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Tagesarchiv für 3. September 2007

Montag, den 3. September 2007 um 15:52

Der Standort St. Gallen ist keineswegs so ruhig, wie dies auf Entfernung den Anschein macht. Er hat keine Lobby in Zürich und Bern, aber einige Unternehmerpersönlichkeiten, die positiv aus dem Rahmen fallen:

- Das grösste Risiko nimmt derzeit Prof. Dr. Peter Gomez, der langjährige Rektor der Uni St. Gallen (vormals HSG), der in wenigen Tagen Vorschläge für einen erneuerten Finanzplatz Schweiz und eine Reorganisation der Börse SWX präsentieren will. Ohne die Unterstützung der Grossbanken sind seine Projekte zum Scheitern verurteilt.
- Der erfolgreichste St. Galler Unternehmer ist der Privatbankier Dr. Konrad Hummler, der von seinen Kollegen in Zürich und Basel hoch geachtet wird. Etwas misstrauischer beobachten ihn die Privatbanquiers in Genf, denen er eine eigene Filiale vor die Nase gesetzt hat. Hummler ist es gelungen, aus einem verschlafenen Institut eine der kompetentesten Privatbanken der Schweiz zu machen. Als geborener Innovator mit profunder Kenntnis der Bankpraxis treibt er zusammen mit einer sich rasch vermehrenden Zahl von Partnern das Wachstum des Finanzplatzes St. Gallen voran.
- Prof. Dr. Fredmund Malik, lange Zeit kein Liebkind der eifersüchtigen Vertreter der Uni St. Gallen, hat aus dem Malik Managementzentrum St. Gallen die erfolgreichste Schweizer Unternehmensberatung “für richtiges und gutes Management” gemacht. Über 250 Mitarbeiter sind weltweit für ihn tätig. Sein Zielpublikum sind die UGU’s, die unternehmerisch geführten Unternehmen.

Diese drei Unternehmer haben ein “St. Galler Wunder” vollbracht, nämlich dazu beigetragen, dem Ostschweizer Standort wieder Klang zu geben. Ohnehin geht es dem Kanton gut: Der Raum Will und das St. Galler Rheintal sind zu Exportzentren der Schweizer Wirtschaft geworden.

Fundamentalisten unter sich.

Montag, den 3. September 2007 um 9:44

Papst Benedikt XVI. seit seiner Abgrenzung von den Protestanten, Lutheraner und Reformierten als Fundamentalisten zu bezeichnen ist sicher nicht ganz falsch. Er will der katholischen Kirche jene Fundamente zurückgewinnen, die während der letzten Jahrzehnte verloren gingen. In an die Seite der islamischen Gelehrten von Ghom oder jener von Riad, Mekka oder Kairo zu stellen, ist sicher auch nicht ganz falsch. Der dritte im Bunde der Religionen des Buchs ist Rabbi Ovadia Yosef, ehemalis sephardischer Oberrabiner Iraels, der den Soldaten Israels vorwirft, sie hätten den jüngsten Libanon-Krieg verloren, weil sie die Gesetze der Thora nicht mehr befolgen und nicht mehr jeden Tag beten würden. Merke: Fundamentalisten gibt es allerorten. Ich setze auf jene, die ein Fundament haben, aber zur Öffnung fähig sind.

Woher beziehen Journalisten ihre Informationen?

Montag, den 3. September 2007 um 8:35

Der Verdacht ist häufiger zu hören, Journalisten würden gerne voneinander abschreiben oder die Themen der Kollegen einfach übernehmen. Jetzt liegen zwei aufschlussreiche Beispiele vor:

- Edgar Schuler vom “Tagi” berichtet über eine Ausstellung, wo auf einem Plakat “das SVP-Symbol in eine Reihe mit Nazi-Emblemen gestellt wird.” Einen Tag später berichtet darüber auch die “NZZ” im Lokalteil, dies mit der Begründung von Redaktor Marcel Gyr, er wisse zwar auch nicht, wer sich darüber aufgeregt habe, der NZZ-Bericht habe mit der Erwartungshaltung der Leser zu tun, wenn der “Tagi” an so prominenter Stelle darüber berichte…. Mit dieser Technik werden fortlaufend Themen aufgeschaukelt, für welche sich die
Öffentlichkeit erst zu interessieren beginnt, wenn die Medien daraus einen “Skandal” gemacht haben.
- Constantin Seibt veröffentlicht im “Tagi”, ebenfalls sehr prominent, ein Loblied mit Glückwunsch auf Bundesrat Dr. Christoph Blocher aus Anlass des 90jährigen Jubiläums der kantonalzürcherischen SVP. Dieser Artikel muss bei den Linken der “Tagi”-Redaktion, die Blocher während Jahrzehnten verdammten, ihm aber auch immer wieder Plattformen gaben, um die FDP zu zertrümmern, einen Schock ausgelöst haben. Es war nur dem ehemaligen “WOZ”-Redaktor möglich, diesen Beitrag zu verfassen, denn Seibt gilt als erratischer Schreiber von hoher Professionalität, der sich nicht festlegen lässt. Bleibt abzuwarten, ob die erschöpfte politische Linke diesen Vorgang überhaupt bemerkt hat und wie die “NZZ” sich auf den zweifellos weiter erstarkenden Blocher einstellt.

 
     
     
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