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Weblog
Tagesarchiv für 29. August 2006
Dienstag, den 29. August 2006 um 16:20
Weil alle nach Reputation rufen, wird diese Image-Währung seit einiger Zeit hoch gehandelt. Dabei gilt die Regel, der Mensch spricht immer nur von dem, was er n i c h t hat. Warum also dieser Reputations-Boom in unserer Gesellschaft? Auch hier gibt Shakespeare (Othello, 2. Akt, 3. Szene) eine Antwort: “Reputation, reputation, reputation. O, I have lost my reputation. I have lost the immortal part of myself, and what remains is bestial.” Na ja, aus dieser Sicht betrachtet, ergeben sich völlig neue Perspektiven.
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Dienstag, den 29. August 2006 um 16:17
Zuletzt sagte mir Röbi Jeker (Dr. Robert J., legendärer Basler Barfuss-Bankier), er habe Swiss Steel wunderbar saniert. Seither war ich der Meinung, es handle sich um eine Schweizer Firma. Zu meiner und vieler Überraschung wird das Innerschweizer Unternehmen nun Schmolz + Bickenbach heissen. Es gehört, wie vieles andere auch im Land, Deutschen. Verkauft wurden die Aktien durch Crédit Suisse und UBS. Merke: Schmolz + Bickenbach klingt wirklich besser als Swiss Steel, isn’t it?
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Dienstag, den 29. August 2006 um 16:16
Bald haben die Basler nicht nur das höchste Haus der Schweiz, sondern auch die schönste Skyline. Sie bauen und planen neue Hochhäuser wie verrückt. In Zürich warten wir auf das neue Kongresszentrum, das die Basler längst haben, schon seit Jahren. Jetzt wird das FDP-Damenteam Martelli-Gut dies in Angriff nehmen. Ich habe Hoffnung.
Gesellschaft | Keine Kommentare »
Dienstag, den 29. August 2006 um 15:48
Als da wäre Ursula Haller, SVP-Hardlinerin aus Thun gegen Christoph Blocher und seine Stahlhelme. Sie diskutiert mit Ursula Wyss, SP-Hardlinerin in Sachen Freizügigkeit. Die beiden Nationalrätinnen mögen inhaltlich verschiedener Meinung sein (“Ausländer raus, Ausländer rein”), aber formell gleichen sie sich enorm. Schmaler Kopf, grosse Augen, Wuschelhaar, dezenter Ausschnitt. Diese Art von Frauen haben offensichtlich in der Politik Chancen. Beide sind schlau, das kann ich bestätigen.
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Dienstag, den 29. August 2006 um 15:26
Die einst kleine, heute aber sehr erwachsene Natascha Kampusch hat “der Weltöffentlichkeit” eine Brief zukommen lassen, der stilistisch an Äusserungen des Papstes oder Osama bin Ladens anknüpft. Schon der erste Satz “Ich bin mir durchaus bewusst, welch starken Eindruck die letzten Tage auf Sie alle gemacht haben müssen.” Ja, liebe Natascha. Ich glaube, wir sollten mehr junge Menschen acht Jahre in enge Stuben einsperren; es steigert die Ausdrucksfähigkeit.
Kommunikation | 7 Kommentare »
Dienstag, den 29. August 2006 um 15:01
Bern, Lugano und Sitten sind drei Schweizer Flughäfen von gleicher Grösse. In Sion nehmen die Geschäftsflüge jedes Jahr um15% auf heute 2000 Flugbewegungen jährlich zu; ein gutes Zeichen für den Standort Wallis. Die meisten Touristen fliegen im Winter ein; sie kommen zumeist aus GB, Norddeutschland und den skandinavischen Staaten. Die Nordeuropäer fühlen sich vielleicht deshalb wohl im Wallis, weil die Oberwalliser nach römischen Quellen von den Kimbern abstammen, die aus Himmerland in Dänemark einwanderten.
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Dienstag, den 29. August 2006 um 14:05
Der Verdacht könnte nahe liegen, dass Heinrich von Pierer, der ehemalige Siemenschef, ein besserer Kommunikator denn Industrieller war. Jedenfalls gab er die Konzernleitung an Klaus Kleinfeld ab, der stürmisch umbauen will, aber nicht darf. Das Klima zwischen beiden Herren soll kühler geworden sein. Vielleicht aber ist Kleinfeld nur ein Planer und kein Macher. Merke: In Deutschland hat sich einmal die alte AEG vernichtet; warum soll Siemens nicht ähnliche Dummheiten machen? Undenkbar ist nichts mehr.
Wirtschaft | Keine Kommentare »
Dienstag, den 29. August 2006 um 13:05
Dem cleveren Deutschen ist es gelungen, die Swiss mit einigen Mühen aber klar in die Lufthansa zu integrieren. Jetzt macht Christoph Franz, der CEO der Swiss, mit unserer ehemaligen Airline sogar erstmals Gewinn. Ich rechne damit, dass er demnächst von Kloten aus die Schweiz verlassen wird. Im Frühjahr werden bei der Lufthansa wichtige neue Jobs geschaffen; Franz ist ein Kandidat. Merke: Wir sind jetzt Flugprovinz und neue Statthalter werden aus Frankfurt kommen. Ob ein Schweizer wieder einmal eine Chance hat?
Wirtschaft | Keine Kommentare »
Dienstag, den 29. August 2006 um 8:17
Der “Blick”-Weblog war offenbar wenig erfolgreich. Jetzt wird er eingestellt. Gründe mag es viele geben aber Blog-Titel wie “Strahlendes Lachen”, “Meh Dräck beim Suchen”, “Dort-Mund”, “Sun-Set” oder “Nacht-Durst” begeistern mich auch nicht. Frechere Titel und mehr Polarisierung würde dem Blog sicher einen gewissen Schub verleihen. Vielleicht gibt es auch andere Blog-Möglichkeiten, die die “Blick”-Leser vorziehen würden. Ich würde mir überlegen, einen Video-Weblog einzurichten. Man positioniert an verschiedenen Standorten in der Stadt Zürich Kameras, bei denen man auf Knopfdruck seine Meinung zum Tagesthema aufnehmen kann. Ich bin sicher, auf diese Weise könnte der “Blick” wieder viele neue Besucher für seine Online-Seiten begeistern. Es braucht vielleicht einfach mal etwas mehr Mut für neue Ideen.
Fidel S. Stöhlker
Gesellschaft, Kommunikation | 1 Kommentar »
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