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Monatsarchiv für September 2006

Blair’s Beschiss

Freitag, den 29. September 2006 um 15:48

Man mache mir doch nicht vor, den Engländern gehe es wirklich gut. Das mag für die City of London gelten und einige angrenzende Quartiere. Ich rate jedermann ab, es sei denn aus ethnologischen Gründen, in die Gebiete nördlich Londons zu reisen. Je weiter im Norden, desto ärmer. Das Blairsche Wunder, sofern man dies so nennen darf, war nichts anderes als eine Blüte für wenige und viel Abfall für die meisten. Es gibt kein Volk in Europa, das derart verschuldet ist wie die Engländer. Jeder Engländer ist mit über 310 000 Euro (pro Kopf) verschuldet, jeder Deutsche mit Euro 143 000.—. Im europäischen Durchschnitt sind es pro Kopf nicht mehr als 2200 Euro.

Merke: In der Schweiz lebt man als vierköpfige Familie gut mit einem Jahreseinkommen von über CHF 140 000.—. In London lohnt es sich kaum, mit dem Doppelten davon zu beginnen. Auch das muss man wissen: Die normalen Angestellten in der City erhalten auch nicht mehr als £ 35 000.—bis 50 000.–. Dafür müssen sie 2-3 Stunden täglich „commuten“, weil sie sich das Leben in dieser wichtigsten Stadt Europas überhaupt nicht leisten können.

Politische Rechnungen

Freitag, den 29. September 2006 um 13:08

Zwei Beispiele gefällig:

– Die Kern-NEAT soll CHF 18 Mia kosten. Jedoch, mit allen Zusätzen sind es bereits CHF 24 Mia.
– Die Kerninflation beträgt 1,4%. Erweitert um die ausgegrenzten Faktoren (Gesundheitskosten etc.) beträgt sie mit grosser Sicherheit mehr als 2%.

Das sind politische Rechnungen wie bei einem Autokauf, der bekanntlich früher immer mit dem Pferdekauf verglichen wurde. Ohne Blick ins Innere, auf das Gebiss etc., war man stets der Betrogene.

Maskottchen: Irgendwie hirnlos

Donnerstag, den 28. September 2006 um 15:36

Schon lange reizt es mich, eine Analyse von Maskottchen zu machen, jenen Figuren, die Olympiaden und Weltmeisterschaften begleiten. „Quirlige Zwillinge“ nennen sich die Maskottchen zur Fussball-EM 08. Was sehe ich? Zwei Wesen mit Knopfaugen und Knopfnase, eigentümlich hirnlos, muskellos-schwammig, kurzfingrig mit flachem Kinn (keine Willensstärke) und aufgerissenem, zahnlosem Mund. Es sind zwei Kindergreise, perfekter Ausdruck einer stupiden Masse, die jedem Scheinereignis zujubelt.

Prioritäten setzen

Donnerstag, den 28. September 2006 um 14:16

Alle jammern über die hohen Gesundheitskosten; warum eigentlich? Unsere jungen Männer kaufen sich die schönsten Leichtmetallfelgen für ihre schnittigen Autos. Wenn es aber darum geht, der Grossmutter ein neues Hüftgelenk zu bezahlen, ist niemand mehr zuständig. Merke: Unsere Gesundheitskosten sind hoch, aber wir geben derart viel Geld für unnötige Reisen, unnötiges Golfspielen, unnötige Tierhaltung und unnötige Mode aus, dass mir unsere Spesen für Gesundheit plötzlich gering vorkommen.

Im jüngsten „Swiss Knife“ der Schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie, schreibt deren Präsident Prof. Dr. Michael Heberer: „Die Medizin und besonders die Chirurgie werden nach Auffassung der jungen Chirurgen von der Öffentlichkeit zunehmend als Kosten- und Riskenfaktor und weniger als Wertschöpfung und Sicherheitsnetz wahrgenommen.“ Dieses Image der Chirurgen entspreche nicht der Wirklichkeit. Prof. Heberer will dies ändern.

Was ist bei Sarasins los?

Donnerstag, den 28. September 2006 um 12:55

Merkwürdige Koinzidenz: Hans J. Bär war der grosse alte Mann bei der Bank Bär, als sie den besten Ruf aller Privatbanken hatte. Was dann folgte, war ein langsamer Erdrutsch: Abgang der Familie, Übernahme durch die UBS-Manager. Jetzt geschieht bei der Basler Bank Sarasin das gleiche: Nach Alfred Sarasin, ebenso bedeutend wie Hans J. Bär, folgte ein langer Übergang, dann ein Teilverkauf an die holländische Rabobank. Jetzt holt der neue CEO Joachim Strähle alle seine starken Männer aus der CS Group. Fragt sich, wie es bei Vontobel weitergeht.

Zynismus greift um sich

Mittwoch, den 27. September 2006 um 15:42

Zitat eines Chefarztes gemäss „Tagi“: „Muss denn jeder erst drei Jahre im Pflegeheim gewesen sein, bevor er sterben darf?“ Diese Haltung genau ist es, die mich stört. Wer entscheidet, wer „jeder“ ist? Ist ein Bundesrat „jeder“ oder ein Spitzenmanager oder ein TV-Star? Mit Sicherheit weiss ich, viele Mütter oder Väter werden nicht „jeder“ sein. Soviel zur Frage, wie viel ein Leben für einen Chefarzt wert ist.

Controlling heisst steuern

Mittwoch, den 27. September 2006 um 15:05

Unter einem Controller wird bei uns im Land meist jemand verstanden, der die Finanzzahlen eines Unternehmens kontrolliert. Dieser Begriff ist aber zu eng gefasst. In Wirklichkeit heisst Controlling, das Unternehmen aufgrund der besseren Zahlenkenntnisse genauer zu steuern. Der Beruf des Controllers gehört aufgewertet.

Axa: Abbau in Winterthur, Aufbau in Afrika

Mittwoch, den 27. September 2006 um 14:15

Wer durch die alten Häuser Winterthurs streicht, so den „Club zur Geduld“, wird Erinnerungen an die Expansion der Winterthurer Wirtschaft nach Afrika finden; das ist gut 150 Jahre her. Jetzt dreht sich der Wind: Der frz. Axa-Konzern baut in Winterthur Stellen ab, dafür in Marokko in den kommenden fünf Jahren 1500 Stellen auf. Der Grund: Die Marokkaner sind gemäss Axa-Chef Henri de Castries „flexibler“. Vielleicht hat er sogar recht.

Horst Edenhofer lebt im Diners Magazin

Mittwoch, den 27. September 2006 um 13:33

Entweder wollte Horst Edenhofer, der langjährige Generaldirektor von Cartier, seinen Job nicht wirklich aufgeben oder das „Diners Magazin“ erscheint noch langsamer als man es ohnehin erwartet. Jedenfalls finden wir in der jüngsten Ausgabe ein munteres Portrait „des smarten Hedonisten und Ästheten“. Edenhofer musste seinen Cartier-Job schon vor vier Wochen aufgeben; Aufenthalt unbekannt.

Der Chaim ist ein Cheib.

Mittwoch, den 27. September 2006 um 8:41

Dr. Roger Schawinskis Arbeitgeber Chaim Saban hat Probleme. Die US-Steuerbehörde IRS wirft ihm die Hinterziehung von Steuern in der Höhe von gegen USD 300 Mio. vor. Saban wehrt sich: „Meine formelle Bildung endet mit dem Verlassen der High School.“ Er sei von seinen Beratern betrogen worden. Seine Gegner meinen, er habe die „Spaghetti“-Geschäfte schon früh in Gang gesetzt. Auch vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf müssen seine Anwälte wegen Kartellfragen in Deutschland antreten.

 
     
     
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