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Monatsarchiv für November 2007

Der Absturz der Solo-Selbständigen.

Freitag, den 30. November 2007 um 17:24

Viele Ex-Manager, manchmal auch Unternehmer, flüchtigen nach ihrer letzten Entlassung in die Scheinselbständigkeit. Diese Solo-Selbständigen, meist ohne Mitarbeiter, stürzen jetzt in Deutschland ab. Von über vier Millionen verdeckt Arbeitslosen haben fast 40% monatlich maximal 1100 Euro „Honorar“ verdient; natürlich haben sie nichts in die Altersrente einbezahlt. Besonders betroffen, dies sei eine Warnung für uns, sind Werbe- und PR-Berater, Medienberater und Journalisten sowie Architekten. Wenn ich sehe, wie viele solcher Beziehungsdelikte sich auch bei uns abspielen, wundert es mich nicht, wenn die Ergebnisse derart schlecht sind. Das ist verdeckte Arbeitslosigkeit ohne messbare Performance. Bald haben wir einen weiteren solchen Fall auch bei uns: Ueli Maurer, von den Zürchern nicht gewählter Ständerats-Kandidat, will ab Sommer 08 ebenfalls PR-Berater werden. Ich hoffe sehr, Dr. Christoph Blocher habe genügend Mandate für ihn.

Wie HP das Vertrauen der Kunden verspielt

Freitag, den 30. November 2007 um 16:44

Der Kunde will gepflegt werden – auch wenn er einen PC für „bloss“ 1700 Franken gekauft hat. Offenbar klappt das bei HP, dem Marktleader unter den PC-Verkäufern in der Schweiz, noch nicht so ganz. Die ersten Schwierigkeiten mit meinem HP-PC, Modell Pavillion 7770, den ich im Internet bestellte, tauchten drei Monate nach dem Kauf auf – im August 2007. Sie waren der Beginn einer Odyssee.
Was ich mich seither frage: Was nützt mir ein telefonischer Support, den HP heute für die Schweiz nach Deutschland ausgelagert hat, wenn dieser nur gerade bis 18 Uhr angeboten wird? Ich komme erst eine halbe Stunde später nach Hause.
Und wenn man mir schon ein neues Betriebssystem auf CDs zuschickt, wäre es ganz gut, wenn diese zuerst geprüft würden. Die CDs für die Neuinstallation von Windows Vista aus Deutschland, auf die ich 14 Tage warten musste, waren defekt.
Schliesslich konnte ich HP überzeugen, dass der PC in die Reparatur geschickt wird. Als er zurück kommt, funktioniert er immer noch nicht, der Bildschirm bleibt schwarz. Also geht der PC zurück in die Reparaturwerkstatt. Zwei Tage später erreicht mich ein Anruf, mein Computer funktioniere einwandfrei. Es müsse am Bildschirm liegen. Um die ganze Sache zu beschleunigen, fahre ich mit meinem Bildschirm nach Urdorf zur Firma Panatronic. Dort werde ich Zeuge, wie mein Bildschirm an einem Laptop angehängt wird – und funktioniert. Ich bestehe darauf, dass er auch noch an meinen PC angeschlossen wird. Resultat: Der Screen bleibt dunkel, nichts geht. Liegt es vielleicht doch nicht am Bildschirm? Der Techniker öffnet meinen PC und stellt fest: Ein Stecker ist nicht richtig eingesteckt. Und das Betriebssystem muss noch einmal neu aufgesetzt werden. Den PC mit dem Bildschirm schickt man mir nun wieder per Post zu. Freuen wir uns nicht zu früh.
Wieder einmal kommt mein PC per Post zurück. Diesmal läuft er. Und das hat er immerhin fast zwei Wochen getan. Bis gestern, genau genommen. Als ich die Maschine starte, erscheint ein blauer Screen, der mich vor einem gravierenden Problem warnt. Nach dem, was ich bisher mit HP erlebt habe, bin ich nicht mehr erstaunt.
Eigentlich müsste ich HP bereits heute eine Rechnung für meinen Aufwand schicken. Insgesamt habe ich bestimmt zwei Tage aufgewendet, um bei HP zu meinem Recht als Konsument zu kommen. Das Unglaubliche dabei: Man kam mir nicht freiwillig und unkompliziert entgegen. Kulanz scheint ein Fremdwort zu sein. Man hat mich einfach nicht ernst genommen. Erst als ich mich direkt an Herrn Beat Welte, Leiter Public Affairs bei HP, wandte, kam Bewegung in die Sache. Der Mann war freundlich und versprach mir, sich um meinen Fall zu kümmern, sollte ich weiterhin Schwierigkeiten haben. Das war vor zwei Wochen.
Meine Garantie läuft noch bis Februar 2008. Ob mein PC je einmal einwandfrei funktionieren wird, bezweifle ich langsam. Was ich aber heute schon weiss: Mein nächster PC wird kein HP sein.

Philippe Welti

Seldwyla in Kloten.

Freitag, den 30. November 2007 um 16:32

Christoph Franz, der CEO der Swiss, ist ein kluger Junge. Er hat es geschafft, uns die Swiss zum Schnäppchenpreis abzuluchsen, weil unser Zürich-Berner Establishment zu wenig Fähigkeiten und deshalb zu wenig Selbstvertrauen hatte. Er hat die Swiss dann zu einer europäisch erfolgreichen Linienfluggesellschaft gemacht, was wir Moritz Suter nicht mehr zutrauen und – dies vor allem – nicht mehr finanzieren wollten. Er hat auch eine Schweizer Volksabstimmung gewonnen, wo es darum ging, den Zürcher Flughafen zu beruhigen, damit die Menschen in seinem Umfeld besser schlafen können. Jetzt bleibt uns der Lärm und der begabte Christoph Franz steht auf der Treppenstufe in den Lufthansa-Vorstand hinein und vielleicht bald einmal ganz an der Spitze dieses Hochleistungs-Carriers. Wir sind geblieben, was wir immer waren: Seldwyla. „Unsere Swiss fliegt wieder“, sagen die stolzen, aber verblendeten Einwohner dieses Keller’schen Dörfchens. Sie haben noch nicht gemerkt, dass sie den Siegern zujubeln.

Schlechte Nachricht für „.ch“, „heute“ etc.

Freitag, den 30. November 2007 um 15:15

Michael Haller, für Profis ist der Name nicht erklärungsbedürftig, hat soeben eine Studie über die Zukunft der Gratiszeitungen vorgelegt. Darin meint er, in zehn Jahren sei es mit ihnen wieder vorbei; sie gingen dann ins Internet oder würden zu einer echten Tageszeitung ausgebaut. Das sind schlechte Nachrichten für „.ch“ und „heute“, Zürcher Gratisanzeiger, die noch Jahre im Defizit sein dürften. Kaum verdienen sie Geld, soll es mit ihnen wieder vorbei sein. Haller meint auch, wenn seriöse Tageszeitungen Leser verlieren würden, sei dies hausgemacht, durch richtigen Journalismus könne man dies vermeiden.

Hans-Dieter Vontobel und der Lärm.

Freitag, den 30. November 2007 um 13:37

Die Vontobel-Stiftung bringt seit Jahren ausgezeichnete Broschüren hervor, die stets als kompetente Quelle genutzt werden können. Jetzt hat Hans-Dieter Vontobel eine solche Publikation zum Thema „Lärm“ vorgelegt. Jeder Gegner des vom Zürcher Flughafen ausgehenden Lärms wird in der Stiftungsbroschüre die richtige Antwort finden. Im Kapitel „Lärm und Macht“ heisst es: „Denn Lärm ist immer mit Macht verbunden – wenn jemand ungestraft Lärm machen darf, hat er Macht über die anderen. Diese Macht geht so weit, dass die Geräusche des Mächtigen nicht als Lärm wahrgenommen werden.“ Wie wahr: Die Deutschen haben uns ein Lärmdiktat auferlegt, das unsere kantonale Regierung zum Gesetzesbruch und zur Teilenteignung ihrer Untertanen veranlasst hat. Die beiden grössten Fluggesellschaften in Kloten sind fest in deutscher Hand. Bundesrat Dr. Moritz Leuenberger, bei dem man nie weiss, ob er nicht kann oder nicht will, beugt sich dem Lärmdiktat der Deutschen, weil sein undankbares eigenes Volk seinen magistralen Kompromissvorschlag abgelehnt hat. Hans-Dieter Vontobel, der bekanntlich ein sehr religiöser Mensch ist, lässt uns aufklären: Auch in der demokratischen Schweiz ist gegen Macht kein Kraut gewachsen.

Condi, my husb….

Freitag, den 30. November 2007 um 12:02

Die US-Aussenministerin, welche zugegebermassen noch nie ein Buch über arabische Geschichte gelesen hat, die aber in einem legendären Bush-Versprecher vom amtierenden US-Präsidenten als „my husb….“ bezeichnet wurde, will in Annapolis endlich Zeichen setzen. Warten wir es ab: „Madame Secretary“, wie sie bezeichnet wird, wirkt seit einiger Zeit mehr als „secretary“ denn als „Madame“. Angetreten ist sie als eine der klügsten lebenden Frauen; wenig ist davon übriggeblieben. Die Araber und die Israeli stehen ihr eisig gegenüber; wer hätte anderes erwartet?

Berner Flughafenchef übt Kunst der Rede.

Freitag, den 30. November 2007 um 10:05

Weil auf dem Flughafen Bern-Belpmoos im kommenden Sommer grössere Flugzeuge landen werden (Boeings 737-500), kommt Flughafen-Chef CharlesRiesen in Erklärungsnotstand. Während des Abstimmungskampfes zur Flughafenerweiterung hatte Charles Riesen noch versichert, es gäbe keine grösseren Flugzeuge. Jetzt redet er sich heraus, er habe nicht die exakt gleichen Masse, sondern bloss gleiche Kategorien gemeint. Auf die Äusserungen von Flughafenchefs ist im allgemeinen ohnehin wenig Verlass. Es wäre nützlich, wenn in Zürich-Kloten Thomas Kern im Geiste der Offenheit und Klarheit antreten würde. Da jedoch Andreas Schmid sein Freund wie Vorgesetzter ist, der als „tricky Andy“ gerne zitiert wird, müssen wir uns überraschen lassen. Alleine in Basel in Genf herrscht trotz Belastungen ein gutes Klima im Umfeld der Flughäfen.

Keine guten Signale aus Frankreich.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 17:30

„Wir leben in einer Demokratie. Rache gibt es nicht.“ sagte Frankreichs Premier François Fillon, als die nordafrikanischen Jugendlichen seine Polizisten angriffen und sogar mit Schrotflinten beschossen. Damit gab er immerhin zu, dass seine Polizei Jugendliche auf die Kühlerhaube nimmt und das Risiko von deren Tod auf sich nimmt, wie gerade geschehen. Aber stimmt Fillons Satz:
– Teil 1: Wir leben in einer Demokratie.
Die in Frankreich lebenden Ausländer erleben „la grande France“ mit Sicherheit nicht als Demokratie.
– Teil 2: Rache gibt es nicht.
Mein ist die Rache, sagt Gott. Wenn der Staat seine Bürger nicht verteidigt, muss man sich nicht wundern, wenn sie ihre Gegenwehr privatisieren.

Sarko selber verlangt nur Ruhe. Kein Wunder, vor der Scheidung, chinesische Studentinnen umarmend, das ist das wahre Politikerleben. Der neue deutsche Arbeitsminister Olaf Scholz sagte bei Amtsantritt: „Es geht auch um die Menschen ganz unten.“ Auch, das Auch ist wichtig.

Grossbanken-PR auf dem Tiefpunkt.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 17:30

Seit Wochen können wir hören, die von der „subprime crisis“ befallenen Banken müssten nun einmal offen legen, welche Risiken sie in den Büchern haben. Unterdessen pumpen die Nationalbanken Milliarden Euro, Franken und US-Dollars in die Finanzmärkte, um weitere Zusammenbrüche zu vermeiden. Diese Staatshilfe für Spekulanten, die nur ihre Boni im Kopf hatten, aber nicht die „bad side“ der Medaille, wird sich in einer Konsumenten-Inflation äussern, deren Umfang wir auch nur ahnen können; in den EU-Staaten dreht die Inflationsspirale bereits nach oben.
Unsere beiden Grossbanken, die bis jetzt meistbetroffenen im Land, denken aber nicht daran, sich zu äussern. Walter Kielholz und Marcel Ospel haben sich eingebunkert und lassen irgendwelche unbekannte Sprecher Phrasen über Risiken ablassen, die nicht weiter helfen. Die PR der Grossbanken haben einen Tiefpunkt erreicht. Die meisten Bankkunden in der Schweiz wollen weder eine Alinghi sponsern noch Fussballspiele oder Jazzkonzerte. Sie wollen, als Kunden und Aktionäre, wissen, wie es um die Sicherheit ihrer Anlagen und ihrer Bankaktien bestellt ist. Die Zürcher Bahnhofstrasse schweigt dazu; das ist doch kein Verhalten. Unterdessen drohen massive Steuerverluste in den Städten und Kantonen. Es ist die Rede davon, dass die Schweiz über einen unabhängigen Finanzminister verfügt, der einmal Stellung beziehen könnte. Er hat es noch nicht getan, das zeigt seine Bedeutung. Wie die Welt wirklich ist und welche Preise verlangt werden, zeigen die Araber
aus Abu Dhabi: Sie verlangen für ihre Milliardensicherung elf Prozent Zins. Die Citibank hat dies umgehend zugesichert. Und unsere? Martin Wolf, der Chefökonom der FTI, hat es auf den Nenner gebracht: „Banken sind staatlich geschützte Institutionen, die übertriebene Gewinne machen auf einer zu kleinen Kapitalbasis.“ Wem sonst wäre dies erlaubt?

Blocher-Tochter gewinnt Basler für sich.

Donnerstag, den 29. November 2007 um 17:30

Ihre erste grosse Rede vor der guten Basler Gesellschaft absolvierte Magdalena Martullo-Blocher, Tochter des einschlägig bekannten Bundesrats, mit Bravour. Vor 130 Baslerinnen und Baslern aus Politik und Wirtschaft, in Anwesenheit von Regierungsrat Dr. Ralph Lewin, sprach sie über den Chemiestandort Schweiz aus Sicht der Ems Chemie. Martullo kann im terperamentvollen Auftritt und wie scharfen Ausdruck ihre Herkunft nicht verleugnen. Sie gewann die Herzen der Basler, die sich mit reichem Beifall bedankten, im Sturm, nicht zuletzt, weil sie versicherte, Chemiestandorte könne man nicht einfach verlagern. Die Zukunft liege in Asien, aber dort investiere man ohnehin laufend in Produktion wie Vertrieb.

 
     
     
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