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Tagesarchiv für 28. Februar 2007

Politik-Wettrennen UBS:CS

Mittwoch, den 28. Februar 2007 um 11:59

Unsere beiden Grossbanken tun natürlich alles, damit die Demokratie in unserem Land gefördert wird. Jedoch hat die UBS die Führung übernommen, um für die Bankiervereinigung die Zukunft des Finanzplatzes Schweiz zu bestimmen. Wir alle können nur mit Andacht darauf warten, was Peter Wuffli und Beat Durrer komponieren. Jedoch, während die UBS nur 200 Mitarbeiter hat, die gleichzeitig politische Funktionen wahrnehmen, verfügt die CS über 280 Mitarbeiter, die sich in unserem Land politisch engagieren. Wahrscheinlich bedeutet dies nicht viel, aber die CS war einst “die” Zürcher Grossbank mit entsprechendem politischen Engagement. Davon ist einiges übrig geblieben.

Die Bündner lieben gerne

Mittwoch, den 28. Februar 2007 um 11:37

Davos wirbt mit der guten Bergluft, denn “Love is in the air”. Was für Touristiker gilt, nimmt auch der Churer (abtretende) Bischof Amédée Grab für sich in Anspruch. Er liess am letzten Sonntag von den Kanzeln verlesen, dass Liebe das höchste Prinzip sei. Ich frage mich, was in Bünden los ist. Alle lieben einander – es wird auch Zeit.

Adieu, Jürg Federspiel.

Mittwoch, den 28. Februar 2007 um 11:29

Er ging ins Wasser, dieser mächtige freundliche Mann; es muss ein beeindruckender Moment gewesen sein, als er sich dem Rhein auslieferte. Jürg Federspiel war einsam. Die Menschen in unserem Land sind nur mit den Erfolgreichen. Wer nicht mehr Auflage macht, zählt nicht mehr. Ich erinnere mich an Hermann Burger. Er war, trotz rothaariger Freundin, die später von einem FDP-Politiker übernommen wurde, ein sehr einsamer Mann. Einmal sollte ich ihn entführen, “dann werde ich berühmt”, sagte er. Ich weigerte mich und schickte ihn, gegen Mitternacht, in seinem roten Ferrari nach Hause. Später brachte er sich doch um. Diese Männer sind nicht für die Jetztzeit gemacht. Auch um F.A. Meyer mache ich mir Sorgen. Der Emmenthaler par excellence, der Basler Emmenthaler, ist ein ebenso einsamer Mensch. Unsere Institutionen verfügen, wie Pro Helvetia, über Millionen. Doch sie folgen dem Gesetz des Marktes: Alles muss neu, aufregend sein. Das Schweizerische zählt ohnehin wenig. Adieu, Jürg Federspiel. Du hast uns hinterlassen. Wie schrieb ich neulich: “Die Schweiz ist keine Kulturnation; sie ist eine Kultur-Handelsnation.”

Warum scheiterte der Elisabeth Kopp-Film?

Mittwoch, den 28. Februar 2007 um 8:50

Mit mehr als 10 000 Zuschauern rechnet niemand mehr. Der Elisabeth Kopp-Film “Eine Winterreise” ist gescheitert. Die modernen jungen Schweizer wollen von den alten Geschichten nichts mehr hören; sie sind mit der Gegenwart beschäftigt, mit “action à l’americaine”. Elisabeth Kopp kann dennoch zufrieden sein: Die Medien haben sich intensiv mit ihrem Sturz beschäftigt und diesen zum Teil relativiert. Dieses prekäre Gleichgewicht ist nur vorübergehend; es wird so lange nicht gelöst sein als nicht die volle Wahrheit an den Tag tritt. Elisabeth Kopp geht es besser.

 
     
     
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