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Weblog
Monatsarchiv für Juli 2007
Freitag, den 27. Juli 2007 um 10:22
Sind wir in den Augen der SVP eine “Gesellschaft von Schafen” fragt Valérie Doepgen im Editorial der jüdischen Wochenzeitung “tachles”? Sie greift damit die SVP-Initiative gegen kriminelle Ausländer an und bedauert, dass keine andere bürgerliche Partei dagegen Stellung nimmt. Wenn “Die Juden”, denn “tachles” ist eine jüdische Zeitschrift, die ich allerdings wegen der Brillanz ihrer Redaktion und ihres Chefredaktors Yves Kugelmann sehr schätze, gegen die SVP schiessen, dann wird dies der SVP eher helfen. Wir schreiben stets: Rund 80% der Schweizer Bevölkerung befinden sich in einer wirtschaftlich stagnierenden oder sogar rückläufigen Position. Die Hälfte davon neigt mit Sicherheit der SVP zu, um ihre immer schwierigere Lage emotional zu stabilisieren. Ein grosser Krach “Judäa-Suisse oder Hop Sviz” ist eine waghalsige Angelegenheit.
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Freitag, den 27. Juli 2007 um 9:40
Weil die Zürcher Kantonalbank sich wie eine Grossbank benehmen und auch so verdienen wollte, musste ein beträchtlicher Teil des Spitzenmanagements dort gehen, incl. CEO. Das gleiche spielt sich nun ab bei der WestLB in Düsseldorf, die eigentlich auch eine Kantonalbank ist (wenn auch viel grösser) und ebenfalls den Hals nicht voll bekommen konnte. Auch dort mussten die obersten Chefs wegen ebenso gewagter wie unglücklicher Manipulationen gehen. Was ist beiden Fällen gemeinsam? Die global tätigen Grossbanken räumen die Märkte ab, ziehen die besten Mitarbeiter an und können Risiken eingehen, die einer Regionalbank ganz einfach nicht möglich sind. Daran scheiterte die ZKB, daran scheiterte die WestLB. Ohnehin ist die Zeit dieser staatlich geführten und kontrollierten Banken bald einmal vorbei. Die Grossbanken werden keine Ruhe geben, bis sie auch dort übernehmen können. Jeder Fehler der Kantonalbanken wird diesen Prozess beschleunigen.
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Freitag, den 27. Juli 2007 um 7:41
Die Formulierung kommt von Joachim Fernau in seiner “Geschichte der USA”, wo er auf Seite 9 schreibt: “Dass es die Vereinigten Staaten von Amerika gibt, verdanken wir vor allem den Briten. Hätten Sie nicht die Idee gehabt, die Indianer auszurotten, so würde Nordamerika ein ganz anderes Schicksal erfahren haben. Es hätte das Schicksal Afrikas gehabt. Das heisst: Es wäre jetzt soweit, dass die Weissen das Land räumten und 20 oder 30 Indianerstaaten ihre Befreiung vom Joch der Kolonialherren feierten.” Mir bleibt der Atem weg: Zahlt sich ein Genocid aus? Meines Wissens gab es gut 20 Mio. Indianer, von denen 19,8 Mio ausgerottet wurden, um sich in den letzten hundert Jahren, nun vollkommen unterdrückt und teilweise abgefunden, wieder zu vermehren. Afrika war wesentlich bevölkerungsreicher und schon wegen seiner Grösse wie der Bodenbeschaffenheit schwerer zu durchdringen. Trotz einer “kill rate” von gegen 100 Mio. Afrikanern ist der Schwarze Kontinent nun wieder im Begriff, sich von der Herrschaft der Weissen zu erholen; die Chinesen helfen tapfer mit und Washington sucht den Anschluss. Einen Trost für die Indianer gibt es: Die Zahl der Weissen, vor allem der WASP’s, geht in den USA rapide zurück. In diesem Jahrhundert werden wir in den USA die Übergabe der Macht an die schwarzen Amerikaner und die Latinos erleben. Dann können sich die überlebenden Bostonians wieder nach London, Paris oder Rom zurückziehen. In Gstaad sind sie schon.
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Donnerstag, den 26. Juli 2007 um 14:50
Mit Pascal Gentinetta als Direktor und Prof. Dr. Rudolf Minsch als Chefökonom wird die économiesuisse brutal verjüngt. Die beiden Jungstars der Schweizer Wirtschaft sind brillante Tempomacher, welche die Globalisierung der Wirtschaft weiter fördern werden. Minsch ist auch Theatermacher, der die Wirtschaft als “Stück mit wechselnden Hauptdarstellern” sieht. Damit hat er visionär begriffen, siehe Lukas Mühlemann und Peter Wuffli, dass auch Topmanager heute nur noch kurze Laufzeiten haben. Er arbeitet eng mit Prof. Franz Jaeger zusammen, der immer eine gute Nase für talentierten Nachwuchs hatte. Wir dürfen neugierig sein, was das Bündner-Walliser Doppel zustande bringt.
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Donnerstag, den 26. Juli 2007 um 9:33
Hans G. Syz, VR-Präsident der Zürcher Privatbank Maerki Baumann, war auch zuerst als Filmer unterwegs, wurde Kameramann mit US-Lizenz und finanziert auch heute noch hin und wieder einen Schweizer Film. Erst später trat er in die Familienbank ein, die er zur Transaktionsbank mutieren liess. Nicolas Hayek, Sohn von Nicolas G. Hayek, immer noch im Schatten seines Vaters stehend, der heute als erfolgreichster Schweizer Unternehmer gilt, fing auch erst beim Film an, bevor er langsam zum CEO der Swatch Group aufgebaut wurde. Das Unternehmen läuft glänzend, aber wie viel davon Vater oder Sohn ist, ist schwer erkennbar. Andy Rihs, erfolgreich als Hörgeräte-Spezialist, gescheitert als Tour de France-Teamsponsor und nun neu als Verleger-Financier der geplanten Gratiszeitung “.ch” in Erscheinung tretend, hat einen Sohn Oliver, der auch ins Filmgeschäft eingestiegen ist. Mit “Schwarze Schafe” will er “black figures” schreiben, wie aus der Küche von Sascha Wigdorowits zu vernehmen ist.
Die Jungunternehmer haben eines begriffen: Die Welt der Gegenwart wird mehr von Bildern als von Inhalten bestimmt. Die Inhalte von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft verschwinden hinter eisernen Vorhängen, das “hiltonisierte” Volk darf über Bildsequenzen jubeln.
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Donnerstag, den 26. Juli 2007 um 7:28
Wer meint, das Misstrauen führender Industrieller gegenüber den Vertretern des Finanzplatzes sei abgebaut, der täuscht sich. Es gibt, um nur wenige Namen zu nennen, eine kritische Achse wie folgt: Niklaus Schneider-Ammann, Nicolas G. Hayek (heute renommiertester Schweizer Industrieller), Ulf Berg, CEO Sulzer-Konzern, Edgar Oehler, Inhaber AFG-Gruppe. Kein Wunder, die Zürcher Kantonalbank hat wichtige Kunden hintergangen und die beiden Grossbanken sind US-amerikanischer denn je ausgerichtet. Sie suchen das Big Business der grossen Transaktionen mit hohen Honoraren; dazu brauchen sie Unternehmen, die verkaufswillig sind oder dazu gebracht werden müssen. Die Grossbanken-Berater in der Schweiz haben ohnehin alle Mühe, einen hochstehenden Service für Privatkunden aufrecht zu erhalten. Sie kämpfen um jedes Mandat, aber die Unzufriedenheit vieler Kunden ist gross.
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Dienstag, den 24. Juli 2007 um 14:34
Sie kommen, die 25 Meter langen Gigaliner, die von schwach motorisierten PKW kaum noch überholt werden können, weil damit zuviel Zeit vergeht. Das niedersächsische Verkehrsministerium hat freie Fahrt bis Oktober gegeben, damit sich die Öffentlichkeit an das neue Strassenbild gewöhnen kann. Der Grund: Weniger Benzinverbrauch, keine Verkehrsgefährdung, kein Unfall. Wir sollten nicht daran zweifeln, dass diese Grosslaster bald auch in der Schweiz auftauchen werden. Es ist undenkbar, dass wir sie auf dem Weg in den Süden nicht durchlassen. Sind Bahnen und Tunnels eigentlich darauf vorbereitet?
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Dienstag, den 24. Juli 2007 um 13:46
Was die Deutsche Bank angeht, sehe ich derzeit nur ernste Gesichter. Leo Kirch hat “Joe” Ackermann mit Milliardenforderungen am Wickel; der Bundesgerichtshof stützt die Klage des 80-jährigen. Schuld ist ex-Bankchef Rolf-Ernst Breuer, der immer schon schöner als intelligent war, mit flapsigen Äusserungen in der “FTI”. Auf Umwegen erhielt Kirch bereits ein Euro 900 Mio.-Abfindungsangebot, dessen Annahme er verweigerte. Die Deutsche Bank muss jetzt mit Rückstellungen beginnen, die sie bisher in dieser Sache verweigerte. “Joe” schwitzt.
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Dienstag, den 24. Juli 2007 um 13:10
Der Schutz unserer Öko-Systeme vor Eindringlingen wird allerorten hoch bewertet. Die Ambrosia ist eine Art Ausserirdische, die es unter allen Umständen zu vernichten gilt. Ausländische Killerkrebse haben die Zürcher Goldküstenbewohner während Jahren beschäftigt, weil sie heimischem Getier zu nahe kamen; jetzt ist das Thema verschwunden. Eine burmesische Python in den Everglades ist ein Ding der Unmöglichkeit. Attraktive afrikanische Männer am Arm blonder Zürcherinnen lösen immer noch eine starke Abwehr aus, auch wenn Schweizer maskuline Konkurrenten eher dahinschlurfen, um ihre Lässigkeit zu demonstrieren. Normale Zürcher Emanzen, schmallippig und demonstrativ dürftig frisiert, wehren sich gegen weibliche Eindringlinge aus Asien und Lateinamerika. Schweizer Manager sind verwundert über die rauen Sitten ausländischer Alphatiere, die in ihre Business-Reviere eindringen. Offensichtlich ist das Thema der Öko-Systeme unendlich.
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Dienstag, den 24. Juli 2007 um 12:10
Wie Chirac seine Partei finanzierte, ist wenig koscher. Was das fortschrittliche Indien uns als neue Präsidentin anbietet, die 72jährige Pratibha Patil, ist schlicht eine Zumutung. Sie soll Gelder veruntreut haben, staatliche wie firmeneigene. Ihr Ehemann und ihr Bruder sind in Mordfälle verwickelt; ihre Ausdrucksweise erinnert an Nixon, wenn er mit Freunden im “Oval Office” beim dritten Whiskey sass. Patil gehört zu einer wichtigen indischen Dynastie. Sie wird von Sonja Gandhi hofiert, die ihre Wahl als wichtigen Teil der weiblichen Emanzipation betrachtet. Indiens Göttin Kali darf sich über diese Tochter freuen.
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