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Tagesarchiv für 21. November 2007

Krise: Sind wir denn verrückt geworden?

Mittwoch, den 21. November 2007 um 16:57

Die Abhängigkeit der Schweiz von den USA zeigt sich wohl am deutlichsten daran, dass die UBS mit vermuteten Verlusten von über USD 16 Mia., verteilt auf die Jahre 07 und 08, eines der grössten Opfer gebracht hat, um die Spekulationen amerikanischer Finanzhäuser zu finanzieren. Nicht genug damit, als erster internationaler Versicherungskonzern meldet nun die Swiss Re einen Abschreiber über CHF 1,2 Mia. Jacques Aigrain, CEO der Swiss Re, wollte uns alle seit einem guten Jahr davon überzeugen, welch hervorragender Topmanager er ist und weshalb wir seine Aktien kaufen sollten. Jetzt zeigt sich, eine der drei Säulen, die das Bild seiner Firma prägen, hat er selber weggesprengt. Marcel Ospel lässt lieber gar nichts von sich hören, denn rund um den Paradeplatz wird sein Rücktritt verlangt, „lieber heute als morgen“. Ospel hat in den USA die von Peter Wuffli engagierte A-Liga seiner eigenen Händler zur Abwanderung demotiviert, um eine B-Liga an die „subprime front“ zu senden, die dort unterging wie die polnische Kavallerie gegen die Panzer der Deutschen. Wieviele Milliarden hat dies die Schweizer Aktionäre bisher eigentlich gekostet?

Thaci, der Star aus Dietikon/ZH

Mittwoch, den 21. November 2007 um 15:36

Hashim Thaci hat noch keine Glückwünsche aus der Schweiz erhalten. Der einst in Dietikon bei Zürich wohnhafte Student des Völkerrechts an der Universität Zürich wird wahrscheinlich in wenigen Tagen Ministerpräsident des Kosovo, das auch die Schweiz mit erheblichen Finanzmitteln unterstützt hat. Thaci hat den Aufstand der „Befreiungsarmee Kosovo“ angeführt. Die UCK, eine schwache Truppe, übte aus dem Hinterhalt Attentate gegen die im Kosovo ansässigen Serben aus, solange bis diese militärisch zurückschlugen und das Eingreifen der NATO provozierten. Thaci, Aufständischer oder Freiheitskämpfer; dies ist manchmal nur eine Frage des Termins und der richtigen Freunde.

Merke: Die Ausbildung an der Uni Zürich kann so schlecht nicht sein, wenn Beobachter auch berichten, Thaci könne kaum Deutsch sprechen. War seine Frau nicht einmal eine Schweizerin? Die Nachrichten aus dem Balkan sind einfach nicht das Beste.

München und Zürich, Schwesterstädte im Geiste.

Mittwoch, den 21. November 2007 um 13:06

Allmählich ahne ich, wo der Slogan „Wir leben Zürich“ herkommt – aus München. Dort heisst es nämlich „München will geliebt und gelebt werden“. Soweit so gut, aber die Münchner haben einen Zusatz: „…aber nicht erörtert werden.“ Wenn es um grosse Projekte geht, geht in München nichts, wie auch in Zürich kaum etwas zustande kommt, es sei denn eine Sihlcity, ein Retortendorf ohne wirkliches Leben. Deshalb nennen die kritischen Münchner ihre Entscheider „brütend, denkfaul, ignorant“. Solches würden wir unseren Entscheidern in Zürich nie antun, wenn wir auch festzustellen haben, dass in Sachen neues Kongresshaus eher unglücklich-überhastet geplant wurde, am Schauspielhaus alle Fragen offen sind und die Zukunft des Opernhauses nach Pereira in den Sternen steht. Wollen wir wirklich Schlingensief? Erörterungen dieser Art werden in München so wenig wie in Zürich geschätzt; das macht die Alpenluft.

Der Winzer wird Filmstar.

Mittwoch, den 21. November 2007 um 9:18

Man müsste mindestens eine halbe Stunde täglich, am Wochenende mehr, Weinangebote studieren, vergleichen, gegeneinander abwägen, um herauszufinden, was jetzt zu kaufen wäre; vom Trinken ist hier noch gar nicht die Rede. Dazu passt, dass Winzer in den grossen Publikationen jetzt gerne wie Filmstars auftreten. Sie sitzen im grünen Wams, glänzend frisiert, vor ihren speziellen Steinen und kurz geschnittenen Reben, weisen mit dem rechten Arm in die Weite wie es einst die Feldherren taten, und halten in der Rechten ihre Frau (nein, Freundinnen/Partnerinnen sah ich noch keine), die sich leicht zum Helden der Weintraube neigt. Dazu kommen viertelseitige Inserate im Wert von mindestens USD 30 000.- für eine Marke. Allmählich ahne ich, was ich trinke: Eine Weltanschauung.

Merke: Eigentlich wollte ich nur einen guten Roten.

 
     
     
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