Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  


Glaube geht wieder vor Vernunft

28. June 2007 um 7:10

Gehe ich sonntags in die katholische Messe, wird mir in zwei von drei Fällen vorgehalten, ich sei ein Sünder und mir gehe es schlecht. Da dies, abgesehen von meinem von Skepsis geprägten Glauben, keineswegs der Fall ist, muss man sich fragen, ob dieses auferlegte Dasein als Sünder wirtschaftlich Sinn macht? Und siehe, dies ist der Fall. Gemäss katholischen Wirtschaftsethikern, die derzeit wieder Konjunktur haben, “bewahrt der christliche Glaube vor Selbstüberschätzung” (Karl Homann, Uni München). Kardinal Ratzinger, aus dem gleichen geistigen Umfeld stammend, hat schon immer vor der “Pathologie der Vernunft” gewarnt. Aus dieser Sicht ist uns die Vernunft von Gott geschenkt, wir bleiben aber Sünder. Und daraus schliesst Michael Ungethüm, stellv. Vorstandsvorsitzender der Medizintechnikfirma B. Braun Melsungen AG: “Dies sollte uns in all unserem Bemühen um die rechte Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft demütig machen.” Hammerschlag, wo bleibt die mühsam erworbene demokratische Grundordnung? Daher wird empfohlen, die “orientierende Kraft des Glaubens” müsse uns durch Marktwirtschaft und Wettbewerb leiten. Glauben, Sünder, Wettbewerb?

Merke: Die katholische Kirche ist auf dem geistigen Rückzug ins 19. Jahrhundert. Die Glocken läuten rückwärts.

Einen Kommentar schreiben:

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog