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Adieu, Jürg Federspiel.

28. February 2007 um 11:29

Er ging ins Wasser, dieser mächtige freundliche Mann; es muss ein beeindruckender Moment gewesen sein, als er sich dem Rhein auslieferte. Jürg Federspiel war einsam. Die Menschen in unserem Land sind nur mit den Erfolgreichen. Wer nicht mehr Auflage macht, zählt nicht mehr. Ich erinnere mich an Hermann Burger. Er war, trotz rothaariger Freundin, die später von einem FDP-Politiker übernommen wurde, ein sehr einsamer Mann. Einmal sollte ich ihn entführen, “dann werde ich berühmt”, sagte er. Ich weigerte mich und schickte ihn, gegen Mitternacht, in seinem roten Ferrari nach Hause. Später brachte er sich doch um. Diese Männer sind nicht für die Jetztzeit gemacht. Auch um F.A. Meyer mache ich mir Sorgen. Der Emmenthaler par excellence, der Basler Emmenthaler, ist ein ebenso einsamer Mensch. Unsere Institutionen verfügen, wie Pro Helvetia, über Millionen. Doch sie folgen dem Gesetz des Marktes: Alles muss neu, aufregend sein. Das Schweizerische zählt ohnehin wenig. Adieu, Jürg Federspiel. Du hast uns hinterlassen. Wie schrieb ich neulich: “Die Schweiz ist keine Kulturnation; sie ist eine Kultur-Handelsnation.”

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