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Tagesarchiv für 26. November 2007

Jahr der falschen Etiketten

Montag, den 26. November 2007 um 17:22

Jetzt beginnt die Zeit der Jahresrückblicke; deshalb seien einige gewagt:
– Bundesrat Moritz Leuenberger gilt als guter Redner, weil man sonst wenig über seine Erfolge als Bundesrat berichten kann. Ich habe jedoch noch nie erlebt, dass die Menge von ihm begeistert war. Vielmehr unterhielt er mit Kalauern und Anspielungen, die er selten vollendet. Gemessen an seinen politischen Kollegen, gibt er sich wenigstens Mühe auf diesem Gebiet, aber haben wir ihn deshalb gewählt?
– Bundesrat Dr. Christoph Blocher gilt als der Wahlsieger des Jahres. Seine Partei hat gepunktet mit Angriffen gegen junge Ausländer und Immigranten. Sie verspricht den Bauern und dem Gewerbe zu helfen. Was davon ist Wahrheit? Blocher ist als Bundesrat ein Vertreter des Finanzplatzes, der Pharmaindustrie und der Exportwirtschaft, mit welcher er sein Vermögen gemacht hat. Der Rest ist Folklore.
– Thomas Gottschalk wurde, gelobt von Moritz Leuenberger, zum Redner des Jahres ernannt. Diesen Plauderer zum Redner zu ernennen und dies noch magistral zu bezeugen, ist ein Grundlagenirrtum, mehr noch, eine Dummheit.
– Martin Mosebach durch die Verleihung des Büchner-Preises zum deutschen Grossschriftsteller zu ernennen, sollte jeden deutschen Intellektuellen in die Emigration treiben. Mosebach ist ein biedermeierlicher Papist, der die Tragödien anderer beschreibt, um das Leben seinen Lesern erträglicher zu machen. Ein Büchner? Das ist Hohn.
– George W. Bush ist der Retter des Abendlandes, weil er die bösen Moslem schlägt und unser Oel verteidigt, das dennoch immer teurer wird. Irrtum, er war der König der Spekulanten, der Schutzherr des politisch-militärischen Komplexes und ein Totengräber der echten Globalisierung.
– Al Gore, Träger des Friedensnobelpreises, bedeutet den Bankrott des Nobel-Komitees in Stockholm. Er ist ein stocktrockener Propagandist der Klimaindustrie, die vorgibt etwas zu lösen, was unlösbar ist.
– Micheline Calmy-Rey, Aussenministerin, die weder in Korea noch im Nahen Osten je etwas geleistet hat. Sie, die gezwungen wurde, gute Beziehungen zu den USA wieder an die Spitze ihrer Agenda setzen, erlebte durch die Nichteinladung nach Annapolis ihr Waterloo, Kurz, eine Schaustellerin in eigener Sache, die „Präsenz Schweiz“ mit Johannes Matyassy verteidigt, weil ihr sonst keine Aufgabe mehr bleibt.
– Peter Brabeck und Daniel Vasella als grösste lebende Industrielle der Schweiz. Richtig ist, dass Brabeck ein Zögerer war, der viele personelle Fehlentscheide persönlich zu verantworten hat. Sein Finanzchef, der nicht sein Nachfolger werden durfte, rettete ihn mit einem erst zuletzt, kurz vor seinem Abtritt, ansteigenden Aktienkurs, den Brabeck prompt wieder lädierte wegen einiger dummer Äusserungen in den USA. Daniel Vasella, ex Marxist mit der Fähigkeit zur richtigen Heirat, trieb Novartis in die Stagnation, hat jetzt wieder das Ruder herumgerissen. Sagen wir freundlich: Ein wilder Kurs.

Die Liste kann verlängert werden.

Aufregendes Bern?

Montag, den 26. November 2007 um 17:22

Jetzt, wo sich die CVP mit den Grünen, der EVP und vielleicht bald auch dem letzten Kommunisten im Rat zusammen getan hat, sieht es schwarz aus für Fulvio Pelli. Er, der doch immer die Mitte zusammenhalten wollte, sieht diese nach links davonlaufen, dorthin, wohin er doch eigentlich mit seinen bernisch-welschen Freunden wollte. Jetzt ist er von diesen desavouiert; entweder schliesst er sich, wie dies in Zürich Doris Fiala vernünftigerweise schon getan hat, mit der SVP zusammen, oder er wird im Regen stehen, wie keiner seiner Vorgänger als Parteipräsident. Von meiner Prämisse ausgehend, dass die Pelli-FDP weiter schmelzen wird wie ein Raclette in der Pfanne, kann Pelli heute höchstens noch als Tragödie Beifall finden. Die SP dagegen ist voller Zuversicht. Sie hat die fragile Pascale Bruderer bereits für 2010 als NR-Präsidentin nominiert. Diese hat sich bereits bedankt.

Merke: Auch die Jungen werden tun wie die Alten, wer bietet dagegen?

Martin Mosebach und der Vatikan.

Montag, den 26. November 2007 um 17:22

Ohne Scham bekenne ich, zu den Verächtern der Werke des Schriftstellers Martin Mosebach zu gehören, der soeben, was ein Irrtum der Jury gewesen sein muss, den Büchner-Preis zugesprochen erhielt. Martin Mosebach ist ein zutiefst vatikanischer Schriftsteller, bei dem alle Figuren in merkwürdigen Verwirrungen zugrunde gehen, ganz wie die römisch-katholische Kirche uns sonntäglich predigt und daraus unsere fortdauernde Abhängigkeit von den Lehren Roms ableitet. Martin Mosebach gehört auch zu jenen, die sich für die alte Messordnung einsetzten. Seine Rede dadaistisch zu nennen, ist wohl eher eine dadaistische Aussage als das Werk selber. Mosebach zu loben, weil er sich Daniil Charms bekennt, verrät eine Verkürzung der Perspektive. Weniger interessiert ihn, dass in Mexiko-City der katholische Kardinal den Linken, die auf dem Zocala gegen die Regierung protestieren, das Wort mit seinen Kathedralen-Glocken abschneidet und er sich weigert, pädophile Priester zu verfolgen. Was ist Mosebach? Ein langweiliger Schriftsteller des neuen Biedermeier mit artistischen Impulsen.

Merke: Das genügt für unsere Kritiker auf Sekundarlehrer-Niveau, ihn zu loben.

Quandt: Peinliche Herkunft.

Montag, den 26. November 2007 um 17:22

Weil die Familie Quandt, denen heute BMW und mehr gehört, ihr Geld mit Adolf Hitler verdient hat, kann ich jetzt doch nicht meinen BMW verkaufen, obwohl dies eigentlich korrekt wäre. Magda Quandt, Stammmutter der Quandts, verliess Ehemann Günther, um Frau Goebbels zu werden. Jene berühmte Frau Goebbels, die beim Kampf um Berlin im Führerbunker ihre sieben Kinder vergiften liess. Immerhin Harald, ein Quandt, überlebte das familiäre Chaos. Man darf neugierig sein, ob es den Enkeln gelingt, die verlorene Ehre der Quandts wieder herzustellen. Anderseits, wenn ich schon meinen jüngsten BMW nicht verkaufen will, was sollte man eigentlich tun? Die jungen Quandts machen es erst einmal wie die Schweiz in ähnlich verfänglicher Situation, sie bestellen einen Historiker.

Buchhändler: Verspielte Zukunft.

Montag, den 26. November 2007 um 16:39

Die Aufhebung der Buchpreisbindung war eine der grösseren Dummheiten, die der Bundesrat unter Pascal Couchepin erzwang. Nun sind praktisch alle Bücher teurer, denn welcher vernünftige Mensch will schon Stephen King oder Harry Potter lesen, die es jetzt günstiger gibt? Die Buchhändler waren nicht klüger. Sie waren unfähig, ihre kulturellen Leistungen zu zeigen und verliessen sich auf das juristische Vorgehen, das sie prompt verloren. Die Helden sind ratlos und werden beim nächsten Angriff der Grossbuchhändler untergehen; geschieht ihnen recht.

Christophe Keckeis ist gescheitert, schade.

Montag, den 26. November 2007 um 14:53

Obwohl er um sich herum jede Menge interner und externer Kommunikationsberater hatte, ist Friedensgeneral Christophe Keckeis an seiner Kommunikations-Unfähigkeit gescheitert. Seine Vision, die Schweiz mit Hilfe der NATO-Führung zu schützen, war durchaus realistisch, aber sagen durfte er dies im eigenen Land nie. Solches nennt man Tragik. Triumphiert haben nun die Beflissenen, die gegenüber dem Volk den Eindruck alter Frische und Stärke zu beweisen haben. Christophe Keckeis weiss es besser: „Die Schweiz ist nicht mehr verteidigungsfähig.“ Damit ist alles gesagt, auch an die Adresse der SVP.

Hochschulrektoren haben eigene Vorstellungen.

Montag, den 26. November 2007 um 11:54

Einig sind wir uns darin, dass Reformen der Hochschulen nicht ohne die Mitwirkung ihrer Rektoren stattfinden kann. Was wollen eigentlich die Rektoren? Antworten liegen gemäss einer Umfrage vor:
– Das höchste Interesse haben Sie an der Quialität ihrer Professoren.
– Managerqualitäten sehen die Präsidenten und Rektoren nicht als Schlüsselkompetenz für ihr Amt an.
– Die wissenschaftliche Qualität der Fakultäten ist wichtiger und die Qualität der Studiengänge.
– Weniger wichtig ist es, einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren.
– Weniger wichtig sind Sparmassnahmen.
– Weniger wichtig ist die Gewinnung von Drittmitteln. Fundraising und Alumnipflege stehen am Ende der notwendigen Bemühungen.

Sind dies unsere Rektoren? Nein, es sind nur die Antworten deutscher Rektoren, Gottseidank. Für die öffentliche Meinung interessieren sie sich auch kaum.

Fromme Illusionen.

Montag, den 26. November 2007 um 11:05

Ab und zu begegne ich tief religiösen Menschen, die mich zu ihresgleichen einladen wollen mit dem Hinweis, Gott habe uns eine schöne Welt geschenkt, die wir mit unseren Eingriffen zusehends zerstören. Ist dies so? Ganz wohl nicht, denn die Welt befand sich immer in einem Prozess des Wandels, der von grossen Zerstörungen begleitet war; manchmal starben die Saurier aus, dann die Neandertaler. 97% aller Arten sollen schon vor 150 Mio. Jahren ausgestorben sein, wie Dawkins schrieb. Wir sind Teil der spärlichen drei Prozent Überlebenden. Gottes Sohn ist erst vor 2000 Jahren in Erscheinung getreten, Mohammed nochmals 600 Jahre später. Wenn – biblisch gesehen – „tausend Jahre wie ein Tag sind“, stehen wir erst am Beginn der allerchristlichsten Rettung.

EU will Grossbauern nicht mehr subventionieren.

Montag, den 26. November 2007 um 10:45

In England stehen Kommunisten und Königshaus in einer Linie, wenn es darum geht, die Landwirtschaftssubventionen der EU zu erhalten. Die Kommunisten wollen dies für die Kleinbauern, das Königshaus für seine Grossfarmen. Grosskonzerne und Adelsfamilien in ganz Europa haben sich bisher aus den EU-Töpfen bedient, um Golfclubs und Reitschulen zu finanzieren.Die engl. Königin erhielt bisher Euro 0,7 Mio jährlich, ihre Kinder Beträge in ähnlicher Höhe. Die EU will dem ein Ende machen und ebenso den Kleinbauern die Zuschüsse streichen, weil dies zu aufwendig sei. Der Widerstand ist erheblich.

Kloten wohin ?

Montag, den 26. November 2007 um 10:02

Es gibt drei Möglichkeiten für die Zukunft des Flughafens Kloten :
1. Weiter wie bisher.
2. Weiter mit Einschränkungen.
3. Weiter als Airport für Edelkunden (mit weniger Masse)

Die Abstimmung über die Zukunft Klotens wird, wie auch immer, nur weiteren Ärger mit sich bringen:
– Die Zürcher Regierung bleibt unter Druck.
– Bundesrat Moritz Leuenberger tut weiterhin nichts.
– Kloten wird bedeutungsloser, weil jenseits der Landesgrenzen die Konkurrenz blüht.

Das Leben in der Idylle bleibt vorgegeben.

 
     
     
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