Woher beziehen Journalisten ihre Informationen?
3. September 2007 um 8:35Der Verdacht ist häufiger zu hören, Journalisten würden gerne voneinander abschreiben oder die Themen der Kollegen einfach übernehmen. Jetzt liegen zwei aufschlussreiche Beispiele vor:
- Edgar Schuler vom “Tagi” berichtet über eine Ausstellung, wo auf einem Plakat “das SVP-Symbol in eine Reihe mit Nazi-Emblemen gestellt wird.” Einen Tag später berichtet darüber auch die “NZZ” im Lokalteil, dies mit der Begründung von Redaktor Marcel Gyr, er wisse zwar auch nicht, wer sich darüber aufgeregt habe, der NZZ-Bericht habe mit der Erwartungshaltung der Leser zu tun, wenn der “Tagi” an so prominenter Stelle darüber berichte…. Mit dieser Technik werden fortlaufend Themen aufgeschaukelt, für welche sich die
Öffentlichkeit erst zu interessieren beginnt, wenn die Medien daraus einen “Skandal” gemacht haben.
- Constantin Seibt veröffentlicht im “Tagi”, ebenfalls sehr prominent, ein Loblied mit Glückwunsch auf Bundesrat Dr. Christoph Blocher aus Anlass des 90jährigen Jubiläums der kantonalzürcherischen SVP. Dieser Artikel muss bei den Linken der “Tagi”-Redaktion, die Blocher während Jahrzehnten verdammten, ihm aber auch immer wieder Plattformen gaben, um die FDP zu zertrümmern, einen Schock ausgelöst haben. Es war nur dem ehemaligen “WOZ”-Redaktor möglich, diesen Beitrag zu verfassen, denn Seibt gilt als erratischer Schreiber von hoher Professionalität, der sich nicht festlegen lässt. Bleibt abzuwarten, ob die erschöpfte politische Linke diesen Vorgang überhaupt bemerkt hat und wie die “NZZ” sich auf den zweifellos weiter erstarkenden Blocher einstellt.

