FAM geht vor Gericht
17. May 2006 um 15:18Ein Mann, der Jahrzehnte hunderte von Menschen durch die Medien ziehen liess, will sich der öffentlichen Diskussion nicht stellen. Frank A. Meyer, das Gespenst der Schweizer Innenpolitik, der nach Michael Ringier “beste Journalist der Schweiz”, will mit Prof. Dr. Christoph Mörgeli, dem Pitbull der SVP, nicht darüber diskutieren, ob seine eigenen Thesen in der Nähe faschistischen Gedankenguts zu finden sind. Mörgeli würde dies gerne öffentlich diskutieren. Ich lade hiermit Herrn Frank A. Meyer ein, sich als Intellektueller zu beweisen und das Gespräch mit Christoph Mörgeli öffentlich zu führen. Als Moderator werde ich die beiden Helden sicher auseinander halten. Es ist wichtig, dass nicht die Richter entscheiden, sondern die grossen Geister ihre mentalen Klingen kreuzen. Endlich hätte die Schweiz ein grosses Ereignis wie lange nicht mehr.


am 17. May 2006 um 18:38 Uhr.
wir warten darauf. Mit Spannung
am 17. May 2006 um 20:52 Uhr.
Nein, danke! Ego-Freak-Shows und inhaltsleere Diskussionen haben wir etwa am Schweizer Fernsehen (oder auf gewissen Zürcher Privatsendern) schon genug. Lassen wir die M&M’s lieber in der Packung drin und verschonen die Öffentlichkeit davon!
Ich zitiere hiermit aus Ihrem Eintrag “Wovon man nicht sprechen sollte: Homos” vom Freitag, 10. März 2006 um 16:52 Uhr:
«Tatsächlich leben wir in einer Zeit, wo die Nebensachen viel Lärm verursachen, während über die Hauptsachen kaum noch gesprochen wird. Das nennt man Positionierungs- und Verteilungskämpfe. Wer sagte, der Mensch ist des Menschen Wolf?»
am 18. May 2006 um 8:42 Uhr.
“…Prof. Dr. Christoph Mörgeli, dem Pitbull der SVP…”
ach, jetzt verstehe ich auch die Debatte mit dem neuen Hundegesetzt besser! Aber ist es nun Kompliment, Vorwurf oder Beleidigung?
Und noch eine Unsicherheit. Wie ist das nun mit dem Maulkorb? Wie kann man nun als Intelektueller diskutieren, wenn der Dialogpartner einen Maulkorb tragen soll und erst noch einen Wesenstest absolvieren muss?
Also ich möchte weder Richter noch grosser Geist sein, und wegen den mentalen Klingen, würde es nicht reichen einen Dialog unter zwei anderst denkenden Menschen zu pflegen?
am 30. May 2006 um 9:27 Uhr.
Veröffentlichung durch „Otto den F(r)iesen:
Methode Meyer
von Christioph Mörgeli, Weltwoche Nr. 21, 2006-05-25
Jeder pflegt sein Hobby. Darunter finden sich Klassiker wie Sport treiben oder musizieren Manche mögen es ausgefallener und springen an Gummiseilen in die Tiefe. Noch einmal anders der Ringier-Publizist Frank A. Meyer; laut einem Porträt von Martin Beglinger ging Meyer früher einer etwas seltsamen Freizeitbeschäftigung nach: „Er kaufte Schallplatten von Hitler-Reden und lernte diese auswendig.“ Auswendig lernen heisst immer auch ein Stück weit verinnerlichen. Oder wie es die Franzosen ausdrücken: apprendre par coeur – mit dem Herzen lernen. Von Herzen hasst Meyer seither Manager, die er gerne als „Harvardbürschchen“ und „neue Fürsten“ beschimpft. Das sei ihm unbenommen. Nur steigen in seinem Zorn offenbar die alten Dämpfe wieder hoch, wenn er schreibt: „Die globalisierten Manager schlagen keine Wurzeln. Sie herrschen nicht über eigenen Besitz wie die Patrons (…). Sie sind nur am Rande mit der Gesellschaft und deren Staat verbunden.“ Wurzellos, ausserhalb der Gesellschaft, geldgierig, kein produktives Eigentum – das sind alles antisemitische Stereotype. Die Nationalsozialisten kannten keine „globalisierten Manager“, aber das „globalisierte Judentum“, das sie als „Weltjudentum“ beschworen. Ich habe Meyer vorgeworfen, er scheue sich nicht, seinen Antikapitalismus mit judenfeindlichen Bildern anzureichern. Dafür hat mich der Sonntagsblick-Kolumnist verklagt. Dabei gehört es zur Methode Meyer, seine Gegner mit Nazistischem Vokabular zu verleumden. Christoph Blocher bezeichnete er als „Führer der Bewegung“, „SVP-Führer“ und „Zürcher Führer“. Die SVP als „radikale rechte Führerpartei“ mit „Führerprinzip“, mich als „Propagandaminister“, den Bundesratsanspruch der SVP als „Marsch auf Bern“ – in Anlehnung an den faschistischen „Marsch auf Rom“ von Oktober 1922. Wenn Meyer vor der „Machtergreifung“ durch Manager warnt, greift er in die Nazi-Wortkiste für den 30. Januar 1933. Nun fordert Meyer eine Genugtuungssumme von 10′000 Franken. Ausserdem Soll meine Kolumne (Ausgabe Nr. 14.06) aus allen Datenbanken gelöscht werden. Bleibt das Problem der gedruckten Ausgaben. Will der antifaschistische Klassenkämpfer Meyer alle Exemplare aus Bibliotheken und Archiven räumen, einen Holzstoss entfachen und die Sammlung in die flammen werfen mit den Worten „Ich übergebe dem Feuer…“?
Kommentar von Otto dem F(r)iesen: Man mag politisch noch so weit von der SVP entfernt sein, aber die Recherche von Prof. Ch. Mörgeli ist präzise und belegt. Da fragt sich der geneigte Leser schon, warum sich Herr Ringier die braune Sprachschleuder Frank A. Meyer weiterhin leistet. Die offensichtliche Nibelungentreue von Herrn Ringier gegenüber Frank A. Meyer lässt die Affäre Borer - in Anbetracht der jüngsten Recherchen von Prof. Ch. Mörgeli - in einem neuen, noch diffuseren Licht erscheinen. Aber dank „Otto dem F(r)iesen“ können sich nun die SonntagsBlick-Leser ein ausgewogenes (Web-)Bild machen…..
am 18. April 2007 um 20:30 Uhr.
Während wohl Meyer nun von Mörgeli vorgeworfen wird, Meyers Argumentationspraktiken seien deswegen unzulässig, weil einer der grössten Verbrecher aller Zeiten - auch ein sehr begnadeter und mitreissender Redner - ähnlich argumentierte, so stellt das ohne konkreten Nachweis des falschen, verfälschten oder unzulässigen Inhalts einmal nicht mehr als eine Argumentatio Ad Populum, eventuell eine Argumentatio Ad Hominem, oder sogar einen Circulus in demonstrando dar. In anderen Worten: Mörgeli sagt da nichts wesentliches aus. Hier scheinen Argumentationsfehler Argumentationsfehlern gegenüberzustehen, und dass ein wirtschaftlich erfolgreicher Teilnehmer im Rennen der PR-Branche, Stöhlker, auch noch einen öffentlichen Schlagabtausch in dieser technisch bereits auf Nullgeschwindigkeit festgefahrenen Sache moderieren will, macht es auch nicht besser, den Standort “Schweiz” als weltoffen, lernfähig, oder, behüte, technisch versiert zu verkaufen. So long, and keep bangin’ them rocks together…