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Monatsarchiv für November 2006

Schawinski – einer gegen alle.

Donnerstag, den 30. November 2006 um 15:50

Er will in Berlin bleiben, weil ihm Stadt wie Menschen gefallen; ob er künftig auch wieder in Zürich wohnen wird, ist derzeit offen. Die Rede ist von „unserem“ Roger, der auch mit 61 Jahren nicht daran denkt, seinen Stil zu ändern: Er will gewinnen. So wirkt auch sein Abgang bei SAT.1 vernebelt. Er wird Berater des Senders bleiben, weiss aber noch nicht, ob er ihn auch beraten wird. Die Kernfrage, wie erfolgreich er wirklich war, kann schwerlich korrekt beantwortet werden. Auf jeden Fall sind die Zuschauerzahlen von SAT.1 wieder ziemlich tief, eine ganze Reihe seiner Programme sind ganz oder in Teilen gefloppt. Roger sagt, das seien zyklische Schwankungen. Er wird das Gegenteil nicht mehr beweisen müssen. Wahrscheinlich folgte er der alten Regel von Dr. Egon P. S. Zehnder: „Ein guter Manager weiss, wann er gehen muss.“ Roger hat dies getan und damit wieder seine Instinktsicherheit bewiesen.

Money talks

Donnerstag, den 30. November 2006 um 15:27

Werden neue Religionen abgelehnt, hat dies häufig seinen Grund darin, dass an den alten Religionen noch viel verdient wird. Der Silberschmied Demetrios trieb die Massen zum Protest gegen Paulus, der das Christentum predigte, weil der Devotionalienhandel für die Göttin Artemis sehr einträglich war.
Seither ist es so geblieben: Wer an Altem verdient, wird das Neue ablehnen.

Innovation und Kampf um den Mehrwert

Donnerstag, den 30. November 2006 um 14:51

Dieser lauter werdende Ruf nach Innovation und mehr Geld für Universitäten wie Forschung und Entwicklung ist nichts anderes als ein Reflex, der die zunehmend verzweifeltere Lage wachsender Teile der Menschheit überdeckt. Nicht nur hat die Zahl der Armen in den reichen wie den ärmsten Staaten der Erde seit zehn Jahren zugenommen, es sind auch die Probleme angewachsen (Wasser, Nahrung, Verslummung der Städte), die auf eine weitere Verschlechterung der Lage für immer mehr Menschen hinweisen. Jetzt zeigt sich, dass seit über zwanzig Jahren auch grosse Teile des früheren Mittelstands einen im günstigsten Fall stagnierenden, häufig aber sinkenden Lebensstandard aufweisen. Der Kampf um den Mehrwert, das Geld, ist voll entbrannt. Wer kann, bereichert sich, seien dies Unternehmer, Spitzenmanager oder Beamte. Die meisten Menschen sind dazu ohnehin nicht in der Lage. Die Schweiz hat die Chance, für die reichsten Menschen der Welt ein blühender Garten zu bleiben, in dem sich gut und sicher leben lässt. Kofi Annan, abtretender UNO-Generalsekretär, macht es vor: Er wird weiterhin im Raum Genf wohnen. Wir haben auch als Standort von Konzernen wegen der sozialen wie der steuerlichen Vorteile weiterhin ausgezeichnete Chancen. Wenn um uns herum die Strukturen zerfallen, wird dies die Flucht in die heile Schweiz nur begünstigen. Jenseits unserer Grenzen sieht es mit zunehmendem Abstand von unseren Landesgrenzen einfach düster aus, je weiter, desto düsterer. Merke: Je gestresster unser eigenen Leute im Land wirken und werden, umso mehr rufen sie nach Innovation. Das Innovativste wäre wohl, etwas Ruhe in die gesellschaftliche Entwicklung zu bringen. Damit ist nicht zu rechnen.

Vor dem Untergang der „Basler Zeitung“

Donnerstag, den 30. November 2006 um 14:08

Die erstarkte Mittelland-Zeitung, vertreten durch die „Basellandschaftliche Zeitung““, stösst jetzt erstmals mit einer Grossauflage in die reichen Vororte der Stadt Basel vor. Wie ich schon in „Tele Basel“ sagte: „Die Türken stehen vor Wien.“ Bei der „Basler Zeitung“ zeichnet sich der bevorstehende Untergang der jetzigen Konstellation ab. Jungverleger Hagemann hat es nicht geschafft, der „Basler Zeitung“ mehr Gewicht zu geben; im Gegenteil: Er hat wichtige Gebiete aufgeben müssen. Sogar der Chefredaktor ist – nicht überraschend – ausgeschieden. Am Rheinknie stehen Aenderungen an. Es gibt für die modernen Basler keinen Grund mehr, sich eine eigene Zeitung zu halten. Die Mitarbeiter von Chemie, Pharma und den Banken sind zunehmend Ausländer aus Frankreich und Deutschland. Die Basler Kernbevölkerung verarmt seit Jahren; der „Basler Geist“ ist mehr Legende als Realität. Das sind keine guten Nachrichten; schlechtere sind zu erwarten.

Armes Basel

Donnerstag, den 30. November 2006 um 13:43

Wie alle Leser wissen, liegt mir der Kanton Basel-Stadt am Herzen. Diese wunderschöne europäische Stadt am Rheinknie wirkte auf mich schon seit zehn Jahren immer ärmlicher. Zwischen dem historischen Basel und dem heutigen Basel öffnete sich eine Kluft, die jetzt auch in Zahlen manifest wird. Während die 47 000 Zürcher Millionäre nur 65% des Volksvermögens ihr eigen nennen, verfügen 5 300 Basler Millionäre (und Milliardäre) über knapp 72% des Volksvermögens. Das sind fast schon afrikanisch-lateinamerikanische Zustände. Merke: Einige wenige Superreiche machen auch in Basel den Braten nicht fett.

Condi Superstar ist verblasst

Donnerstag, den 30. November 2006 um 13:21

Erinnern wir uns noch, als uns Condi („Superstar“) Rice politisch verkauft wurde? Eine Frau, die an Intelligenz einfach nicht zu schlagen ist, ganz wie McNamara einst. Und heute? Condi sieht verbissen aus, etwas kahler auf der Vorderstirn. Die Weltpresse hört ihr schon gar nicht mehr zu. Trägt sie auch Akris? Sie schaut verbittert aus wie ihr Chef, der grosse Geldherr George W. Dessen Sätze werden immer kürzer, ähneln mehr Slogans von CocaCola als den Aussagen eines Weltmachtführers. Wie waren Churchill und de Gaulle doch sprachlich elegant gegen diesen texanischen Cowboy. Condi ist zur Marionette zurückgebunden worden. Neuer Krieg oder Ablösung, das ist die Frage.

Deutschland ist nicht lustig

Donnerstag, den 30. November 2006 um 11:11

Völlig unverständlich: Die Deutsche Bundesbahn baut in Berlin einen Bahnhof. Sie lässt im Untergeschoss eine Decke einziehen, die dem Stararchitekten nicht gefällt. Der deutsche Bundesgerichtshof entscheidet, die Decke des Stararchitekten muss nachgebaut werden. Entscheiden in Deutschland denn die Gerichte, was gebaut werden darf? Meines Erachtens entscheidet der Bauherr über die Gestaltung seines Baus; dieses Recht sollten wir uns nicht nehmen lassen. Dieser Stararchitekten-Rummel ist eindeutig überzogen.

Rettet Vasella Brabeck?

Donnerstag, den 30. November 2006 um 10:19

Peter Brabeck hat in seiner bald zu Ende gehenden Zeit als Nestlé-Chef keine grössere Akquisition erreicht. Jetzt bietet ihm Freund und Co-VR Daniel Vasella die Chance, von Novartis Gerber zu übernehmen, einen bedeutenden Hersteller von Kindernahrungsmitteln. Damit würde die Ära Brabeck einigermassen gerettet. Vasella pokert gerade deshalb hoch und will Gerber nur zum besten Preis abgeben.

Die US-Legendenmaschine läuft schon wieder

Mittwoch, den 29. November 2006 um 17:24

Jetzt, wo vier Fünftel aller Amerikaner den Rückzug der USA aus dem Irak wollen, läuft die neue US-Legendenmaschine. Vietnam unter Präsident Johnson war keine Niederlage, heisst es. Sie wurde nur als solche interpretiert. In Wirklichkeit seien die Vietcong mit ihrer Tet-Offensive gescheitert, als die Amerikaner aus Saigon abzogen. Auch Somalia sei keine Niederlage gewesen, sondern nur eine „empfundene Niederlage“. Ist dieser „double talk“ nicht wundervoll? Wenn die Amerikaner demnächst einmal aus dem Irak abziehen werden, wird ein US-General wie Westmoreland wieder das V-Zeichen zeigen. Wie singt man in Washington so schön: „We are the winners….“ Ein schönes Land, aber meist komische Regierungen, Nachfahren der Europäer eben.

Nur Dumme schlagen zu

Mittwoch, den 29. November 2006 um 16:40

Wie jeder Lehrer weiss, sind die besten Schüler keine Konsumenten von Brutal-, Raserei- oder Sex-Videos. Es sind die üblichen Dummköpfe, die meist von den Eltern her kein eigenes Wertesystem aufbauen konnten, die Opfer des modernen Medienmarketings werden. Unsere klugen Kinder sind davor weitgehend gefeit. Wer sich prügelt, kennt keine anderen Ausdrucksformen; das war schon immer so. Gefährlich und neu ist die Tatsache, dass unsere demokratischen MitbürgerInnen unsere eigenen demokratischen und kulturellen Abläufe immer weniger verstehen. Daraus entwickelt sich eine Abart der Radikalität, die Aggression der Enttäuschten, der Abgehängten, der irgendwie Hoffnungslosen. Zuerst hat die SVP davon profitiert, deren Aufstieg parallel lief zum Abstieg des schweizerischen Mittelstands. Dieser meist dumpfe Radikalismus wird von klugen Politikern bedient, um damit die eigenen Geschäfte oder die ihrer Freunde zu betreiben. Eine gewisse Verödung macht sich breit, die zum Niedergang gewachsener gesellschaftlicher Strukturen beiträgt.

 
     
     
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