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Tagesarchiv für 23. Mai 2007

Liegt Göschenen in der Schweiz?

Mittwoch, den 23. Mai 2007 um 15:40

Das letzte nennenswerte Ereignis in Göschenen war die Eröffnung des Gotthard-Tunnels, wo man 2000 Arbeiter, die meisten aus Italien, gnadenlos ausbeutete. Dann blutete das Tal aus. Jetzt gibt der Ägypter Samih Sawiris Andermatt neue Perspektiven; Göschenen kann wieder aufleben. Ein Engländer hat das Hotel Gotthard übernommen, ein deutsches Ehepaar die “Krone”. Die Hotels “de la Gare” und “Löwen” sind fest in russischer Hand. Ich sage, die Winterolympiade 2018 in Andermatt beginnt sich abzuzeichnen. Vorher müssen wir am 4. Juli zu Sotschi ja sagen, das 2014 Wladimir Putins Winterspiele durchführen will.

VD: Antirassismus mit zwei Gesichtern

Mittwoch, den 23. Mai 2007 um 14:31

SVP-Mitglied und VD-Staatsrat Jean-Claude Mermoud distanzierte sich von SVP-Bundesrat Dr. Christoph Blocher, der eine Abschaffung der Anti-Rassismus-Strafnorm begrüsst. Er tat dies sinnigerweise anlässlich der 102. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes in Lausanne. Seine Glaubwürdigkeit war jedoch eingeschränkt, da er sich in der Diskussion um die 523 von Ausschaffung bedrohten Waadtländer Asylanten genau gegenteilig ausgedrückt hatte.

Merke: Die Macht des Faktischen ist ein Element, das auch der SVP zu schaffen macht.

Sieg für Couchepin und Aebischer

Mittwoch, den 23. Mai 2007 um 11:00

Die ETH Zürich kommt definitiv unter den Einfluss der ETH Lausanne, und die Zürcher Regierung lässt sich dazu nicht vernehmen. Unter dem Einfluss des Rektors der ETH Lausanne, Patrick Aebischer, hat Bundesrat Pascal Couchepin entschieden, Prof. Schwab zum neuen Rektor der ETH Zürich zu machen; der Antrag des zuständigen ETH-Rats läuft in diese Richtung. Damit stärkt Couchepin, der im kommenden Jahr Bundespräsident wird, seine Position in der Westschweiz. Sein starker Einsatz für die Krankenkasse Mutuel, die zweitgrösste der Schweiz, weist in die gleiche Richtung.
Verliererin ist die ETH Zürich, die nach dem Hafen-Skandal nun von einem Hochschullehrer geführt wird, dem Managementerfahrung nicht zugesprochen wird. Bereits sind 30 Mio. Franken aus den ordentlichen Mitteln des ETH-Budgets nach Lausanne abgewandert. Die Stärkung der ETH Lausanne ist auch offizielle Politik des ETH-Rats, was immer dessen Gründe sein mögen. In Gefahr ist die Zukunftsfähigkeit der ETH Zürich, die auf den internationalen Ranglisten in letzter Zeit zurückgefallen ist. Prof. Schwab steht vor einem Härtetest, von dem auch ein Teil des Schicksals des Kantons Zürich abhängig ist.

Zolliker Sammlung König ist heimatlos

Mittwoch, den 23. Mai 2007 um 8:50

Wenige Häuser von unseren Büros entfernt, befindet sich das schöne Haus der Zolliker Sammlung König, deren letzten Stunden an diesem Ort offensichtlich gekommen sind. Suzanne von Meiss König, die Erbin, wollte diese Sammlung nach Martigny bringen und dort in die Sammlung Gianadda integrieren, Leonard Gianadda war einverstanden. Jetzt hat sich der VR der Stiftung Gianadda – erstmals seit 30 Jahren – gegen ein solches Vorhaben ausgesprochen. Der Grund: mangelnde Qualität. Als langjähriger Nachbar der Stiftung kann ich diese Zweifel nur bestätigen. Der einstige, kürzlich verstorbene Stahlbaron hat einen Teil seiner Produktion in Metallprodukte verwandelt. Die wenigsten davon würde ich in meinem Garten dulden.

Merke: Nicht alles, was als gut befunden wird, ist es auch.

 
     
     
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