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Weblog

Monatsarchiv für Juni 2006

Der Niedergang hat einen Namen: Thomas Bechtler

Freitag, den 30. Juni 2006 um 15:03

Der industrielle Niedergang der Familie Bechtler, die ihr Geld in Asien verdient hat und sich dann wieder zu Beginn des letzten Jahrhunderts in der Schweiz einkaufte, wird exemplarisch deutlich am Ausverkauf der Zellweger-Luwa. Wo einst über 4000 Mitarbeiter im Raum Uster arbeiteten, ist heute nur noch eine Finanzholding übrig geblieben. Der Niedergang hat einen Namen: Thomas Bechtler, eine charmante Persönlichkeit, aber ohne industrielles Interesse. Liquidator Konrad Peter, der Zellweger Uster auflösen musste, macht sich nun selbständig. Er bietet an: „Unternehmensberatung bei der erfolgreichen Planung der Zukunft.“

Überraschende Verurteilung

Freitag, den 30. Juni 2006 um 13:23

Zum Erschrecken unserer staatstragenden konservativen Kreise wurde die Regierung von George W. Bush vom Obersten Gericht in Sachen Guantanamo verurteilt. In diesem Weblog lobe ich schon lange die US-Gerichte, denn sie bilden in Wirtschaft und Politik ein starkes Gegengewicht gegen die herrschenden Allianzen. Solches fehlt in Europa und auch in der Schweiz.

Bei dieser Gelegenheit muss auch gesagt werden, dass der Überfall der israelischen Regierung auf die gewählte Hamas-Regierung wegen der Gefangennahme eines israelischen Soldaten eine Horror-Massnahme ist, die allen zwischenstaatlichen Spielregeln widerspricht. Nun müssen wir auf ein Gericht warten, das auch in diesem Fall Richtigstellungen vornimmt.

Solange es noch unabhängige Richter gibt, was in der Schweiz nicht der Fall ist, da diese von den Parteien vorgeschlagen werden, bleibt mein Optimismus in Sachen Freiheit und Demokratie ungebrochen.

Schweizer Fernsehen kopiert weiter

Freitag, den 30. Juni 2006 um 7:40

Jetzt haben sich meine früheren Aussagen, das Schweizer Fernsehen hat weder Mut noch eigene Ideen, bestätigt. Heute lese ich im „Tagi“, dass die RTL-Wohnshow „Einsatz in 4 Wänden“ kopiert wird. Ab dem 19. September kommt die eigene Wohnshow mit dem Namen „Tapetenwechsel“ ins Schweizer Fernsehen. Warum hinken wir Schweizer den Deutschen immer hinterher? Die Idee vom Tapetenwechsel ist uralt. Fehlen uns wirklich die Ideen oder ist es wie so oft in unserem Land: Die Mutigen fehlen.

Der CEO von Sulzer hat gestern an einer Veranstaltung gesagt: „Die Schweizer müssen mehr an sich und ihre Leistungen glauben“

Hat er nicht Recht?

Fidel S. Stöhlker

Euro 08 – von der WM 06 lernen

Donnerstag, den 29. Juni 2006 um 16:22

Was wird die Euro 08 sein? Ein staatlich geförderter Event-Anlass, in den hunderte von Millionen Steuergelder fliessen, sei es aus Bern oder in den Kantonen und Städten. Was bringt sie? Hoffentlich viel Spass. Was wir bis dahin wieder lernen müssen, sind wenig beliebte Fähigkeiten: Kochen, kellnern, putzen, freundlich sein. Wir könnten eigentlich heute schon damit anfangen – „Frohes Feiern“. Das wird die Fortsetzung von „Zu Gast bei Freunden“.

Mauscheleien beim Literatur-Club

Donnerstag, den 29. Juni 2006 um 16:22

Ich habe es geahnt: Vieles, was im Literatur-Club des Schweizer Fernsehens besprochen wurde, kam mir absolut unbedeutend vor. So hörte ich dann auf, diese Sendung wahrzunehmen. Jetzt, nach seinem Ausscheiden, bestätigt Literatur-Club-Moderator Roger Willemsen, es sei tatsächlich so. Jüngstes Beispiel: „Melnitz“, der noch ungelesen auf meinem Bücherstapel liegt. Da ich vor einigen Jahren einmal von unserer Literatur-Mafia rund um Hugo Loetscher zu einem Umtrunk eingeladen war, kann ich Willemsen nur bestätigen: Unsere sogenannte Intelligenz ist anti-deutscher als jeder Schweizer Normalbürger. Es ist unsere Schweizer Elite, die sich eingebunkert hat. Ob das gut ist für das Land, ist zum bezweifeln.

Mehr Vorstellungskraft, ihr armen Typen

Donnerstag, den 29. Juni 2006 um 16:20

Jetzt ist es offiziell, die USA mit knapp 300 Mio. Einwohnern haben 37 Mio. Arme. Sogar „Fortune“, das Magazin, der Millionäre und Milliardäre, sorgt sich und empfiehlt den Armen: „Nutzt Eure Vorstellungskraft, Eure Imagination.“ „Fortune“ gibt auch zu, mit Salärsteigerungen sei in den kommenden Jahren nicht mehr zu rechnen. Diese Vorlage gilt auch für Westeuropa und die Schweiz.

Patient als Handelsware

Donnerstag, den 29. Juni 2006 um 16:03

Jetzt werden Schweizer Patienten probeweise nach Deutschland geschickt, andere gehen freiwillig nach Ungarn oder Thailand. Vergessen geht dabei die Tatsache, dass Patienten sich damit zur Handelsware machen. Es geht nur noch um die Operation oder die Reparatur. Der Mensch ist den Ärzten gleichgültig.

Silvia Blocher auf dem Schiff

Donnerstag, den 29. Juni 2006 um 16:02

Die Ehefrau unseres bekannten Bundesrates hält eine Rede auf einem Zürisee-Schiff und lässt sich fotografieren. Was sehe ich? Eine strahlende Bundesratsgattin-Milliardärin, deren linke Nachbarin (sicher ein Ehrenplatz) vor dem Fotografen das Gesicht verbirgt und sich abwendet, und deren rechter Nachbar sich plakativ abgewendet hat. Silvia sitzt strahlend in der Mitte. Es spielt für sie wirklich keine Rolle, ob man sich zu ihr in der Medienöffentlichkeit bekennt oder nicht. Das Geld ist da, die Macht ist da. Jetzt lasst uns das Leben geniessen.

Inflation? Keine Sorge

Donnerstag, den 29. Juni 2006 um 15:17

Wenn gerätselt wird, warum wir 15 Jahre keine Inflation hatten (oder kaum eine, dies bei inflationären Binnenmarktpreisen), wird ein Faktor nicht gerne genannt: die stark gestiegene Produktivität. Dann könnte man die Frage stellen, wem dies zugute kommen soll. Weil Chinesen, Inder, Indonesier und viele andere sehr billig arbeiteten, aber heute bei weiteem nicht mehr, hat die Produktivität enorm zugenommen und die Inflation in Schach gehalten. Jetzt drohen den asiatischen Billigarbeitern neue Gefahren: Mit den Gewinnen von gestern investieren Asiens Unternehmen in technische Produktionsfortschritte. Dann ist der Aufschwung, von dem auch Minderheiten profitierten, bald Legende.

Bei uns geht der Kostenabbau, siehe Verzinsung der 2. Säule, weiter voran. Immer mehr Menschen arbeiten in Teilzeit und geniessen nicht mehr die Vorteile einer herkömmlichen Vollzeit-Beschäftigung. Der Grossraum Zürich erlebt derzeit einen kleinen Wirtschaftsboom; das gilt für grosse Landesteile nicht.

Schrumpfende Schweizer Gesellschaft

Donnerstag, den 29. Juni 2006 um 14:34

Es muss gesagt werden: Die Zahl der Kern- oder Ur-Schweizer oder der Schweizer mit schwäbischen Urgrossmüttern schmilzt. An ihre Stelle treten Portugiesen, Serben, Kroaten, Albaner und andere Osteuropäer, Türken und Afrikaner. C’est la realité, Wilhelm Tell, General Guisan und Christoph Blocher. Die langsame Schrumpfung der Alt-Schweiz bedeutet:

– Mehr soziale Auseinandersetzungen, weil die jungen Ausländer weniger gebildet und häufiger arbeitslos sind.
– Mehr soziale Auseinandersetzungen aber auch, weil der Unterschied zwischen armen Landesteilen und reichen weiter zunehmen wird.
– Mehr soziale Auseinandersetzungen, weil die Kinderlosen von der Transferausbeutung der Familien mit Kindern leben.

Für grosse Teile des Landes und seiner Bevölkerung bedeutet dies sinkenden Wohlstand, zunehmende Arbeitslosigkeit und Armut und extreme soziale Ungerechtigkeit. Wer als Ausländer nicht angepasst ist, geht ins Gefängnis.

Daran ist nichts zu ändern,
– weil die Kernbevölkerung seit Jahrzehnten stagniert, dies mit zunehmender Beschleunigung
– weil die Generationen schon geboren sind, welche das Jahr 2070 erleben werden; es sind zu wenige.
– weil die Zahl der Kinderlosen, die ihren Egoismus und ihre Unfähigkeiten heftig als fortschrittlich-urban verteidigen, weiter zunimmt.

Es gibt nur eine Sicherheit: Die afrikanische Bevölkerung wird bis ins 22ste. Jahrhundert hinein noch wachsen, arm und zunehmend fluchtbereit. Das kommende Asylgesetz ist nur ein Indiz dafür, dass die Auseinandersetzung um Blut und Boden an Relevanz gewinnt.

 
     
     
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