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Tagesarchiv für 22. November 2007

Lüönd und Couchepin einer Meinung zu den Verlegern.

Donnerstag, den 22. November 2007 um 17:24

Die Glaubwürdigkeit der Schweizer Medien sei gefährdet. Dieser Meinung sind der bekannte Publizist Karl Lüönd und mit ihm Bundesrat Pascal Couchepin. Lüönd schreibt, die Verleger hätten während Jahrzehnten zu wenig in gut ausgebildete Redaktoren investiert. Couchepin warnt, Auflage und Einschaltquoten seien als dominierende Messlatten ungenügend. Während Lüönd mehr Cash verlangt, um die Lage zu verbessern, wird Couchepin flatterig. Er meint, Glaubwürdigkeit im Journalismus entstehe durch eine Kombination von Können und Wille. Es sei gefährlich, wenn die Journalisten über wenig „Grundlagenwissen“ verfügen. Die Erklärung von Bern (EvB) hat dies begriffen: Es widerstrebe ihr, „gegen das linksliberale Medienhaus Ringier“ zu Felde zu ziehen. Jaja, Ringier linksliberal, der „Tagi“ gemäss seinem stv. Chefredaktor Res Strehle linksliberal, die „NZZ“ mit innenpolitischen Gleichgewichtsstörungen. Einen ersten Schritt hat Ringier jetzt unternommen, indem es die Whistleblowers eingeführt hat, die interne Missstände aufdecken und melden. Diese Pfeifenbläser sollen bei Ringier die Pfeifen entdecken.

Merke: In der Praxis fällt mir auf, dass ich mich durch immer mehr Mist durchwühlen muss, um echte journalistische Perlen zu finden.

FDP löst sich auf, Grüne irrlichtern.

Donnerstag, den 22. November 2007 um 17:13

Was immer die FDP Schweiz von sich hören lässt, man darf es nicht zum vollen Tarif nehmen. Die Partei lebt innenpolitisch von der Hand in den Mund, hat kein relevantes Programm und hat aufgehört, mit dem Wähler zu kommunizieren. Fulvio Pelli als Präsident an der Macht zu halten, bedeutet eine Stärkung des linken bernisch-welschen Flügels. Da in ganz Europa die Liberalen einst eine Schwesterpartei der Sozialisten waren, ist dies nicht ganz ohne Sinn. Die Wirtschaft vertraut indessen ganz der SVP; solange sie am Ruder bleibe, sei die Unabhängigkeit der Schweiz gesichert. Die FDP, davon geht man an der Bahnhofstrasse aus, werde langsam von der SVP aufgesogen. Peter Wuffli, der einst seine schützende Hand über die FDP gehalten hat, ist immer noch von UBS-Abschiedsschmerzen geplagt; sein erzwungener Abgang kam für ihn zu keinem guten Zeitpunkt. Es bleibt also abzuwarten, wie rasch der Zerfallsprozess der Freisinnigen abläuft. Da sich die Wirtschaftsfreisinnigen zurückhalten, sind Gegenmittel nicht erkennbar.
Umgekehrt erfolgt der Aufstieg der Grünen und Grünliberalen. Deren Präsident, Martin Bäumles grosses Mundwerk, bestimmt die Szene. In Vergessenheit gerät, dass de facto in Sachen Umweltschutz überhaupt nichts geschieht und die Welt weiter zu verslummen droht. Al Gores Spektakel ist ein riesiger und sehr erfolgreicher PR-Coup, der von der Umweltindustrie finanziert wird, der grössten Industrie derzeit überhaupt, weil Staaten und Private mächtig in sie investieren. Soeben ist er Partner von Kleiner Perkins geworden, die als Venture Capital-Firma in diesem Markt sensationell verdient; Al Gore darf jetzt für weitere Steuervorteile lobbyieren. Der Wähler versteht von all dem soviel wie ein Bankkunde von Derivaten, nichts.

Ausverkauf der Schweiz und der USA?

Donnerstag, den 22. November 2007 um 17:01

Wie viele Unternehmen in unserem Land noch schweizerisch genannt werden dürfen, ist unklar. Angeführt von Nestlé, UBS und Credit Suisse nimmt die Zahl jener Schweizer Firmen zu, die in ausländischen Händen sind. Nicht geringer ist die Gefahr auch in den USA, wo grosse Staatsfonds aus Riyadh, Oslo, Singapur, Kuwait, Bejing oder Moskau im Begriff sind, die Macht in wichtigen Firmen zu übernehmen: Advanced Micro Devices, MGM Mirage, Nasdaq, Blackstone und Bear Stearns. Ist es denn denkbar, dass Europa und die USA im Ausverkauf billiger sind? Die stürzenden Börsenkurse sind nur ein weiteres Signal, dass neue Herren vor der Tür stehen, SVP hin oder her.

Oliver Stock entdeckt die Schweiz als „Patient“

Donnerstag, den 22. November 2007 um 16:39

Jetzt kommt es dick: „Der Schweizer Patient“ kommentiert Oliver Stock vom deutschen „Handelsblatt“ die Lage unseres Landes. Die Krise im Finanzsektor könne tiefgreifende Folgen für unsere ganze Wirtschaft haben; vor allem UBS und Swiss Re hätten sich massiv verspekuliert. „Ihren Ruf als untadelige Banker haben die Schweizer verspielt“, schreibt er. Unser Reichtum dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass gravierende Fehler gemacht wurden. Noch einige mehr Drehungen an dieser Schraube und wir haben wirklich ein Problem. Das Schweizer Schiff hat dann mehr als ein Leck; es liegt schief.

England am Boden

Donnerstag, den 22. November 2007 um 15:34

Die Spitzenvereine der Premeir League werden von Ausländern dominiert – auf dem Platz und auf der Bank. In der englischen Nationalmannschaft hat es für sie keinen Platz. An Selbstbewusstsein hat es dem englischen Fussball nie gefehlt. Eigentlich seltsam, denn abgesehen von einem Weltmeistertitel vor 41 Jahren hat das Mutterland des Fussballs wenig zählbares erreicht. Während die einstigen Lehrlinge den Fussball weiterentwicklet haben, hält man am von techischen Kabinettstückchen freien Kraftfussball fest. So auch Steve McLaren, der gestern mit seiner Auswahl in der EM-Qualifikation scheiterte. Die Schweiz hat damit ein Problem weniger: Die englischen Hooligans werden zu Hause bleiben.

Philippe Welti

Wir vergiften unsere Kinder.

Donnerstag, den 22. November 2007 um 15:04

Weil Kinder Aufmerksamkeits-Störungen haben, werden sie mit Ritalin vergiftet; eine Chemikalie, die zwar nicht tödlich ist, deren Langzeitfolgen aber unbekannt sind. Alleine das Wort „Aufmerksamkeits-Störungen“ sollte uns aufmerksam machen. Ist ein Kind denn verpflichtet, seine Aufmerksamkeit einer schlecht ausgebildeten Kindergärtnerin, gestressten Eltern oder einer frustrierten Primarlehrerin zu schenken? Ist das Kind nicht vielmehr vernünftig, wenn es sich dann seiner eigenen inneren Welt zuwendet oder andere Aktivitäten entwickelt, im Sinne der „Vorgesetzten“ unkontrollierbar wird? Menschen müssen das Recht haben, ihre Aufmerksamkeit anderen Dingen und Themen zuzuwenden, als dies offiziell vorgeschrieben ist. Erst dann entsteht die viel verlangte und wenig gebotene Kreativität, die eine Gesellschaft aus der Stagnation führen soll. Mit dem Einsatz erlaubter oder unerlaubter Chemikalien vernichten wir genau den Faktor, den wir am meisten brauchen bei den jungen Menschen, die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Ritalin führt zum Norm-Menschen, das ist schade.

Süsse Geheimnisse.

Donnerstag, den 22. November 2007 um 11:12

Als „Normalo“ macht man sich so seine Gedanken. Erst mit grosser Verzögerung wird bekannt, dass bei der alten UBS noch bis zur Zeit von CEO Peter Studer als Kandidaten für die oberste Führungsebene vorzugsweise nur Katholiken eine Chance hatten. Diese Art gruppenspezifischer Beförderungsriten ist heute mindestens in der Bankenwelt weitgehend abgeschafft, wobei nicht angelsächsische Kandidaten bereits besorgt ihre Befürchtungen äussern, als kontinentaleuropäischer Kandidat habe man heute kaum noch Chancen, ganz nach oben zu kommen, es sei denn, wie bei der heutigen UBS der Fall, als Legitimation für das echt Schweizerische. Wer sich die Beförderungen in der Medienbranche betrachtet, sieht die Hemingway’schen Machos der Nachkriegszeit schon lange aussterben; es sei denn in knabenhaft verschönter Form des Thomas Gottschalk, ein Dorian Grey des Medienspektakels. Dafür tauchen händchenhaltende Damen auf, wie TV-Moderatorin Anke Will, die sich zur Partnerschaft mit einer St. Galler Medienprofessorin bekennt und damit ein Gegengewicht aufbaut zur erkennbaren Dominanz Händchen haltender männlicher Unterhaltungsstars, deren gleitende Eleganz unsere ältlichen TV-Zuschauer offensichtlich begeistert. Vorbei sind die Zeiten, wo sich Schweizer Obristen, Divisionäre und Brigadiers gegenseitig befördern liessen, vorbei die Zeiten, wo man als „Zofingier“ im Fahrstuhl nach oben sass. Im Stile der neuen Eliten lässt sich nur fragen: „Ist das nicht schööön?“

Jürgen Dunsch, ein Freund der Schweiz.

Donnerstag, den 22. November 2007 um 10:39

Die EU hat zur Einigung Europas viel beigetragen und mit dem Euro eine Währung geschaffen, die heute dem US-Dollar paroli bieten kann. Ob die EU auch den Europäern in ihrer Mehrzahl helfen kann, muss umstritten bleiben, da die Armut in den EU-Staaten ein ernsthaftes Problem bleibt. Die EU-Behörden greifen deshalb auch ungeniert auf die Schweiz zu, um Steuern bei uns abzuholen. Jürgen Dunsch, seit einem Jahr Korrespondent der „FAZ“ in der Schweiz, schreibt auf der Titelseite seines Weltblatts im Leitartikel: „Sein (des Steuerstreits) Ausgang wird aber zu einem Prüfstein dafür, welcher Grad an Vielfalt im gemeinsamen Haus Europa möglich ist.“ Wer so schreibt, den nenne ich einen Freund der Schweiz. Dunsch bleibt damit Europäer, aber er versteht unser Land bestens.

 
     
     
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