Parteiprofile mit Überraschungen.
16. October 2007 um 8:07Die Sozialdemokraten werden gewählt von eher jüngeren Männern und (mehr) Frauen. Sie sind im öffentlichen Dienst beschäftigt, haben eine gehobene Ausbildung und verdienen meist über Fr. 7000.- im Monat, oft auch über Fr.9000.- im Monat. Sie sind konfessionslos.
Die Christlichdemokraten werden gewählt von Pensionären auf dem Land. Sie sind katholisch und haben eine relativ bescheidene Ausbildung. Als mittlere Angestellte verdienen sie meist unter Fr. 5000.- im Monat.
Die freisinnigen Wähler verdienen meist über Fr. 9000.- im Monat, sind Singles und gehören dem Kader an. Sie sind protestantisch und oft über 65 Jahre alt.
Die SVP-Wähler kommen meist vom Land und sind deutlich älter als 65 Jahre. Viele von ihnen leben im Prekariat, sind sogar arbeitslos und verdienen weniger als Fr. 3000.- im Monat. Es sind einfache Angestellte mit einfacher Ausbildung, meist protestantisch. Oh Wunder, und lassen sich von einem Milliardär in die Zukunft führen.
Merke: “Die dümmsten Kälber wählen sich ihre Metzger selber.”


am 16. October 2007 um 10:05 Uhr.
Ist das Ihre persönliche Meinung oder gibt es eine Quelle dazu?
am 16. October 2007 um 10:31 Uhr.
Es gab Infos, gemäss denen, Manager gehören neuerlich auch zu SVP Anhänger, angeblich ist Ospel ein Freund von Dr. CB, Ob er gleich ein SVP Wähler ist? . Jedenfalls ist die Frage der Gefolgschaft wichtig.
am 16. October 2007 um 11:34 Uhr.
Jetzt bin ich endgültig ratlos, was ich wählen soll - in diesen Gruppen oben komme ich nirgends vor…
am 16. October 2007 um 13:06 Uhr.
Ich denke, Sie unterschätzen, was hinter der schellenschüttelnden Rumpelpumpel-Fassade der SVP auch noch steht. Deren Kernwählerschaft, wie Sie sie charakterisieren, braucht man als “kritische Masse”, dh. sie ist mit den üblichen Emotionsthemen Ausländer, Islam, Sicherheit, EU etc. jederzeit mobilisierbar . Sie wird auch bei diesen Wahlen zuverlässig die notwendige Machtbasis schaffen.
Das sind aber nicht wirklich die Themen, die einen Milliardär interessieren. Und auch nicht die Fädenzieher der Zürcher SVP (und auf die kommt es an). Da stehen noch andere Interessen dahinter :Steuersenkungen für bestimmte Gruppen (das sind sicher nicht die Einkommen von 3000 bis 4000 R..), sehr spezifische Interessen des Finanzplatzes, Sozialabbau (der merkwürdigerweise genau jene Schicht treffen wird, die Sie beschreiben) etc. Das sind Dinge, die mit einer geschwächten FDP nicht durchzusetzen sind, obwohl ihr Blocher in der “Sonntags-Zeitung” grossherzige eine Koalition zusammen mit der CVP angeboten hat - eine Koalition unter seiner Federführung.
Das ausserdem bei Bedarf immer wieder leicht zu entfachende Feuer gegen die EU nützt in erster Linie den Interessen “des Finanzplatzes” und seiner sehr spezifischen Regeln, die dieser Finanzplatz nicht zugunsten von strengeren EU-Richlinien aufgeben will. Kann man ja verstehen, aber man muss sehen, dass das nicht die Interessen der gesamten Schweizer Wirtschaft sind, insbesondere nicht der Exportindustrie.
Den Sturz von Bundesanwalt Roschacher sollte man mal erwas genauer im Licht dieser spezifischen Interessen betrachten (im Hintergrund spielten immer wieder Geldwäscheraffären und ähnliches eine Rolle). Man sollte auch gezielter der Frage nachgehen, warum schon Roschachers Vorgängerin Del Ponte nach Den Haag abgeschoben wurde und von woher der Druck dafür kam. Ich meine damit übrigens jetzt nicht in erster Linie den Justizminister.
Solche Manöver macht die einstige Staatspartei FDP nicht ohne weiteres mit. Wichtige Kräfte, die sich um die Spitze der SVP herum formieren, aber schon. Es ist nur logisch, dass sich die erwähnten Interessen dorthin wenden, wo sie die grösste Chancen sehen, sich durchzusetzen.
Das Phänomen SVP ist viel komplexer als die meisten Leute meinen. Uebrigens auch, als die meisten SVP-Anhänger meinen.