Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 12. November 2007

Wo steht der „Tagi“ politisch? Das Rätsel ist gelöst.

Montag, den 12. November 2007 um 17:27

Res Strehle, einst der politischen Linken unseres Landes zugehöriger stv. Chefredaktor des Zürcher „Tages-Anzeiger“, gab dieser Tage kund: „Der Tagesanzeiger hat von seiner Geschichte her eine klare Position: ökosozial, für die Umwelt, für die Benachteiligten. Das entspricht auch meiner Haltung.“ Hiermit ist das Rätsel gelöst, wohin der „Tagi“ tendiert: weiterhin nach links. Dennoch, weil auch Linke gerne schnell Auto fahren, für Formel 1-Rennen in der Schweiz könne er sich einen befürwortenden Kommentar vorstellen. Von daher wird verständlich, dass der „Tagi“ in letzter Zeit zwar spannender und oft besser als die „NZZ“ geworden ist, jedoch der Wirtschaftsteil sich nur zögerlich entwickelt, offensichtlich wegen obiger Vorbehalte. Wie zynisch Strehle sein eigenen Medium sieht, wird an der Bemerkung deutlich; „Tageszeitungen werden weiter auf Papier existieren, weil sie sich zu gut eignen, um Salatköpfe einzupacken.“

Vaterland, denk ich dann Dich – im Kanton Zürich.

Montag, den 12. November 2007 um 14:09

Die gleichen vaterländischen Kräfte, die der SVP am 21. Oktober 2007 einen historischen Sieg bescherten, der in tausend Jahren sicher auf der gleichen Stufe stehen wird, wie dies dem 1. August heute fälschlicherweise beschieden ist, haben den vaterländischen SVP-Nationalrat Dr. Ulrich Schlüer nicht mehr wählen wollen. Dies ist seinen Kumpanen Dr. Christoph mult. Blocher und Mörgeli äusserst peinlich, meinen sie doch, ein „freiwilliger“ Rücktritt Schlüers könne Ueli Maurer in Zürich zum Ständeratssitz verhelfen. Schlüer, einer der wahrhaftigsten Eidgenossen im Kampf gegen Ausländer und Kriminelle, wehrt sich gegen dieses Ansinnen, weil er allein als Chefredaktor der „Schweizerzeit“ dann kein Auskommen mehr hätte und wohl kaum Aussicht hat, als Chefredaktor der „Weltwoche“ gewählt zu werden, es sei denn Roger Köppel ziehe sich auf die Rolle des Verlegers zurück.

Leuenberger zwischen Tiefensee und Ledergerber.

Montag, den 12. November 2007 um 12:04

Unser feingeistiger Bundesrat Moritz Leuenberger begibt sich nur dann in den Schmutz des Alltäglichen, wenn er dabei keine nassen Füsse bekommt und mit urbaner Eleganz auftreten darf. Natürlich stagnieren deshalb die Gespräche zwischen Bern und Berlin in Sachen Flughafen Zürich. Wie man den deutschen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee auf die Knie zwingt, haben nun die Pfälzer vorgemacht, zu deren Stamm auch ich mich zähle. Als Tiefensee den Russen verbieten wollte, auf dem Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz zu landen, dies als Gegenzug gegen die kurzfristigen Überflugverbote für Lufthansa Cargo-Maschinen, lief die Pfälzer Regierung Sturm, die einen ernsthaften regionalen Wirtschaftseinbruch befürchtete. Tiefensee machte seinen Entscheid rückgängig. Wollen wir die Deutschen in Kloten auf die Knie zwingen, müssen wir ihnen Schweizer Rechte verweigern. Dieser Meinung ist auch der Zürcher Stapi Elmar Ledergerber. Deshalb: Lasst Blocher Verkehrsminister werden; er wird es seinen schwäbischen Vorfahren schon zeigen.

Erinnern Sie sich an den 1. September 1983?

Montag, den 12. November 2007 um 11:08

Im kommenden Jahr sind es 25 Jahre, seit Bundesrat Alphons Egli bei einer Waldbegehung das Waldsterben proklamierte. Ringier und andere Qualitätsverlage stürzten sich auf diese Information und machten die Menschheit verrückt. Umsonst, denn seither sind unsere Wälder gewachsen wie selten zuvor. Die dünnen Baumkronen betreffen nur 0,4% aller Bäume. Diese Art von Alarmitis betraf die Vogelgrippe, den Borkenkäfer und das CO2-Problem. Ich stelle fest, dass die Klimaerwärmung der Schweiz vorerst einmal dienlich ist. Aus dieser Sicht sollten wir die Ansprüche der Grünen massiv zurückschrauben. Mag sein, dass die bürgerlichen Politiker, einschl. SP, mehr verbrauchen, als sie neu an Werten zu generieren vermögen. Die Grünen und Grünliberalen lärmen, fahren Töff und Ski wie eh und je. Sie zu wählen, ist sicher ein weiterer Irrtum.

Heikles steht an: Der Vernichtungskampf der Verleger.

Montag, den 12. November 2007 um 9:47

Freuen dürfen sich die Sender der SRG, die Zeitungen von Migros und Coop sowie Roger Köppel, denn sie befinden sich in sicheren finanziellen Händen. Sonst aber sieht es in der Schweizer Medienlandschaft nach Sturm aus. Martin Kall, der CEO von tamedia, den viele lieber in München gesehen hätten, hebt an, nach der Uebernahme der Espace Media-Gruppe, auch nach Basel vorzurücken, wo seitens eines wenig handlungsfähigen Verlegers den Umarmungen aus Zürich wenig entgegen gesetzt wird. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Hagemanns Bastion am Rheinknie fällt. Wem dies gar nicht gefällt, ist der Aargauer Verleger Peter Wanner, der in einer Reihe mittelgrosser Städte und sonst auf dem Land eine Mediengruppe aufgebaut hat, die der steten Festigung bedarf. Weil aber im Aargau die Gesetze des Kapitalismus ebenso gelten wie in Zürich und Basel, kann Wanner ohne starken Verbündeten auf Dauer nicht überleben. Kall, ganz Feldherr, richtet nun das Sturmgeschütz einer neuen Gratiszeitung auf die Mauern der AZ-Mediengruppe. Alleine schon die Abwehr wird Millionen kosten. Grosse Unbekannte in diesem Spiel ist die NZZ-Gruppe, die Wanner den Einstieg bei der „LNN“ mit seiner eigenen Sonntagszeitung verwehrt hat. Aber auch der „NZZ“ will es nicht gelingen, die in den letzten Jahren wild zugekauften Regionalzeitungen auf einen vernünftigen Nenner zu bringen. Das mag in der Hochkonjunktur gehen, nicht aber in der nächsten Rezession, die nicht sehr weit entfernt sein dürfte. Die Lausanner Edipress-Gruppe, viele Jahre nur auslandorientiert, ist fast handlungsunfähig und kämpft um die Zukunft ihrer Schweizer Tages- und Gratiszeitung „Le Matin“ und „Matin bleu“ – gegen tamedia. Ringier rüstet – endlich – seine eigenen Schweizer Medien auf, bei „Blick“ und „SoBli“ mit einigem Erfolg, aber der braucht Zeit. Die Verleger der Bergregionen von Chur bis nach Sion haben sich derzeit eingeigelt und suchen Optimierungen. Es herrscht ein Stellungskrieg, der nur von tamedia unterlaufen wird; gerät auch die NZZ-Gruppe einmal in Bewegung, wird dies eine weitere Konzentrationswelle zur Folge haben. Die Axel Springer (Schweiz) AG, immerhin drittgrösster Verlag im Binnenmarkt der Schweiz, hat unter Führung von Ralph Büchi bereits ein kleines Imperium zusammen gekauft, dessen Ausbau auf der Agenda steht. Merke: Neue Kampfhandlungen stehen vor der Tür, die bei abnehmender Konjunktur rascher als erwartet eintreten können.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog