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Monatsarchiv für Januar 2007

Subventionen haben tolle Folgen

Dienstag, den 30. Januar 2007 um 16:39

Während in Argentinien und Brasilien ein Hektar Farmland zwischen tausend bis dreitausend USD kostet, müssen bei uns bis zu USD 50 000 für die gleiche Fläche bezahlt werden. Dies ist auch Ausdruck der hohen Subventionen, die unsere Landpreise in Spitzenlagen gehievt haben. Es wird in Zukunft deshalb nur noch drei Arten von Menschen geben, die in unserem Land leben können: 1. Sehr Reiche aus aller Welt, die genügend Finanzmittel haben, 2. Subventionierte Ureinwohner (Zuschüsse für Wohnungen, Versicherungskosten, Erziehungs- und Alterskosten), 3. Zunehmend verarmende Einheimische. Wir sind voll dabei, diese Schweiz von morgen zu realisieren.

Indische Ideen über Europas Energie

Dienstag, den 30. Januar 2007 um 15:24

Der Inder Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur, meint, vor allem die Industriestaaten und China sollten den CO2-Ausstoss reduzieren. Indien selber und die Staaten südlich der Sahara sollten davon ausgenommen werden. Man habe im Westen “sehr viel Fett angesetzt”, das man leichter abbauen könne als jenes in Indien oder Afrika, wo die Menschen verhungern.

Merke: Wir sind schon mitten im Kampf um die künftige Energiezufuhr. Es wird Zeit, dass wir mehr Energie aufwenden, damit wir nicht zum Abbau oder überteuerten Bezug gezwungen werden.

Ausverkauf der Schweizer Wirtschaft?

Dienstag, den 30. Januar 2007 um 14:10

Die neuen Chefs der Schweizer Industrie heissen Victor Vekselberg (Oerlikon-Gruppe), Ivan Glazenberg (Glencore-Gruppe)und Willy Strothotte (Xstrata). Sie führen grosse, miteinander verbundene und rasch wachsende Schweizer Konzerne mit Hunderttausenden von Mitarbeitern, weshalb das Wohlergehen ganzer Schweizer Regionen von den Entscheiden dieser neuen Supermanager abhängen kann. Im Unterschied zu den alten Chefs der Schweizer Industrie (Pierre Borgeaud, Peter Spälti, Felix Wittlin etc.) haben die neuen Herren kaum Bezug zur basisdemokratisch fundierten Schweizer Öffentlichkeit. Die notwendigen politischen Kontakte laufen auf engen Bahnen, die über die Entscheidungspraxis in diesen Unternehmen nichts erfahren lassen. Die Firmen werden zu Blackboxes, wobei man nur hoffen kann, dass dort die richtigen Entscheide fallen, was bei keiner Firma je als sicher gelten darf. Der mögliche bevorstehende Angriff dieses Unternehmens-Konglomerats auf die Sulzer-Gruppe in Winterthur weckt bei erfolgreichen national ausgerichteten Industriellen Misstrauen. Sie sehen das Risiko, dass im eigenen Land wirtschaftliche Fremdkörper entstehen, die mit dem Bild der Schweiz, wie sie sich gerne sieht, wenig zu tun haben.

GE: Code of Ethics mit Einschränkungen

Dienstag, den 30. Januar 2007 um 10:38

Der wunderbare GE-Konzern, wo Jeffrey Immelt Jack Welch besser abgelöst hat als man sich dies vorstellen konnte, hat einen Code of Ethics. Soweit so gut. Er gilt jedoch in erster Linie für den Industriebereich, nicht für die Financial Services, die auch in der Schweiz prominent vertreten sind. Die Ethik, siehe die neue Stiftung von Peter Wuffli, eine immer prominentere Rolle spielt, lohnt es sich, dies zu hinterfragen. Wahrscheinlich wird Ethik bei den Finanzdienstleistern auch als “derivative business” betrachtet: Die Zukunft zählt mehr als die Gegenwart.

WEF 07 war kein Erfolg

Dienstag, den 30. Januar 2007 um 10:07

Als ich meine US-Freunde verabschiedete, die, vom WEF kommend, über Zürich wieder nachhause flogen, spürte ich etwas Ratlosigkeit in ihren Stimmen, eine Nachdenklichkeit, die mit Nachhaltigkeit wenig zu tun hatte. Sie waren sich nicht ganz klar darüber, worüber man eigentlich befunden hatte. War Davos mit dem WEF 07 ein Erfolg? Ich meine, nein. Die einen meinten, man habe über das wirtschaftliche und politische Gleichgewicht der Weltregionen gesprochen, die anderen über Ökologie und Nachhaltigkeit. In Erinnerung geblieben ist mir das Gebiss von Doris Leuthard, das sich dem Ohr des brasilianischen Aussenministers näherte wie ein Piranha seiner Beute; er hielt die Augen geschlossen und näherte sich halb geöffneten Mundes der Wange seiner Schweizer Kollegin. Nicht einmal Madonna hätte dies besser gekonnt. Sharon Stone vermisste ohnehin niemand, denn Martina Bartiromo von CNBC ist ohnehin viel attraktiver. Ach ja, Prof. Schwab war auch da, wie ein Weltgeist schüttelte er Hände. Was er verzweifelt braucht, ist eine Zentralaktion, die ihn dem Friedensnobelpreis näher bringt. So braucht den Krieg, wer den Frieden will. Merke: Mit seiner Stiftung “Social Entrepreneurship” will Klaus Schwab den Weg in die Zukunft führen. Welcher Irrtum; “social entrepreneurs” hatten wir in den letzten 300 Jahren viele, aber keiner der Gründer hatte je einen Nachfolger im Geiste. In der zweiten Generation scheiterten alle.

WIR LEBEN ZÜRICH – WELTKLASSE!

Dienstag, den 30. Januar 2007 um 8:53

Der neue Slogan für die Euro 08 sagt nichts aus. Der bekannten Werbeagentur Advico ist mit diesem Slogan ein ganz kleiner Wurf gelungen. Der Slogan ist das Ergebnis von totaler Fantasielosigkeit. Zürich Tourismus beweist mit der Zustimmung zu diesem Slogan, wie kreativ sie wirklich sind. Ich glaube, dort wurde einfach die Rechnung bezahlt ohne genau darüber nachzudenken, was sie da für viel Geld erhalten haben. Es passiert eigentlich immer wieder derselbe Fehler. Die Sicht von aussen fehlt und deshalb schmückt man sich aus Angst vor Versagen mit grossen Namen, damit man im worst case sagen kann: Das war die Idee der Werber.

Mein Tipp: Zürich Tourismus hätte besser einen Wettbewerb durchgeführt, wobei die in Zürich lebenden Bürger hätten mitbestimmen können. Damit hätte man die hohen Kosten für die Super-Werber gespart und die Touristiker könnten sich auch dort hinter den Vorschlägen der Bürger verstecken – also, man müsste auch hier keine Verantwortung übernehmen.

Fidel Stöhlker

Nestlé ist Subventionsmeister

Montag, den 29. Januar 2007 um 17:22

Man muss die Informationen mühsam zusammentragen: Nestlé bezieht in der Schweiz Fr. 13,6 Mio an Subventionen, damit der Konzern Schweizer Milch für seine Schokoladen bezieht und nicht EU-Milch. Jetzt stellt sich heraus, dass Nestlé auch, eigentlich nicht überraschend, von der EU Subventionen bezieht: Sfr. 72 Mio. für noch nicht näher bekannte Leistungen im Jahr 2005.

Merke: Einige Millionen für ein gezieltes Lobbying zahlen sich immer aus.

Nelly Wenger definitiv abgesägt bei Nestlé

Montag, den 29. Januar 2007 um 16:30

Seit Monaten haben wir behauptet, Nelly Wenger sei die falsche Managerin für Nestlé. Wir mussten allerlei Beschimpfungen hören, ob wir gegen Frauen seien, gegen Juden o.ä. Keine Spur davon, Nelly Wenger hat bei Nestlé ebenso versagt, wie zuvor bei der Expo 02. Natürlich kann sich jeder Staat und jeder Weltkonzern solche Flops leisten; sie sind gewissermassen system-immanent. In diesem Fall hätte man jedoch sofort erkennen können, dass man auf den falschen Manager gesetzt hat. In diesem Fall war es halt eine Frau.

Schweizer Unis in der Krise

Montag, den 29. Januar 2007 um 15:53

Staatssekretär Charles Kleiber muss in den letzten Monaten seiner Amtszeit von Krisenherd zu Krisenherd eilen:

- In Neuenburg widersetzt sich der Rektor offen seinen Plänen und denjenigen der Regierung.
- An der ETH Zürich ist die Personalkrise nur kurzfristig überwunden; erst mit einem neuen Rektor kann sich zeigen, wohin die ETH gehen wird.
- Von der Uni St. Gallen kommen beunruhigende Signale, dass der neue Rektor, ein Deutscher, bei den Professoren wenig Anklang findet.

Die Hochschullandschaft 2008 ist ohnehin als Projekt gescheitert. Jetzt wird 2011 ins Auge gefasst. Wir haben ja Zeit.

Sachseln – Service der Extraklasse

Montag, den 29. Januar 2007 um 10:34

Vergangene Woche war ich in einem emPowerment-Seminar im Hotel Kreuz in Sachseln/OW. Sachseln habe ich auf diese Art neu entdeckt. Ein Dorf, malerisch am See gelegen, das nach den grossen Unwettern mit viel Liebe wieder aufgebaut wurde. Das Hotel Kreuz, mitten im Zentrum gelegen, wurde von der Familie Moser wieder komplett saniert. Nun steht in Sachseln ein wunderschönes Ferien- und Seminarhotel, das mehr als ein Besuch Wert ist. Die Betreiberfamilie Moser betreut die Gäste persönlich und das mit einer Hingabe, wie ich es in der Schweizer Hotellerie kaum erlebt habe. Eine wahre Freude für jeden Gast.

Die kulinarischen Köstlichkeiten von Küchenchef Santana (nicht virtuos Gitarre spielend) sind abwechslungsreich und äusserst frisch. Hier kann man sich regelrecht zu Hause fühlen. Das “Farbhaus”, eines der ältesten Holzhäuser der Schweiz, ist gleich nebenan und wird für Seminare genutzt. In diesen wunderschönen und geschichtsträchtigen Räumen lassen sich Seminare noch viel besser geniessen, als in einem modernen Hotelkomplex.

Hotel Kreuz – Ein Hotel, das ich gerade wegen dem absolut meisterhaften Service für Urlaub und Firmenseminare nur empfehlen kann.

Fidel Stöhlker

 
     
     
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