Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 13. November 2007

Benedikt Weibel und die Euro 08.

Dienstag, den 13. November 2007 um 17:14

Der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel ist eine schwächere, aber doch vergleichbare Mutante von Dölf Ogi, dem eine höhere geistige Beweglichkeit zugesprochen werden darf. Während es Ogi bis zum Bundesrat schaffte, um dann die höheren UNO-Weihen zu erhalten, muss Benedikt Weibel nun den “Mr Euro 08″ spielen, was sein Temperament nicht richtig herausfordert. Die heute mangelnde Begeisterung an dem bevorstehenden Fussballfest ist eigentlich ein Kompliment an die Deutschschweizer, die derlei eher mit Zurückhaltung aufnehmen. Fussball ist ein Fest der Massen, nicht ein Fest der Persönlichkeit. Die Fussballgrössen, siehe Sepp Blatter oder Köbi Kuhn, lassen sich wie Könige von einem Volk feiern, mindestens aber von dessen Massenmedien, während die Edelmedien eher Distanz halten; solches beklagt gerade Sepp Blatter, der meint, man verweigere ihm den nötigen Respekt. Die Schweizer Bevölkerung ist jedoch kein Massenpublikum. Wir sind daher auf Engländer, Holländer und Deutsche angewiesen, damit Stimmung aufkommt. Eigentlich ist uns das Gekicke dieser Gladiatoren vor dem EU-Volk ziemlich gleichgültig, das spricht für die Schweiz.

Bischofsgeschichten

Dienstag, den 13. November 2007 um 16:12

Während Bischof Haas aus dem fernen Liechtenstein weiterhin die Homosexualität als zu wenig fruchtbar verdammt, muss auch Kollege Koch aus Solothurn Wunden lecken. Er will in Sachen Sabo nicht vor das Bundesgericht gehen, weil dies nur Kosten für die Gläubigen und ihm eine weitere Niederlage bescheren würde. Während der Erzbischof von Bamberg, dem Sabo unterstellt ist, weiterhin schweigt, hat er seinen Generalvikar vorgeschickt, um ihn nach Bamberg zurückzurufen, Derlei feines Gespinst wird von den Röschenzern unterlaufen, die auf ihren Pfarrer nicht verzichten wollen; man kann sich vorstellen, welches Sedativum an seine Stelle beordert würde. Derweil bieten sie Bischof Kurt Koch Versöhnungsgespräche an, die aber vom Kirchenratspräsidenten abgelehnt werden, weil “auch die spöttischen Äusserungen gegenüber dem Landeskirchenrat ein schlechtes Bild aus Röschenz abgeben.” Merke: Die katholische Kirche verlangt Gehorsam und Ordnung nach römischem Recht. Liebe und Frieden gewährt sie dann gerne, aber Unterwerfung und andere Strafen müssen zuerst sein.

Der Kampf um Kloten ist bitter.

Dienstag, den 13. November 2007 um 11:40

Noch nie hat sich ein Ausländer so intensiv in einen Schweizer Abstimmungskampf eingeschaltet, wie der deutsche Swiss-Chef Christoph Franz. Allen Parteien ist dies gleichgültig, sogar der SVP, die ihn vor zehn Jahren noch als “Schwarzes Schaf” in solchen Fällen des Landes verwiesen hätte. Der Kampf um die Zukunft des Flughafens Kloten wird mit harten Bandagen geführt. Franz: “Am Ende ist es nicht die Zürcher Bevölkerung, sondern der Bund, der entscheidet.” Regierungsrätin Rita Fuhrer bezeichnet ein Ja des demokratischen Zürcher Volks als “worst case”. Immerhin stellt Franz fest, was gut ist für die Swiss ist gut für die Schweiz. Zur Verteidigung seiner Haltung betont er: “Auch Nestlé und UBS sind mehrheitlich in ausländischem Besitz.”

Merke: Wer seine Schätze verkauft, muss sich nicht wundern, wenn die neuen Besitzer ihre Rechte auch anmelden.

Hat Roger Köppel ein Frauen-Handicap?

Dienstag, den 13. November 2007 um 10:49

Weil Männer herzlich eingeladen sind, bei einem Abonnement der “Weltwoche” im Glücksfall nach Las Vegas zum Golfen zu fliegen, Roger Köppel aber die Einladung von Frauen vergessen hat, lässt sich fragen “Hat er einen Frauen-Handicap?” Darauf verweist auch eine andere Aussage von ihm: “Wie die Linke generell sind auch Frauen durchaus geübt darin, Geld auszugeben, das andere zuvor verdient haben. Viele Frauen arbeiten beim Staat oder werden von ihren Männern ausgehalten.” Das sind Töne, die an Köppels Hausfreund Dr. Christoph Blocher erinnern, der ungeniert bekennt, er kenne keine Mitarbeiter, sondern nur Untergebene. Kein Wunder, dass Köppel Ehrengast ist bei Rüedel Steigrads berühmtem Männer-Hock, wo Frauen nicht zugelassen sind. Hermann Hesse schrieb vor 70 Jahren aus dem Tessin, wir würden uns wieder zurück ins Mittelalter bewegen. Manchmal glaube ich, er hatte recht.

Peter Steiner und Christian Seiler, zwei Familienunternehmer.

Dienstag, den 13. November 2007 um 10:02

Immobilienaktien sind keine Renner an Europas Börsen, auch in der Schweiz nicht, wo der Zürcher Unternehmer Peter Steiner mit seiner Holding an die Börse gehen wollte. Die Zeit wäre nicht schlecht gewesen für einen der grössten Immobilien- und Baukonzerne der Schweiz: die Baukonjunktur auf dem Höhepunkt, ein mittlerer Einbruch bevorstehend, aber volle Auftragsbücher noch für den Übergang. Es reichte nicht mehr; man hätte dies vor zwei Jahren tun sollen. Peter Steiner hat die Firma von seinem legendären Vater geerbt, der vor 50 Jahren sehr viel Geld machte. Seit Monaten häufen sich Gerüchte über Zahlungsschwierigkeiten. Ganz offensichtlich ist es das mittlere Management, das nicht jene Leistung erbringt, wie man es an der Börse erwartet; der Konzern muss erst auf Touren gebracht werden. Die Banken fürchten heute Klagen mehr denn je.

Nicht unähnlich das Schicksal des Zermatter Hoteliers Christian Seiler, aus jener berühmten Familie stammend, die vor 150 Jahren die Seiler Hotels am Fusse des Matterhorns gründete; aus ihr gingen ein Nationalrat und Bankiers hervor. Heute gehören die Seiler Hotels zu 80% der Jelmoli-Gruppe und damit einem deutschen Unternehmer aus der Familie von Opel, die ihr Geld damit verdiente, die gleichnamige Autofirma an GM zu verkaufen. Christian Seiler, eigentlich Anwalt in Genf, übernahm mit seinem Cousin Roberto die Führung der Hotels, musste dann aber Zug um Zug Anteile abgeben. Die berühmte Riffelalp, einst ein Bijou der Familie, ist heute im Besitz der Sandoz-Stiftung, die eine erhebliche Beteiligung an Novartis hält. Merke: Wir Schweizer sinken wieder auf den Status von Hoteldirektoren zurück, wie ich schon lange schreibe. Die Sawiris und andere ausländische Kapitalgeber sind die Herren der Hotels. Unseren Bossen fehlt das glückliche Händchen.

Bischof Kurt Koch will ein Sondergericht.

Dienstag, den 13. November 2007 um 9:19

Der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz, Kurt Koch, will den Entscheid der Schweizer Gerichte gegen ihn nicht anerkennen. Er fordert vielmehr die Autonomie kirchlicher Sondergerichte; diese sind ebenso unsinnig wie militärische Sondergerichte, dienen beide doch nur dazu, die jeweilige Autorität zu stärken und zu verteidigen. Ohnehin hat die katholische Kirche Erfahrung mit Sondergerichten jeglicher Art; die schlimmsten waren wohl diejenigen der Heiligen Inquisition, wo man zehntausende von Menschen bestialisch folterte und dann meist grausam tötete. Ich finde es daher gut, wenn derart mittelalterliche Menschenführer wie Bischof Kurt Koch unter staatlicher Aufsicht stehen; ihrer Willkür wären sonst keine Grenzen gesetzt.
Dass es im Vatikan auch anders geht, zeigt die neue Ausgabe des “Calendario Romano”, wo der Vatikan mit schönen Priestern für seine Aufgabe wirbt. Ich finde dies eine nützliche Ergänzung des legendären Pirelli-Kalenders, der auch aus Italien kommt. Was Schweizer Bauernmädchen erlaubt ist, soll katholischen Priestern nicht verboten sein. Armer Kurt Koch, die Kirche schwankt.

Hand am Kinn, Kopf gestützt, heisst Achtung!

Dienstag, den 13. November 2007 um 8:13

Manche Menschen sind von derart hoher Intelligenz, dass der Kopf gerne auf die Brust sinkt, was nicht mit drohendem Schlaf verwechselt werden darf. Ein solches gutes Beispiel gab immer schon Hugo Bütler, einst Chefredaktor der “Neue Zürcher Zeitung”, von dem heute ohne Widerspruch behauptet werden darf, er habe alle wesentlichen Entscheide, die dem Verlag hätten nützen können, verschlafen. Jetzt zeigt sich eine andere bedeutende Persönlichkeit unseres Landes gerne in gleicher Haltung: Botschafter Johannes Matyassy, Chef von “Präsenz Schweiz” und Vorsitzender der kantonalbernischen FDP, die auch lieber auf ihn verzichten würde. Matyassy, noch im Amt, hat Glück. Wenn Christoph Blocher seinen Rücktritt verlangt, stellt sich Micheline Calmy-Rey dagegen. Merke. So überlebt man lange.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog