung des Schweizer Forums für Internationale Politik übernommen. Blankart, der die Öffnung der Schweiz in die Globalisierung ganz massgeblich verantwortet hat und als Befürworter eines EWR-Beitritts ehrenhaft an Dr. Christoph Blocher scheiterte, wird den über 500 Mitgliedern der Gesellschaft aufzeigen, wohin der Weg der Schweiz in die Zukunft führen kann. Seine feinsinnigen Analysen sind heute nötiger denn je.

Neues von Thomas Bechtler: Schiesser.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 12:17

Was Thomas Bechtler als Unternehmer wirklich geleistet hat, wird bei uns im Land nicht thematisiert. Die Heimatstation der Bechtlers, die Stadt Uster, ist im Immobilienboom, wobei auch die ehemaligen Industriellen kräftig mit verdienen. Das letzte Industrieunternehmen der Bechtlers, die Schiesser-Gruppe, bleibt jedoch im Leistungstief. Der drittgrösste deutsche Hersteller von Unterwäsche und Strümpfen, schreibt anhaltend Verluste. Boni und Saläre der über 600 Mitarbeiter sind gekürzt worden. Ob dies eine unternehmerische Leistung ist, darf bezweifelt werden.

Streiks stehen vor der Tür.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 11:01

Nicht nur die französischen und deutschen Eisenbahner liefern ihren Hausherren harte Streiks, jetzt melden auch die deutschen Beamten an, sie seien extrem streikwillig. Vorläufig verlangt man eine Salärerhöhung von 6-7%, das ist deutlich mehr, als den Arbeitnehmern sonst gewährt wird. Als Vorbild nennen die deutschen Beamten die Bundestagsabgeordneten (Nationalräte), die sich zweimal 4,7% bewilligt haben. Weil die Inflation im EU-Raum bereits gegen 3% steigt, ist jeder ein Verlierer, der tiefer abschliesst. Wir stehen vor einem stürmischen Jahr, denn soziale Unruhen gelten als grösste Gefahr für die Globalisierung, gefolgt von Protektionismus, eine andere Form der sozialen Unruhe. Wird die Globalisierung gestoppt, brechen die Systeme unserer Banken und Grosskonzerne rasch zusammen. Kriege und Terroranschläge sind einfacher zu bekämpfen als die Unruhe in den eigenen Ländern.

Western Union kassiert Gastarbeiter ab.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 9:18

Wer in Europa als Gastarbeiter Geld nach Hause überweist, muss bei der amerikanischen Finanzgesellschaft Western Union mit Gebühren von bis zu 20% rechnen. Dies beunruhigt die Finanzminister in ganz Europa, die kein Interesse daran haben, dass Umgehungsgeschäfte (Koffer-Transfer) gemacht werden. Western Union will nun anbieten, via Handy billigere Überweisungen möglich zu machen. In den USA protestieren die Gastarbeiter schon öffentlich über diese Abriss-Tarife.

 
     
     
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