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Monatsarchiv für August 2006

Eine Wallis-Beilage sondergleichen

Mittwoch, den 30. August 2006 um 9:53

Zwei Frauen können mehr erreichen als viele Männer. Das beweist wieder einmal eindrücklich die “Wallis”-Beilage der “NZZ” vom 24. August. In Zusammenarbeit mit der NZZ-Redaktion wurde eine 16seitige Beilage über das Wallis realisiert, wie sie besser nicht hätte gemacht werden können. In enger Zusammenarbeit mit Urs Zenhäusern, Tourismusdirektor des Kantons Wallis, wurde dieser vielen Zürchern und Deutschschweizern leider immer noch weitgehend unbekannte Kanton mit einer Souplesse vorgestellt, die im Schweizer Journalismus ihresgleichen sucht. Und die Walliser, denen man oft Langsamkeit und Entscheidungsschwäche vorwirft, machten mit. Die Beilage, mit grossformatigen Farbfotos und präzisen Texten ausgestattet, ist reich an Inseraten aus dem Wallis, welche die Artikel informativ ergänzen. Merke: Wer sich zusammenschliesst und ein sehr gutes Projektteam bestimmt, kann auch kantonal erstklassig kommunizieren. Eva Fankhauser von Tourmedia hat das Projekt realisiert, Silvia Brunold, Geschäftsführerin von Tourmedia, eine Bündnerin, ist stolz auf ihre “Wallis”-Sonderausgabe. Beide Damen haben allen Grund dazu.

Cosi KOSA

Mittwoch, den 30. August 2006 um 9:14

Natürlich stimmt es: Wenn die Nationalbank den alten Schweizern für die AHV jährlich eine Milliarde geben soll, dann fehlt dies den Kantonen. Jedoch, soll man die Geldverschwendung vieler Kantone loben oder fördern? Warum sparen die Kantone nicht; zudem lassen sie sich nur beschränkt in die Karten blicken, an wen sie das Geld weiterleiten, wer davon profitiert. Merke: Wenn die Alten Geld wollen, geht dies anderen ab.

Schweizer Unternehmer haben Partner-Probleme

Mittwoch, den 30. August 2006 um 9:14

Gleich zweimal zeigt sich, dass Schweizer Unternehmer Schwierigkeiten mit ausländischen Partnern haben. Diese vertrauen auf Stil und guten Ruf der Schweizer, sehen sich plötzlich aber unsauber abgehängt:

Fall 1: Rumen Hranov ist der Traum eines Freisinnigen. In Bulgarien geboren, studierte er in St. Petersburg, schuf sich mit viel Fleiss ein Vermögen von gegen CHF 200 Mio. und wurde Schweizer. Solche Zuwanderer, durch die Ehe mit einer Schweizerin, haben unsere Steuerämter gerne. Jedoch, Hranov sah sich als echter Partner von Swissfirst-Banker Thomas Matter (Trauzeuge ohnehin) und nicht als Steigbügelhalter desselben. Thomas Matter sah dies wohl anders und nutzte Hranovs Vermögen offensichtlich zum eigenen Vorteil. Die Folge: Eine Klage vor Gericht.

Fall 2: Dr. Janos Kálmán, Hochschullehrer in Budapest, nimmt den Schweizer Holcim-Konzern als Minderheitspartner in sein Unternehmen auf, wo er die Mehrheit der Aktien besitzt. Kurze Zeit darauf blockieren die Schweizer mit ausgefeilten juristischen Tricks die Tätigkeit des Unternehmens und eignen sich die Kálmán-Aktien, die als Pfand auf einer ungarischen Bank hinterlegt waren, “widerrechtlich” an, wie ein Schweizer Richter feststellt. Die Aktien werden dann auch durch Holcim “eigenmächtig veräussert”, wie der gleiche Schweizer Richter feststellt. Dr. Kálmán klagt seit über 12 Jahren gegen seinen ehemaligen Schweizer “Partner”, den er als echten Partner betrachtete. Holcim wollte nichts anderes als die Mehrheit.

Offensichtlich sind viele alemannisch-deutschweizer Unternehmer zu einer echten Partnerschaft mit Mittel- und Osteuropäern nicht fähig. Ob Thomas Schmidheiny oder Thomas Matter, eine Art Herrenmenschentum will den Balken im eigenen Auge nicht wahrhaben. Als Schweizer Unternehmer ist man von Natur aus gut; jeder andere Nichtschweizer tut gut daran, diese Führungsrolle zu akzeptieren. Ob dies mit ein Grund ist, weshalb viele Schweizer so wenig verhandlungsfähig sind und immer mehr grosse Unternehmen von Ausländern geführt werden? Partnerschaft muss geübt werden, Rumen Hranov und Dr. János Kálmán lassen grüssen.

Shakespeare: Bestien brauchen Reputation

Dienstag, den 29. August 2006 um 16:20

Weil alle nach Reputation rufen, wird diese Image-Währung seit einiger Zeit hoch gehandelt. Dabei gilt die Regel, der Mensch spricht immer nur von dem, was er n i c h t hat. Warum also dieser Reputations-Boom in unserer Gesellschaft? Auch hier gibt Shakespeare (Othello, 2. Akt, 3. Szene) eine Antwort: “Reputation, reputation, reputation. O, I have lost my reputation. I have lost the immortal part of myself, and what remains is bestial.” Na ja, aus dieser Sicht betrachtet, ergeben sich völlig neue Perspektiven.

Wie man sich täuschen kann

Dienstag, den 29. August 2006 um 16:17

Zuletzt sagte mir Röbi Jeker (Dr. Robert J., legendärer Basler Barfuss-Bankier), er habe Swiss Steel wunderbar saniert. Seither war ich der Meinung, es handle sich um eine Schweizer Firma. Zu meiner und vieler Überraschung wird das Innerschweizer Unternehmen nun Schmolz + Bickenbach heissen. Es gehört, wie vieles andere auch im Land, Deutschen. Verkauft wurden die Aktien durch Crédit Suisse und UBS. Merke: Schmolz + Bickenbach klingt wirklich besser als Swiss Steel, isn’t it?

Basel baut wie toll

Dienstag, den 29. August 2006 um 16:16

Bald haben die Basler nicht nur das höchste Haus der Schweiz, sondern auch die schönste Skyline. Sie bauen und planen neue Hochhäuser wie verrückt. In Zürich warten wir auf das neue Kongresszentrum, das die Basler längst haben, schon seit Jahren. Jetzt wird das FDP-Damenteam Martelli-Gut dies in Angriff nehmen. Ich habe Hoffnung.

Die beiden Ursulas, ein Erlebnis?

Dienstag, den 29. August 2006 um 15:48

Als da wäre Ursula Haller, SVP-Hardlinerin aus Thun gegen Christoph Blocher und seine Stahlhelme. Sie diskutiert mit Ursula Wyss, SP-Hardlinerin in Sachen Freizügigkeit. Die beiden Nationalrätinnen mögen inhaltlich verschiedener Meinung sein (“Ausländer raus, Ausländer rein”), aber formell gleichen sie sich enorm. Schmaler Kopf, grosse Augen, Wuschelhaar, dezenter Ausschnitt. Diese Art von Frauen haben offensichtlich in der Politik Chancen. Beide sind schlau, das kann ich bestätigen.

Im Loch lernen

Dienstag, den 29. August 2006 um 15:26

Die einst kleine, heute aber sehr erwachsene Natascha Kampusch hat “der Weltöffentlichkeit” eine Brief zukommen lassen, der stilistisch an Äusserungen des Papstes oder Osama bin Ladens anknüpft. Schon der erste Satz “Ich bin mir durchaus bewusst, welch starken Eindruck die letzten Tage auf Sie alle gemacht haben müssen.” Ja, liebe Natascha. Ich glaube, wir sollten mehr junge Menschen acht Jahre in enge Stuben einsperren; es steigert die Ausdrucksfähigkeit.

Drei unterschätzte Flughäfen

Dienstag, den 29. August 2006 um 15:01

Bern, Lugano und Sitten sind drei Schweizer Flughäfen von gleicher Grösse. In Sion nehmen die Geschäftsflüge jedes Jahr um15% auf heute 2000 Flugbewegungen jährlich zu; ein gutes Zeichen für den Standort Wallis. Die meisten Touristen fliegen im Winter ein; sie kommen zumeist aus GB, Norddeutschland und den skandinavischen Staaten. Die Nordeuropäer fühlen sich vielleicht deshalb wohl im Wallis, weil die Oberwalliser nach römischen Quellen von den Kimbern abstammen, die aus Himmerland in Dänemark einwanderten.

Siemens kommt nicht hoch

Dienstag, den 29. August 2006 um 14:05

Der Verdacht könnte nahe liegen, dass Heinrich von Pierer, der ehemalige Siemenschef, ein besserer Kommunikator denn Industrieller war. Jedenfalls gab er die Konzernleitung an Klaus Kleinfeld ab, der stürmisch umbauen will, aber nicht darf. Das Klima zwischen beiden Herren soll kühler geworden sein. Vielleicht aber ist Kleinfeld nur ein Planer und kein Macher. Merke: In Deutschland hat sich einmal die alte AEG vernichtet; warum soll Siemens nicht ähnliche Dummheiten machen? Undenkbar ist nichts mehr.

 
     
     
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