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Monatsarchiv für Mai 2007

Ringier ohne CASH

Donnerstag, den 31. Mai 2007 um 15:36

Es war abzusehen, dass das Wirtschaftsblatt CASH langfristig in dieser Form nicht überleben wird. Die Notbremse wurde überraschend schnell gezogen. Ringier kommt irgendwie nicht aus der Krise. Erst wurden die beiden „BLICK Blogs“ eingestellt, weil die Online-Plattform bis heute nicht funktioniert, die Printausgabe des „BLICKS“ kommt nicht vom Fleck und nun wird auch noch das „CASH“ eliminiert. Offenbar herrscht im Hause Ringier eine Zeit der grossen Unklarheit. Mit der Multimediaplattform „CASHdaily“ versucht man nun verstärkt die Kunden auf die Online-Plattform zu locken, was sicherlich nicht falsch ist. Tamedia hat mit der Online-Plattform „20Minuten“ bestens bewiesen, wie man digital erfolgreich sein kann.

Von der „CASH“-Pleite profitiert natürlich die „Handelszeitung“ im Besonderen. Ralph Büchi wird in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich viele neue Leser gewinnen. Auch die Werbetreibenden benötigen eine neue Plattform, was Büchi ebenfalls gefallen dürfte.

Fidel Stöhlker

Unruhe an der Schweizer Inflationsfront

Donnerstag, den 31. Mai 2007 um 8:36

Von der Nationalbank kommen gemischte Signale. Der Präsident, Jean-Pierre Roth, meint, man könne die Inflation unter Kontrolle halten; seine Mitarbeiter äussern sich zurückhaltender. Jean-Claude Trichet, sein europäischer Kollege, warnt die Menschen der EU ebenfalls vor überzogenen Salärsteigerungen; damit könne die Inflation gefördert werden. Aus diesem Grund hat die Universität Princeton rechtzeitig eine Studie ausarbeiten lassen, Autor ist Nobelpreisträger Daniel Kahnemann, worin er feststelt: „Wer über 52 000 Franken im Jahr verdient, ist nicht glücklicher als Menschen, die weniger verdienen.“ Martin Spieler, intelligenter Chefredaktor der „Handelszeitung“, empfiehlt den Firmen, „die Löhne genau im Auge zu behalten“. Die Arbeitnehmer sollten „Augenmass“ wahren. Alles klar? Gespart wird unten, oben weniger.

Mackie Messer in Zürich.

Mittwoch, den 30. Mai 2007 um 16:23

Bekanntlich ist Mackie Messer jener, der „von nichts weiss“. SVP-Protogé Urs Oberholzer ist nicht nur Präsident des Bankrats der Zürcher Kantonalbank, wo lange Zeit Dinge geschehen sind, die er im Detail nicht kannte. Nun stellt sich heraus, dass auch im mächtigen Schweizer Pferdesportverband, den er präsidiert, Betrügereien geschehen sind; aber „an die Details des Falles kann ich mich nicht erinnern“, so der nämliche Oberholzer. Helmut Kohl hat sich aus einer Parteienfinanzierungs-Affäre, die auch über die Zürcher Pfnüselküste lief, einmal mit einem „blackout“ herausgewunden. In unserer stets komplexeren Umwelt, wo immer weniger Topmanager bei immer besserer Bezahlung immer mehr Aufgaben übernehmen, sind solche Vergesslichkeiten eigentlich kein Wunder. Bertolt Brecht wusste dies schon früh.

Was tut ein US-Präsident nach dem Rücktritt?

Mittwoch, den 30. Mai 2007 um 10:25

Für George W. Bush wird sich die Frage bald stellen: Was tue ich nach meiner wenig edlen Pensionierung? Klar, er wird, wie seine Vorgänger, eine Stiftung ins Leben rufen und seiner Heimatstadt ein Museum schenken. Dann tingelt er, wie der Erdnussfarmer Jimmy Carter oder William J. Clinton, besser als „Bill“ bekannt, oder wie Al Gore (fast-Präsident) um die Welt und lässt sich pro Auftritt ca. USD 250 000 bezahlen. Europäer sind billiger: Gerhard Schröder verlangt stets Euro 100 000.—pro Vortrag: John Major, wer erinnert sich noch an ihn, macht gerade einmal USD 500 000.—pro Jahr. Ein Schweizer alt Bundesrat ist ab Fr. 3000.—bis Fr. 10 000 gerne bereit, sein Wissen preiszugeben. Ob der Marktwert von Micheline Calmy-Rey seit ihrem Gesangsauftritt im Westschweizer TV gestiegen ist, werde ich oft gefragt.

Antwort: ja. Das „Groupie du Parti Socialiste“ (Zitat Claiva) kennt seinen Marktwert.

Endlich, Marc Rich ist Ehrendoktor.

Mittwoch, den 30. Mai 2007 um 8:37

Unser Mitbürger Marc Rich, wohl einer der begnadetsten Händler des letzten Jahrhunderts, der mit Ölhandel dort sein Geld verdiente, wo die offiziellen Firmen es nicht durften, der als „grösster Steuerhinterzieher der USA“ gesucht und verurteilt wurde, der von Bill Clinton am letzten Tag seiner Amtszeit begnadigt wurde, der in der Schweiz viel Geld für Wohltätigkeit ausgab, aber nie ein offizielles Lob erhielt, hat es endlich erreicht: Die Universität Bar Ilan („Science, Judaism, Excellence, Tolerance“) hat ihm den Titel eines Ehrendoktors verliehen. Wofür? Für „longstanding and generous support“, „significant and effective contribution“, „assistance in funding“ and „support“. In der Schweiz kostet ein Ehrendoktor, je nach Status der Hochschule, ca. Fr. 1Mio.-20 Mio; in Israel ist dies nicht anders.

Wie schön ist die Jolie wirklich?

Mittwoch, den 30. Mai 2007 um 7:09

Angelina Jolie, 31, soll eine der Traumfrauen der heutigen Welt sein. Wer sie genauer betrachtet, wie dies in Cannes jederzeit möglich war, stellt fest: Der Hollywood-Star hat eine Mädchenfigur, aber magere Arme, aus denen die Adern hervortreten, wie auch auf der Stirn. Die Arme sind tätowiert wie die einer Seemannsbraut. Das Gesicht, auch beim Lachen, deutlich gestresst. Nett die Haare, wenn sie echt sind, aber irgendwie wirkt sie unharmonisch; vielleicht liegt darin der Reiz.

Die Niederlage des „gnädigen Herrn“

Freitag, den 25. Mai 2007 um 13:22

Charles von Graffenried, 82, hat Witz, Verstand und Charme. Er verstand sich stets als Berner Bürger der Sonderklasse, der die Berner Interessen mit den seinigen perfekt verbunden hat. „M. Berne“ hat nun die grösste Niederlage seines Lebens erlitten. Wie schon bei seiner Privatbank, wo personelle Schwierigkeiten Unruhe schafften, ist ihm auch die Nachfolge im eigenen Haus missglückt. Zudem war sein „Berner Modell“ zweier konkurrierender Zeitungen unter einem Dach nie realistisch. Die Verlagsexpansion ins Solothurnische gegen den starken Peter Wanner („MZ“) bringt weiterhin hohe Verluste. Das Ergebnis, und Freunde von Charles von Graffenried sind nicht überrascht, er zog die Notbremse, gab alle heiligen Prinzipien auf und verkaufte an die Zürcher, an die tamedia-Gruppe. Dieser grosse Erfolg von Konzernchef Martin Kall, der schon äusserlich mit dem Berner Adligen gleichziehen kann, ist viel dramatischer als es die Beteiligten jetzt aussehen lassen. „Bund“ und „Berner Zeitung“ müssen früher oder später zusammengelegt werden; nach meiner Erfahrung verschwinden zuerst die traditionellen Elemente, d.h. der „Bund“ ist in der schwächeren Position, wo Chefredaktor Arthur K. Vogel gerade wieder einen Aufbau wagt, aber äusserst knapp bei Kasse ist. Die „Berner Zeitung“ ist vom Inhalt her eher als Gratisanzeiger einzustufen, der bessere Überlebenschancen hat.
In höchster Gefahr, seine Selbständigkeit zu verlieren, ist jetzt der benachbarte „Walliser Bote“, wo Verleger Ferdinand Mengis eine neue grosse Druckerei, aber zu geringe Umsätze und auch keinen Nachfolger hat. Vorgänger Philipp Mengis, der sich heute auf die Erhaltung des Rotten Verlags beschränkt, hat eine der besten Regionalredaktionen der Schweiz aufgebaut, aber Chefredaktor Pius Rieder wie sein Stellvertreter Luzius Theler erreichen im 2008 die Altersgrenze. Die Rentabilität dieses Verlags gilt heute als eher knapp, sodass es eher eine Frage der Zeit sein wird, bis die tamedia-Gruppe ihre Fühler auch ins Oberwallis ausstreckt. Die welschen Verlage sind an diesem eigenwilligen deutschsprachigen Verlag eher weniger interessiert, ist es doch eine fast unmögliche Managementaufgabe, ohne intime Kenntnis der selbstbewussten Oberwalliser dort erfolgreich zu sein. Was dem Oberwallis fehlt, um den Verlag des „WB“ weiterzuführen, ist eine intellektuell und unternehmerisch starke Persönlichkeit, die solches vermag.
Auch in der Deutschen Schweiz hat die neue Achse „Zürich-Bern“ grössere Auswirkungen, als jetzt zugegeben wird. Der Badener Verleger Peter Wanner hat eine starke „MZ“-Gruppe aufgebaut, die in wenigen Wochen eine eigene Sonntagszeitung vorstellen wird. Die Zusammenarbeit mit dem „NZZ“-Verlag auf dieser Ebene ist bereits geregelt. Sollte man sich gefallen, ist nicht auszuschliessen, dass Peter Wanner eines nicht allzu fernen Tages die Leitung des Zeitungsverlags (FPH Holding) übernimmt und sein Imperium oder Teile davon einbringt. Wie unglückliche Kleinverleger reagieren, beweist das Beispiel des Baslers Matthias Hagemann, selber nie für hervorragende Formulierungen bekannt geworden, der diese Zürcher-Berner Achse als von „ungeheurer Kraft“ und „Erbeben der Stärke 12“ bezeichnet. Aus der Sicht langsam absterbender Mittelverleger mag dies so aussehen, aber so wenig es Erdbeben der Stärke 12 gibt (er hat dies mit Stürmen verwechselt), wird es in Zukunft Klein- und Mittelverleger geben, die selbständig bleiben, ohne ihrer Aufgabe gewachsen zu sein.

Selbstgemachte Image-Krise

Freitag, den 25. Mai 2007 um 7:35

Runterspielen von aufgedeckten Fällen von Sozialhilfemissbrauch und sich verschanzen hinter Floskeln: Die Zürcher Sozialvorsteherin Monika Stocker gibt in den letzten Wochen ein Trauerspiel ab. „Für uns ist es in solchen Situationen fast nicht mehr möglich, das in der Öffentlichkeit hervorgerufene Bild zu korrigieren. Vielleicht haben wir in unserem Departement aber auch eine gewisse Déformation professionelle und schätzen den Informationsbedarf der Durchschnittsbürger falsch ein“, so Stocker heute in der „NZZ“. Die Frau hat nicht nur ein Kommunikationsproblem. Die Frage ist erlaubt, wie weit sich Monika Stocker schon von ihren Wählern und dem gemeinen Volk entfremdet hat. Schwierige „Klienten“, so nennt man heute in der Sozialindustrie die Sozialhilfebezüger, hin oder her: Ziel müsste es sein, den Missbrauch bei der Sozialhilfe zu verhindern. Stattdessen beschleicht einen das Gefühl, dass man sich im Zürcher Sozialdepartment von Stadträtin Monika Stocker damit abgefunden hat. Diese Haltung darf nicht sein. Sie ist eine Watsche ins Gesicht jedes anständigen Steuerzahlers.

Philippe Welti

War „Ferdi National“ gedopt?

Donnerstag, den 24. Mai 2007 um 16:22

Hans Leyendecker schreibt in der „SZ“ von heute, und zitiert dabei den „Spiegel“: Bei der Tour de France fuhr Ferdi Zickzack und schrie: „Schweinehunde sind es, die das mit uns machen.“ Kurz vor Kontrollschluss erreichte er das Ziel und brabbelte: „Nie mehr, nie mehr“, schreibt Leyendecker. „Der Spiegel“: „Ferdi wird bald explodieren. Ferdi ist mit Dynamit geladen.“ Dynamit war damals der Slang-Ausdruck für jene aufputschenden, gesundheitsschädlichen Drogen, die man damals als Doping-Mittel bezeichnete. Merke: Long time ago. Fachleute sagen, jeder Tour-Sieger sei gedopt gewesen, nur hätten die Medien dazu einhellig geschwiegen. „Ferdi National“, ab und zu sehe ich Dich in einer netten Italiener-Beiz in Hottingen. Du bleibst, jetzt erst recht, unser und mein Held.

Schweizer Kunst und echte Kunst

Donnerstag, den 24. Mai 2007 um 16:07

Meine Vermutungen, die Werke von Hodler und Anker seien heute zu hoch bewertet, was Unternehmer von Christoph Blocher bis Peter Steiner materiell schwer treffen dürfte, wird bestätigt durch die Auffassung zweier berühmter Pariser Kunsthaus-Direktoren. Gérard Régnier, vormals Direktor des Musée Picasso, und Daniel Marchesseau, Director des „Musée de la vie romantique“, beide in Paris, haben sich gegen die Aufnahme der Werke von Silvio Mattioli in die Gianadda-Stiftung in Martigny ausgesprochen. Léonard Giannada, ein Taifun von einem Mann, rast, immerhin hat er die Stiftung weitgehend finanziert. Andere Schweizer Fachleute behaupten, die Franzosen hätten Schweizer Kunst noch nie verstanden. Die Werke bleiben in Zollikon im Park neben unserem Büro.

 
     
     
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