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Tagesarchiv für 24. November 2006

Mörgeli vs. Borat

Freitag, den 24. November 2006 um 10:24

Etwas haben sie gemeinsam – sie polarisieren wie die Weltmeister und beide amüsieren uns. Mörgeli mit etwas weniger Witz, sonst würde er ja nicht zur unsinnigen Klage gegen den Film “Borat” aufrufen. Borat alias Sacha Cohen hält im Film den Menschen einen Spiegel vor und zeigt damit wie rassistisch, antisemitisch, sexistisch, chauvinistisch sie sind. Ich fand den Film amüsant aber ich würde ihn mir nie ein zweites Mal ansehen. Aber was will Mörgeli jetzt schon wieder? Unser nationaler Super-Kolumnist und SVP-Trompeter Christoph Mörgeli wittert wie Ed Fagen eine Chance: sich und an zweiter Stelle die SVP wieder ins Gespräch zu bringen, weil gerade dieses Thema in der Schweiz gewissen Zündstoff liefert. Die EKR interessiert es nicht und wenn ich mit anderen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in der Schweiz spreche, lachen viele nur über Mörgelis Vorstoss, weil er sich um solch lächerliche Dinge kümmert. Ich finde es bedenklich, wenn ein Nationalrat sich auf ein solches Niveau runter manövriert nur um in den Medien Stimmung zu machen. Solche Übungen führen zur Boulevardisierung in der Politik und ich meine, wir haben viel wichtigere Themen in unserem Land zu lösen. Christoph Mörgeli soll bitte weiterhin seine Kolumnen, die ich übrigens klasse finde, schreiben, aber Finger weg von Filmkritiken, dafür gibt’s Experten.

Fidel Stöhlker

Die Kantonsgrenzen werden störend

Freitag, den 24. November 2006 um 10:23

Kantonale Grenzen sind ein Relikt der Vergangenheit, das nur noch dazu dient, alte gesellschaftliche Formen zu finanzieren, nicht zuletzt zehntausende von Politikern und Beamten. Sehr deutlich wird dies am Beispiel des Gesundheitsmarktes, wo längst über die kantonalen Grenzen hinaus gedacht werden muss. Es gibt nur noch einen schweizerischen Gesundheitsmarkt und keinen kantonalen mehr. Seit einiger Zeit deutlich wird dies am Beispiel der Hochschulpolitik. Ähnlich wie im Gesundheitsmarkt, ist eine kantonale Hochschulpolitik einfach lächerlich. Jetzt greift dies auch auf die Kantonalbanken über. Richtigerweise will die Glarner Kantonalbank mit CEO Bernt Arpagaus eine starke Regionalbank bilden, indem sie die Bank Linth übernimmt. Sollte dies nicht klappen, werden sich alleine die Grossbanken freuen und ein Schnäppchen mehr schlucken. Der Sturm gegen die kantonalen Grenzen ist im Gange. Jeden Tag fahren 10 000 Luzerner nach Zürich zur Arbeit. Für sie ist ihr Kanton nur noch ein Vergnügen für den Feierabend und das Wochenende.

Der neue Bond: Täuschung für’s Volk

Freitag, den 24. November 2006 um 9:40

Daniel Craig kann weder gut Auto fahren noch selber die tollen Stunts realisieren. Dafür kann er sich betrinken: Sechs Tage lang, wie er selber sagt, nachdem er die Rolle erhielt, mit Wodka und Vermouth. Dieser Mann soll unserer Jugend ein Vorbild sein und alle Gleichaltrigen aufmuntern – zu was eigentlich?

Neue Spielregeln aus Japan

Freitag, den 24. November 2006 um 9:21

Mit “Old Europe” wurden wir erstmals geohrfeigt (Donald Rumsfeld), dann kam Armin Meier, CEO von Kuoni, und sagte: “Die Chinesen kommen zu uns wie in ein Museum.” Das stimmt, denn wenn ich den HB Zürich mit einem japanischen Bahnhof vergleiche, komme ich mir vor, als sei ich dreissig Jahre zurück. Jetzt fordert uns der Gründer von Kyocera, Kazuo Inamori, auf, wir sollten uns auf ein “mildes Wachstum” beschränken, aus ethischen Gründen unser Wachstum zurückstellen und damit den Menschen in den Entwicklungsländern helfen. Er meint auch, Manager sollten nicht mehr als das 10- bis 20fache eines Hochschulabgängers verdienen. Das wären dann Jahreseinkommen von 1-2 Millionen Franken. Ospel-Kielholz-Wuffli-Brabeck-Vasella-Humer-Grüebel bedanken sich schon jetzt für solche Vorschläge. Im übrigen wächst die Schweizer Wirtschaft (mit Ausnahme der Unternehmen des Finanzplatzes und der Exportindustrie) kaum noch. Wir sind schon dabei.

Bundesrat und Schriftsteller uneinig

Freitag, den 24. November 2006 um 8:15

Während der Bundesrat der Meinung ist, die Situation des Buchmarktes in der Schweiz sei “gesund und stabil”, sind die Schweizer Schriftsteller, wie ihr Verband AdS mitteilt, anderer Meinung. Dutzende von Verlagen und Buchhandlungen sind in letzter Zeit geschlossen worden. Anspruchsvolle Buchhandlungen gibt es auf dem Land kaum noch. Schweizer Verleger sind praktisch ausgestorben, vergleicht man dies mit deren Fülle noch vor 20 Jahren.

Merke: Dem Bundesrat sind Verlage, Buchhändler und Autoren ohnehin gleichgültig. Wer denkt, ist unbequem bis gefährlich. Für den Normalschweizer reichen das Schweizer Fernsehen, das “Echo der Zeit” und die “NZZ”. Daher schadet es auch nicht, wenn jeder zehnte Schweizer nicht mehr lesen kann und die Sekundarschüler die Schule verlassen, ohne eine Idee von den Institutionen unseres Landes zu haben. Was würde C.A.Loosli dazu sagen?

 
     
     
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