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Tagesarchiv für 30. Oktober 2006

Zürcher Aufsteiger

Montag, den 30. Oktober 2006 um 17:09

Was Zürich so lebendig macht, sind die zahlreichen Aufsteiger aus allen Landesteilen. In einer Medien- und Kreativstadt wie Zürich sind mir drei aufgefallen:
– Peter Hartmeier, Chefredaktor des „Tagi“, von dem zu Beginn niemand richtig glauben wollte, dass dies der richtige Job für ihn sei. Der gebürtige Schaffhauser hat sich ganz ruhig durchgesetzt und in der Redaktion bei äusserster finanzieller Anspannung einen Prozess des Fortschritts ausgelöst, der erstaunlich ist. Die „NZZ“ wirkt weit abgeschlagen.
– Doris Fiala, die FDP-Präsidentin des Kantons Zürichs, wirkte zuerst auf konservative FDP-Kreise, vor allem auf solche an der Zürcher Goldküste, wie ein Faustschlag aufs Auge. Erst allmählich wird begriffen, dass sie nach Jahrzehnten falscher Erregung die Partei wieder auf Kurs gebracht hat: Friede mit der SVP, initiativfähig, programmatisch fortschrittlich.
– Markus Gilli, der Programmchef und das Aushängeschild von „TeleZüri“, ist heute ein „Mr. Züri“ geworden, der in breitesten Kreisen der Bevölkerung grosses Ansehen geniesst. Er zeigt täglich was die Zürcher Bevölkerung wirklich beschäftigt. In diesem bewusst bescheidenen Anspruch übertrifft er die Leistungen der „Blick“-Redaktion bei weitem, welche die Zürcher Bevölkerung bekehren möchte. Ergebnis: Der „Blick“ lahmt, „TeleZüri“ blüht. Gilli ist heute auch als seriöser Moderator stark gefragt.

Diese Liste ist natürlich fortsetzbar.

Wowi und Wowe

Montag, den 30. Oktober 2006 um 16:41

Der regierende Wowi in Berlin will nicht sparen, sondern seine kulturell reiche Stadt einfach weiter betreiben; 90 Mia. Sfr. Schulden lassen grüssen. Sein sozialdemokratischer Bruder im Geiste, Wowe in Winterthur, lässt sich jedes Jahr von den anderen 170 Gemeinden des Kantons rund Fr. 110 Mio. überweisen. Als Grund gibt er an, Winterthur verdiene dies, ganz wie sein Bruder Wowi in Berlin. So sind Sozialdemokraten nun einmal, auch wenn sie sehr, sehr nett sind.

Calmy-Rey und Leuthard: Ansichten.

Montag, den 30. Oktober 2006 um 16:26

Zur Ostmilliarde meinte die gut gestartete Neu-Bundesrätin Doris Leuthard: „Auch bei Ablehnung sind die Bilateralen nicht direkt gefährdet.“ Kollegin Micheline Calmy-Rey, die immer noch ihr aussenpolitisches Projekt sucht, meinte jedoch: „La place de la Suisse en Europe est en jeu.“ Meine Meinung: Es handelt sich bei der Milliarde um eine Exportförderungsmassnahme, eine Art politischer Bakschisch zugunsten von ABB, Sulzer und vielen anderen Exporteuren. Wir geben unser Geld meist für Dümmeres aus.

Die Basler sind einfach köstlich.

Montag, den 30. Oktober 2006 um 15:44

Die beiden Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Land habe ich stets als Unsinn beklagt. Jetzt beweisen sie es selber: Weil die Baselbieter zu wenig Platz für die Alten in ihren eigenen Pflegeheimen haben, wollten sie diese bei den Stadtbaslern unterbringen. Diese wollten erst nicht, weil sie die Landbasler nicht auf eigene Kosten unterbringen wollten. Jetzt wollen sie doch, aber die Landbasler haben den Schwarzen (Kosten-)Peter ihren eigenen Gemeinden zugeschoben. Mit denen aber will die Stadtbasler Regierung nicht verhandeln, sondern mit dem Kanton. Das ist Basler Politik.

Zwei sehr grosse alte Männer.

Montag, den 30. Oktober 2006 um 11:19

Tomi Ungerer, fast vergessen und dies zu Unrecht, erhielt einen Kulturpreis in seiner Heimat, dem Elsass. Dieser erotische Märchenerzähler und –zeichner hatte noch eine Eleganz im Stift, die ich heute vermisse, sogar im „New Yorker“, der mehr Legende ist als er Talente produziert. Klaus Staeck schuf Ungerer die Preisgrafik. Wer kennt noch Klaus Staeck? Giftiger war keiner. Dafür haben wir Nico, der heute bei Banken als Vorzimmer-Zeichner auftritt. Merke: Den Niedergang der Künste bemerkt nur, wer sich lange damit beschäftigt. Der kurze Blick sagt wenig.

Die GC-Pleite mit Nachwehen

Montag, den 30. Oktober 2006 um 8:19

Was wohl die Herren des Zürcher Donnerstag-Clubs treiben im Hotel Baur au Lac? Früher nannten sie sich die städtische Elite, ein heimliches Herrschaftszentrum, angeführt von Starbankier Rainer E. Gut und vielen Vollzugsgehilfen. Heute dümpelt der gleiche GC vor sich hin, kaum noch 5000 Zuschauer. „Grossvater Spross“, der letzte der grossen GC-Fans und –Förderer, der von den Bankiers entmachtet wurde, wäre von Grauen gepackt, müsste er dies noch erleben. Dagegen der Hotz-Club FC Zürich, er bringt es immerhin auf 10 000 Besucher, was auch nicht viel ist. Eigentlich vermisst den GC niemand; Fussball ist heute ein Sport für Landsknechte und Cüpli-Proleten.

 
     
     
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