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Tagesarchiv für 14. November 2007

Der Bund schützt die Kuschelwölfe.

Mittwoch, den 14. November 2007 um 17:00

Das wegen seiner intellektuellen Sendeleistungen berühmte Schweizer Fernsehen beschäftigt mit Andreas Moser auch einen TV-Biologen, der sagt: “Der Wolf ist nur in den Köpfen (Anm. der Menschen) gefährlich.” Der Kuschelwolf-Koordinator des Bundesamts für Umwelt, Daniel Mettler, gibt immerhin zu: “Wolfsattacken auf Menschen gibt es kaum.” Die den Wölfen im Wallis begegnenden Bauern, deren Schafe im Umfeld der Alphütten im Nebel gerissen werden, sagen: “Es hätte auch unsere Kinder treffen können.” Meines Erachtens ist es nur eine Frage der Zeit, bis Wolfsrudel bis ins Mittelland eindringen und die städtische Bevölkerung diesen Raubtieren direkt begegnet. Ich kann mir vorstellen, dass die staatliche Geldverschwendung (ein Wolfsabschuss kostet Fr. 200 000.-, die man zuvor in das Tier investiert hat), dann ein Ende findet. Vorläufig schnappen die Schutzhunde nur nach den Waden von Mountain-Bikern; bald werden auch Jogger und Wanderer betroffen sein. Eines ist jetzt schon erkennbar: Ein Bern will man ein Ende der kleinen Hobby-Schäfer, denn Geld erhält im Beissfall nur, wer mehr als 200 Schafe hat.

Merke: Eine Demokratie, die Wölfe mehr schützt als Menschen, darf Lupokratie genannt werden.

Staatspersonal bedient sich gerne.

Mittwoch, den 14. November 2007 um 16:20

Vierzehn Rappen billiger pro Liter ist das Benzin für das Staatspersonal im Kanton Baselland. Vom Lehrer bis zum pensionierten Mitarbeiter konsumieren die Staatsangestellten vier Mio. Liter Benzin im Jahr, das der Staat als Grossabnehmer billiger einkauft. Basel lehrt, man kann gleichzeitig grün sein und doch fleissig wie günstig Auto fahren, was die Grünliberalen eigentlich ablehnen. Diese Art der Selbstbedienung habe ich auch in Zürich beobachtet, wo Staatsangestellte Essensgutscheine erhalten. Damit diese nicht verfallen, senden sie ihre Familienmitglieder mit deren Freunden zum Essen in die Innenstadt-Restaurants. Als ich jüngst eine Zürcher Millionärin, deren Mann beim Staat arbeitet, fragte, ob sie dies richtig finde, auf Kosten des Steuerzahlers zu essen, meinte sie trocken: “Sonst verfallen die Gutscheine.”

Merkwürdiges Doppelleben.

Mittwoch, den 14. November 2007 um 15:46

Wer die Fotos des jungen André Gorz mit seiner Frau Dorine sieht, die sich unlängst gemeinsam das Leben genommen haben, wird unweigerlich erinnert an eine ähnliche Aufnahme von Peter und Iris von Roten auf der Titelseite des Buches “Verliebte Feinde”. Beide Männer leptosom und eher zart wirkend, beide Frauen mit einem ausdrucksstarken Kopf und Gesicht und einer zerzausten Frisur. Vielleicht haben die Genforscher doch recht, dass wir kaum selbständig sind in unseren Entscheiden, sondern Konsequenzen unterworfen sind, die wir noch nicht durchblicken. Auch Iris von Roten nahm sich das Leben, als sie, alleine lebend, keinen Sinn mehr darin sah.

Grün sind alle Hüte.

Mittwoch, den 14. November 2007 um 15:39

Es ist grundfalsch, sollten Sie sich mit Ihrem Unternehmen und im persönlichen Umgang mit Angehörigen der gebildeten Kreise nicht als Angehöriger der Grünen Klasse, nicht der Grünen Partei, zu erkennen geben. Als echter Grüner sind Sie grüner als alle Grünen, auch die Liberalgrünen, die den Liberalen grüner sind als den Grünen. Solche gesellschaftspolitische Aufhänger nennt man aktive Public Affairs. Einige Beispiele:

- Grün war man schon in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, als man ein Baumsterben in den Alpen ansagte, das aber von einem Wachstum der Bäume von über neun Prozent abgelöst wurde. Die frühen Grünen leben heute als EU-Bauern in Frankreich.
- Dann kam die Zeit, wo sich jedermann zur Frauenförderung bekannte, was den Frauen wenig Erfolg brachte, aber einigen Managern, die solches verlangten, einen höheren Bekanntheitsgrad.
- Schliesslich sagte man den Krankheiten in der 2. Welt grosszügig den Kampf an, was weder Daniel Vasella noch Bill Gates grössere unternehmerische Erfolge brachte, sich aber medial gut machte.
- Ein Spezialzweig, der Hilfe von Kindern aus aller Welt, führte nicht zu sonderlichen Verbesserungen, jedoch zwischen Frankreich, dem Sudan und dem Tschad zu einem Eclat wegen Kindesentführung.

Derlei unternehmerische oder private Verpflichtungen sind kurzlebig; sie passen sich dem Geist der Zeit rascher an als Erfolge nachzuweisen sind.

Reich zu werden ist ganz einfach.

Mittwoch, den 14. November 2007 um 14:40

Gut lesen und auswendig lernen, denn mit dem bevorstehenden Absinken der Konjunktur in den Binnenmärkten müssen neue Erwerbsfelder erschlossen werden. Wie wird man reich? Man kaufe ein Unternehmen, das Fr. 10 Mio wert ist, zahle 30% aus eigener Tasche und leihe sich 70% von der Bank. Innerhalb von 3-4 Jahren reorganisiere man den Laden, rationalisiere man die Produktion, entwickle neue Aktivitäten und verwende die Profite teilweise oder ganz dazu, den aufgenommenen Kredit zu bedienen. Dann verkaufe man das Unternehmen zum Wert von CHF 20 Mio. (oder mehr) an jemand, der das Spiel von neuem beginne. Sind die Kredite abbezahlt, bleiben ihnen mindestens CHF 13,5 Mio. Bezogen auf die eingesetzten Eigenmittel von 30% macht das in vier Jahren einen Profit von mindestens 300%. Damit kommen Sie auch künftig über die Runden.

Reich, arm oder doch reich?

Mittwoch, den 14. November 2007 um 14:05

Natürlich haben wir eine Million ärmere Menschen im Land. Jedoch, in der nur drei Autostunden entfernten deutschen Stadt Offenbach bei Frankfurt kann mehr als jeder fünfte seine Schulden nicht mehr begleichen; derlei sollten wir uns einmal genauer betrachten. In Deutschland sind derzeit 7,3 Mio. Einwohner überschuldet; das entspricht ziemlich genau der Zahl der Einwohner unseres Landes.

Intellektuelle sterben aus – Journalisten gewinnen.

Mittwoch, den 14. November 2007 um 11:21

Schweizer A-Intellektuelle weigern sich, an “grossen Diskussionen” teilzunehmen, lässt der “Tagi” schreiben. Einige B-Intellektuelle melden sich darauf und klagen, sie kämen nicht zu Wort, wobei deutlich wird: Es sind Überlebende aus der politisch linken Ecke, die auf das Absterben des Kapitalismus warten. Die A-Intellektuellen, meist Professoren, aber auch bekannte Schriftsteller, sind derart von den Töpfen des Staates abhängig, dass sie gar kein Interesse daran haben können, diesen in Frage zu stellen. Wer möchte schon auf Einladungen verzichten oder nicht mehr ins Ausland als Vertreter der Schweiz eingeladen werden? Daher melden sich die Journalisten zu Wort, welche die Marktlücke längst entdeckt haben. Frank A. Meyer von Ringier war ein früher Fall des Starjournalisten, der sich heute nur noch als Intellektueller geriert. Roger de Weck (ex Tagi, ex Die Zeit) spielt auf dem gleichen Klavier. Überraschende Erfolge erzielt das Paar Roger Köppel und Peter Hartmeier, das sich auf TeleZüri, moderiert von Markus Gilli, rhetorische Zweikämpfe zur Innenpolitik liefert; die Zuschauer mögen derlei. Diese Entwicklung beschränkt sich nicht auf die Schweiz. Soeben wurden in Frankreich die bedeutendsten Literaturpreise verliehen. Deren Empfänger waren nicht Schriftsteller, sondern Journalisten.

Merke: Die Frage, wo Europas Geist weht, sollte wieder einmal aufgearbeitet werden.

Blair, ein wirklich süsser Kerl.

Mittwoch, den 14. November 2007 um 10:33

Tony Blair wird wohl in dieser Woche Katholik, was den starken Einfluss seiner Frau unterstreicht. Der Papst hat seinen Segen mit einer vorgezogenen Privatkommunion schon gegeben. Auch sonst ist der brillante Schauspieler von der Insel sehr erfolgreich. Als er kürzlich in Südchina für USD 500 000 einen 20minütigen Vortrag gab, worin er praktisch nichts sagte, meinten die Teilnehmer: “But, he was sweet”. Jetzt wird ihn der Londoner Kardinal Cormack Murphy taufen; von einer Beichte hat noch niemand gesprochen.

Königin Silvia B. zwischen Bern und Burg

Mittwoch, den 14. November 2007 um 9:00

Wenn die Gattin unseres Jahrhundertpolitikers, Pfarrersohns und Chemiemilliardärs, ex-Lehrerin Silvia B., heute die Bundeshauptstadt besucht, findet sie dort nur Drogen, Schmutz und Chaos vor. Einigermassen indigniert zieht sie dann ihren durchaus sehenswerten Kopf nach links oben hoch, um festzustellen: “Mich überkommt die unbändige Lust, den nächsten Zug nach Hause zu nehmen.” Derlei darf ihr, der hohen Magistratsgattin, nachgesehen werden, lebt sie doch entweder hoch über dem Zürisee inmitten eines durch hohe Mauern geschützten Parks, wo kein feindliches Flugblatt geduldet wird, oder gleich ganz auf Burg Rhäzüns, die in ihrer Geschichte noch nie eingenommen wurde, weder von wilden Franzosen noch wildem Bauernvolk. Beschützt von den Heiligenbildern Ankers und Hodlers, lebt sie dort den Traum der reinen Schweiz. Bern, die Bundeshauptstadt der Schweiz, ist wirklich fürs Volk.

 
     
     
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