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Monatsarchiv für Oktober 2007

Überall werden die Besten gesucht.

Mittwoch, den 31. Oktober 2007 um 17:29

Wohin ich komme, werden Mitarbeiter gesucht, aber nur die Besten. Gerade um diese ist ein heftiger Kampf entbrannt, der die Preise nach oben treibt. Das ist Marktwirtschaft. Ich erlebe dies bei Ingenieuren, IT-Spezialisten (dort ganz besonders) und Handwerkern aller Art, die in einem Boom leben, den wir seit zehn Jahren vorausgesagt haben. Zweierlei fällt auf:
– Unsere Schulen haben offensichtlich bei der Ausbildung erstklassiger IT-Fachleute versagt, denn aus Deutschlands Schulen kommen besser qualifizierte Kandidaten.
– Die Firmen selber haben zu wenig getan, denn ohne guten Ruf werden die Besten dort nicht anheuern.

Merke: Etwas Vorausblick würde nie schaden. Wer jetzt nur kurzfristig denkt, läuft in kommende Probleme.

Braucht die Schweiz noch einen Luftfahrt-Kongress?

Mittwoch, den 31. Oktober 2007 um 15:54

Die Schweiz hat keine nennenswerte Airline mehr. In Zürich dominieren die Deutschen, in Genf die Engländer. Wozu brauchen wir noch einen Luftfahrtkongress? Einzig übrig bleiben würde ein Flughafen-Kongress, aber das wäre weniger chic. Es wird Zeit, dass wir bescheidener werden.

Grüne und SVP: bereits Zerfallserscheinungen

Mittwoch, den 31. Oktober 2007 um 15:18

Der bevorstehende Rücktritt von Ruth Genner als Parteipräsidentin ist ein schwerer Schlag für die Grünen. Genner ist schwer ersetzbar; auch eine Terese Frösch und ein Ueli Leuenberger, die diesen Rücktritt provozierten, können die Leistung dieser Frau nicht einfach wiederholen. Es sind Zerfallserscheinungen einer stets instabilen „Partei“. Schon der Absprung der Grünliberalen wies in die gleiche Richtung.

Auch bei der starken SVP wird die Führung künftig nicht einfacher. Ueli Maurer, der sich bereits als PR-Berater anbietet, hinterlässt ein Team, wo man sich bereits um die Ränge streitet. Die Angriffe gegen den intellektuellen Christoph Mörgeli kommen aus der „Handwerker-Fraktion“ der SVP, die es lieber wieder ruhiger hätte. Es gäbe aber keinen Bundesrat Dr. Christoph Blocher ohne seine Sturmtruppen; der Bodensatz-Truppe der SVP wäre dies nie gelungen.

Engländer kaufen Klein-Basel

Mittwoch, den 31. Oktober 2007 um 14:51

Gleich 85 500 qm besten Basler Bodens, das Rosental-Areal neben der Basler Messe, haben englische Investoren gekauft. Sie wollen dort die fast 40 alten Häuser auffrischen, ein Science Center daraus machen und – natürlich – teurer vermieten. Warum die Basler, die lieber in den alten Hütten wohnen bleiben würden, sich beklagen, ist mir ein Rätsel. Offensichtlich wollten die reichen Basler Familien dies nicht selber tun und machten für Fr. 175 Mio. Kasse. Das ist ohnehin nur Kleingeld und sollte deshalb niemand erhitzen, isn’t it?

Schweizer Selbstbestimmung, ein kollektives Trauma.

Mittwoch, den 31. Oktober 2007 um 14:27

Verstehe ich Peter Sloterdijk richtig, leiden wir Schweizer unter einem kollektiven Trauma, dem unserer Selbstbestimmung. Weil Wilhelm Tell einen Statthalter erschoss, weil wir einige ausländische Fürsten besiegten, weil wir von der Geschichte dann während Jahrhunderten als europäische Drehscheibe aufgebaut wurden, um schliesslich als „Igel“ das 20. Jahrhundert zu überleben, glauben wir an unsere Selbstbestimmung. Sie wird nur von einem Bruchteil des Volkes, eng bezogen auf das politische Binnenmarkt-Umfeld, wahrgenommen.

Wäre es nicht besser, wir würden diesen Schleier wegnehmen und wahrnehmen, dass Herrn Normalschweizer (Frauen ohnehin) zumeist fremdbestimmt leben, sei es als Arbeitnehmer oder politisch handelnder Mensch? Dann müssten wir nicht tun, als seien wir Weltmeister der Demokratie. Wir könnten unser Leben geniessen, indem wir hart arbeiten und gut verdienen. Die Politik machen ohnehin die anderen. Merke: Das ist keine Selbstabdankung, sondern die Anerkennung einer Realität, die uns von Politikern und Philosophen vorenthalten wird.

Schweizerisch-chinesische Miniaturen

Mittwoch, den 31. Oktober 2007 um 11:25

11mal grösser als Zürich ist deren chinesische Partnerstadt Kunming mit vier Mio. Einwohnern. Vor allem die Zürcher Verkehrsplaner haben dort viel Wissen vermittelt bis hin zu einer S-Bahn und Buslinien mit eigenen Fahrspuren. Zürichs „Ober-Chinese“, der ehemalige FDP-Stadtpräsident Dr. Thomas Wagner, dem der Weg in den Bundesrat verwehrt wurde, verbucht seither einen prächtigen Imagegewinn für Zürich in China. Er selber dient als Türöffner und Scharnier zwischen den beiden mächtigen Reichen.

Muss man die jungen Grünen ernst nehmen?

Mittwoch, den 31. Oktober 2007 um 9:42

Es will mir nicht gelingen, die jungen Grünen wirklich ernst zu nehmen. Es sind meist Angehörige der wirtschaftlich-intellektuellen Oberklasse, die früher ihre Karriere im linken Spektrum begannen, um dann langsam nach rechts zu wandern. Der 27jährige Bieler Bastien Girod, ist neuer Zürcher Nationalrat der Grünen, Vater Arzt, Mutter Sozialarbeiterin, selber Absolvent einer esoterisch ausgerichteten Rudolf Steiner-Schule. Er bezeichnet sich schon heute politisch „als politisch offen nach allen Seiten“. Das ist die beste Grundlage für eine politische Karriere, die man heute nur noch im multifunktionalen Spagat meistern kann.

Neuer SVP-Präsident kämpft gegen VBS.

Mittwoch, den 31. Oktober 2007 um 8:38

Adrian Amstutz, SVP-Nationalrat aus dem Berner Oberland und kommender SVP-Präsident, kämpft gegen das VBS. Er will die Flüge der Kampfjets im Berner Oberland zugunsten des Tourismus beschränken, weil die Region Meiringen ohnehin zu stark belastet sei. Das sind neue Töne aus der SVP; sie machen deutlich, dass echte Parteistrategen nicht vom Himmel fallen. Denke ich an Amstutz, fällt mir eine Aussage Peter Sloterdijks ein: „Die Funktion der Ressentimentbanken wird vor allem von den Parteien wahrgenommen. Die extremen Rechten drücken die Ressentiments, die „schmutzigen Energien“, mehr oder weniger ungefiltert aus.“

Ist Christina Fernandez de Kirchner die Paris Hilton der Politik?

Dienstag, den 30. Oktober 2007 um 16:53

Die 54jährige Anwältin, welche jetzt Argentinien als Präsidentin führen soll, hat während des ganzen Wahlkampfs eigentlich nichts von Bedeutung formuliert ausser ihrem Willen, den Erfolg ihres Mannes weiterzuführen. Der Erfolg von Néstor Kirchner beruhte auf den steigenden Preisen für Grundstoffe, von denen auch Argentinien, wie Russland und die arabischen Staaten, profitierte. Die zweite wesentliche Aussage von Frau de Kirchner war der Ausdruck „Presidentaaaaa!“, womit sie ihren Anspruch legitimierte. Vorläufig halte ich sie für eine Paris Hilton der Politik, alles Form, wenig Inhalt.

Ueli Maurer, Du auch?

Dienstag, den 30. Oktober 2007 um 16:49

Das darf nicht wahr sein. Ich lebe und arbeite in einer Branche, die nicht nur von Nachwuchs überschwemmt wird, weil unsere Fachhochschulen und Universitäten PR-Berater am Band ausbilden, auch ehemalige Chefredaktoren und andere ältere Journalisten suchen sich ein Haupt- und Zubrot in der Kommunikation, fest davon ausgehend, dass der Bedarf unendlich ist. Alles dies ist natürlich. Jedoch, nun meldet auch SVP-Präsident Ueli Maurer sein „Interesse an der Kommunikationsbranche“ an. Wenn er im kommenden Sommer 08 zurücktreten wird, sucht er eine Stelle als PR-Berater. Warum nicht als Chef der SVP-Agentur GOAL? Zuletzt könnte GOAL die ganze SVP übernehmen, was eigentlich ganz logisch wäre als „reversed takeover“. Dann hätten wir endlich die ganze Wahrheit über die SVP: Alles Kommunikation. Sollte Ueli Maurer jedoch einer politisch offenen Agentur beitreten wollen, könnte er endlich PR für die FDP machen, welche dies absolut nötig hat. Ein Bauern- und Landwirtschaftsmandat wäre ihm auch sicher. Sicher würden sich SP- und grüne Parlamentarier zuhauf melden, um von ihrem grössten Gegner beübt zu werden. Ueli, Du auch? Der Wunder ist kein Ende.

 
     
     
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