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Weblog
Monatsarchiv für Mai 2006
Dienstag, den 30. Mai 2006 um 8:37
“Ich konnte unmöglich nicht hierherkommen.” Dieser Satz des Papstes liegt etwa auf dem Niveau unseres schwadronierenden Bundespräsidenten; die beiden Helden des Geistes sind sich ja unlängst im Vatikan begegnet; vielleicht hat Moritz Duktus’ auf Benedetto abgefärbt. Der Papst hätte auch sagen können:
- Ich musste jetzt kommen.
- Ich bin spät gekommen, aber nicht zu spät.
- Ich werde wieder kommen; wir dürfen dies nie vergessen.
Wenn er den Gläubigen empfiehlt, sie sollten den Schrei an Gott in ihr Herz hineinstossen, muss es sich um eine Art Rückstoss-Wirkung handeln, denn bekanntlich schweigt Gott seit Hiob.
In Wirklichkeit ist das Grauen in Auschwitz passiert, weil es auch die katholische Kirche geschehen liess. Sie mag hie und da in ihrer Geschichte Schmerzen gelindert haben, aber die Zusammenarbeit mit den Machthabern war ihr stets wichtiger. Die Leistungen einzelner Priester für die Menschen, gerade solchen, die dafür geopfert wurden, macht den Spiegel des Vatikans nur noch dunkler.
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Montag, den 29. Mai 2006 um 16:11
Arnie Schwarzenegger bereitet sich schon seit zwei Jahren darauf vor, der kommende US-Präsident nach George W. zu werden. Jetzt kommt aber Jeb Bush, Bruder des Präsidenten, mächtig auf. Wie Doris Leuthard, teilt er in der frühen Phase seiner möglichen Kandidatur allen mit, er wolle eigentlich nicht Das heisst natürlich gar nichts oder höchstens das Gegenteil der Behauptung. Vorläufig warte ich auf einen dritten Kandidaten. Hillary und Al Gore treten bei der Eselpartei an. Oh Lord, das ist die westliche Führungsnation.
Politik | 1 Kommentar »
Montag, den 29. Mai 2006 um 15:08
Die unvermeidliche, wenn auch nicht unbestrittene Neu-Bundesrätin sieht verblüffend dem Sänger der Hard Rock-Band “Kharma”, Werner Schweizer, ähnlich. Der Diepoldsauer könnte als Leuthard-Double glatt durchgehen: Struwwelhaare, “power eyes”, langer Hals, “sexy lips”. Backenknochen, Stirn und Kinn sind bei beiden austauschbar. Werner Schweizer ist als Sänger ebenso komplex-anspruchsvoll wie die Superfrau aus dem Aargau. Beide haben eine mächtige Stimme.
Kommunikation | 1 Kommentar »
Montag, den 29. Mai 2006 um 14:47
Hat der in der Schweiz gerne gesehene ehem. deutsche Aussenminister Dietrich Genscher durch die frühzeitige Anerkennung Sloweniens und Bosniens Jugoslawien zerstört? Hat er damit einen wesentlichen Schritt getan, welche die heutige Tragödie zur Folge hatte. Ist er schuld an all den Jugos in der Schweiz? Genscher leugnet dies, auch wenn Lord Carrington lange der Meinung war, es sei so gewesen. Nur Genscher behauptet, Carrington habe sich davon losgesagt. Vorläufig bleibe ich bei der Meinung, dass dieser behende Politiker einen gravierenden politischen Unfall ausgelöst hat. Warum, das weiss nur er.
Politik | Keine Kommentare »
Montag, den 29. Mai 2006 um 14:40
Jetzt ist es nachgewiesen: George W. Bush, der mit 537 Stimmen in Kalifornien siegt, was immer sonst sich dort abgespielt hat, wurde vom Republikaner-Sender “Fox News” massiv begünstigt. Ein internationales Wissenschafterteam hat jetzt eine Studie vorgelegt, welche bestätigt, dass George W. Bush aufgrund der Berichterstattung von “Fox News” rund 10 000 Stimmen mehr gemacht hat als ohne den Sender zu erwarten gewesen wäre.
Der “mündige Bürger”, dieser Schlossgeist der Demokratie, ist ein Begriff, der höchstens auf 10-15% der Stimmberechtigten zutrifft. Der Rest ist manipulierbar, wie schon Gerhard Schröder sagte: “Für’s Regieren brauche ich Bild, Bams und Glotze.” In der Schweiz dürfte das Zusammenspiel zwischen SRG und Ringier (wenn es funktioniert) viel zur Stabilisierung unserer Regierung beitragen. Hinsichtlich des Wählerverhaltens sind alle anderen Redaktionen nur von regionaler Bedeutung.
Politik | 2 Kommentare »
Montag, den 29. Mai 2006 um 14:33
Richard von Weizsäcker war mir stets unheimlich: Diese Eleganz des Ausdrucks ohne inhaltliche Festlegung. Er sagt zwar, wie sein “politisches Feuer” entstanden ist, aber Augen und Haltung zeigen nichts als Berechnung. Der ehemalige deutsche Bundespräsident (bis 2004) äussert sich gewinnend und zurückhaltend. Deutschland hat er nichts genutzt. Alles Form, kein Inhalt.
Politik | Keine Kommentare »
Montag, den 29. Mai 2006 um 13:24
Alleine die Queen erhält jährlich über eine Million Franken für ihre Güter aus dem EU-Topf; natürlich will sie kein EU-Mitglied werden. Noch verrückter: Alleine Nestlé England erhält über Euro 40 Mio. aus dem EU-Topf. Nestlé-Präsident Rainer E. Gut ist ein überzeugter Gegner des EU-Beitritts der Schweiz. Alle wollen kassieren, niemand etwas leisten. Daran geht Europa zugrunde.
Wirtschaft | Keine Kommentare »
Montag, den 29. Mai 2006 um 12:56
BR Couchepin hat verlangt, wir müssten bis zum 67.Altersjahr arbeiten. Wenn er seine Kollegen im Bundesrat davon überzeugen könnte, wäre vielleicht nicht schlecht; vor allem Frau Metzler sollte er die Rente streichen. Nun verlangt Prof. Guy Kirsch von der Uni Fribourg, wir müssten bis zum 90-sten arbeiten. Er tut dies allerdings in der “FAZ” und nicht in der “NZZ”. Also, machen wir weiter.
Gesellschaft | Keine Kommentare »
Montag, den 29. Mai 2006 um 12:44
Der Kärntner Autor Peter Handke fühlt sich Serbien verbunden und verteidigt dieses geschundene Land, das einmal eines der bedeutenden Europas war und uns zahlreiche grosse Politiker und Denker geschenkt hat. Was ihm eine linke Schickeria-Elite übel nimmt, ist die Verteidigung Serbiens und seinen Besuch der Beerdigung Milosevics, den er für ein Opfer der serbischen Geschichte hält. Ich bin der Meinung, die Serben sind ein grosses Volk, das nun in eine Tragödie gestürzt wurde. Deutschlands ehemaliger Aussenminister Genscher trägt ein grosses Mass an Schuld an der Auflösung des ehemaligen Jugoslawiens. Was wir im Kosovo veranstalten, ist lächerlich. Wir sollten die Kossovaren wie die Serben wieder alleine lassen; nur dann kann sich das Land wieder erholen.
Politik | 1 Kommentar »
Montag, den 29. Mai 2006 um 11:48
Der noch amtierende economiesuisse-Präsident Ueli Forster, in dessen Amtszeit es zum Bruch zwischen den Vertretern des Finanzplatzes und des Werkplatzes kam, bekennt sich: “Ich bin auch ein Werkplätzler.” Wie falsch, er hat die ganze Produktion seines St. Galler Unternehmens nach Tschechien ausgelagert. In der Schweiz bleibt nur das Hauptquartier. Ist das ein “Werkplätzler”?
Gesellschaft | 1 Kommentar »
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