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Monatsarchiv für Mai 2006

„Bund“ als Beigemüse

Mittwoch, den 31. Mai 2006 um 13:28

Der Wille sei da, solange es „wirtschaftlich verantwortbar“ ist, sagt heute Espace Media-Konzernchef Albert „Polo“ Stäheli zum „Berner Modell“ zweier sich konkurrenzierender Zeitungen aus einem Haus. Deutlicher kann er es nicht sagen. Dem „Bund“, dessen Chefredaktor Hanspeter Spörri das sinkende Schiff verlassen musste, dort in Kürze das Schicksal der Zweitzeitung, wie es einst die „Berner Tagwacht“ war.

Philippe Welti

Tapetenwechsel beim Schweizer Fernsehen

Mittwoch, den 31. Mai 2006 um 12:27

Die sympathische Moderatorin Susanne Kunz wird die neue Zügelshow „Tapetenwechsel“ beim CH Fernsehen moderieren. Und wieder eine Sendung die in Deutschland riesige Erfolge feiert und erst jetzt in die Schweiz kommt. Die Ideen sind doch alle da, nur warum sind die Deutschen immer mindestens ein Jahr schneller, liebes Schweizer Fernsehen? Fehlt es Ihnen an Ideen oder am Mut, neue Formate einzuführen?

Fidel S. Stöhlker

Die UBS sagt die Wahrheit

Dienstag, den 30. Mai 2006 um 16:22

Es lohnt sich selten, den vielen Professoren zuzuhören, die man auf Zeit mieten kann wie Kamele vor den Pyramiden. Sie geben meist jenen „shit“ von sich, den man von ihnen erwartet. Es ist besser, gleich zum grössten Kapitalbesitzer der Schweiz zu gehen, der UBS. Die sagt es in ihrem neuen „Wealth Management“, einer Publikation für den oberen Mittelstand, wie folgt: „Schwache Lohnsteigerungen begünstigen die Aktienmärkte.“ D.h., wenn die Mitarbeiter wenig verdienen, steigen die Optionsprämien. Und die UBS legt argumentativ nach: „Die moderate Entwicklung der Löhne lässt weiterhin tiefe Inflationsraten erwarten.“ Merke: Tiefe Löhne führen zu tiefen Inflationsraten; diese fördern den Export der Schweizer Wirtschaft und die Investitionen der Spekulanten, z.B. der Bauwirtschaft.

Im gleichen Heft sichert sich die UBS ab: Prof. Walter Block von der Loyola University in New Orleans (offensichtlich nicht mehr unter Wasser) bestätigt: „Spekulation ist nützlich.“ Siehe oben, Stichwort Professoren.

Zürcher SVP: neue Bescheidenheit

Dienstag, den 30. Mai 2006 um 16:20

„Heute hat mir jemand 200 Franken zugesteckt“, bedankt sich der Zürcher SVP-Präsident André Siegenthaler. Das ist die neue Bescheidenheit der Zürcher SVP, ohne welche es die erfolgreiche Schweizer SVP nicht gäbe. Früher haben die beiden Milliardäre Dr. Christoph Blocher (heute abgehoben im Bundesrat) und der Autoimporteur Walter Frey die Partei aus ihrer Portokasse finanziert. Walter Frey, der ohnehin stets mehr Missionar als Politiker war, schlich sich davon. Blocher meint, die Jungen sollen jetzt selber sehen, was aus ihnen wird. Das nennt man Loyalität von oben.

George W. sucht Geld

Dienstag, den 30. Mai 2006 um 16:11

Schweizer Manager mit Green Card, das ist eine sehr stolze Teilmenge unserer Manager, müssen künftig höhere Steuern in den USA zahlen. Betroffen sind auch US-Manager, die in der Schweiz arbeiten. Viele davon haben sich bereits wieder abgesetzt. US-Konzerne engagieren mehr denn je ausländische Manager in ihren Schweizer Tochtergesellschaften, um die kulturellen Defizite auszugleichen.

Überschätzte Bauern

Dienstag, den 30. Mai 2006 um 16:09

Unsere Bauern sind die schlimmsten Umweltsünder im Land. Sie überdüngen ihre Wiesen und vernichten pflanzliche Vielfalt. Sie hauen die Hecken ab und vertreiben damit Vögel und Kleinwild. Sie verschmutzen mit ihren Traktoren die Umwelt. Mit ihren Abfällen richten sie Bäche, Flüsse und Seen zugrunde. Die Städter finanzieren die Bauern mit ihren Steuern; diese haben – international gesehen – Luxuseinkommen; dafür verhindern sie vorteilhafte Handelsverträge für unser Land. Sie fahren Porsche und andere hübsche Mobile. Ich finde, die Bauern sind total überschätzt.

Natürlich gibt es die armen Bergbauern, aber diese dienen nur als Legitimation für das lohnende Jammern ihrer Brüder im Tal.

Tiefenanalyse Bern

Dienstag, den 30. Mai 2006 um 15:13

Ein kluger Beobachter meldet sich zu Wort mit folgender Bemerkung zu den Verhältnissen in unserer Bundeshauptstadt: „Das Bundeshaus erstickt in Arbeit, was beweist, dass Prioritäten fehlen. Bei einem solch zerstrittenen Bundesrat ist dies keineswegs erstaunlich. Das Grundübel liegt jedoch in der verpolitisierten Personalpolitik, welche die wirklich Guten entmutigt. Der Bundesrat hat Angst, brillante Leute zu Chefbeamten zu wählen.“

Stimmt wohl; was macht eigentlich unser genialer Sprecher des Bundesrat Oswald Sigg. Er ist mehr ein Bundesrats-Schweiger, denn man vernimmt ihn nicht. Merke: Leistung kann oft nur die Risiken steigern und die Einkünfte verschlechtern.

Sicheres Europa?

Dienstag, den 30. Mai 2006 um 13:30

Ich will nicht mehr nach Java, denn dort wackelt die Erde und drohen Vulkane. Ich will nicht mehr nach Afrika, denn dort drohen Moskitos in der Luft und Würmer im Wasser.

Ich will nicht mehr nach Indien, denn vor den Hoteltüren der grossen Städte wird man von Bettlern überrannt.

Ich bleibe am besten in „good old Europe“, wo mir nur an den Mittelmeerküsten und in Osteuropa die Autos aufgebrochen werden, wo Erdbeben nur alle 100 Jahre im Wallis drohen, wo Erdrutsche und steile Abfahrten, enge Strassen und ewige Autobahnreparaturen den Verkehr verlangsamen, wo die Polizei mich an jeder Strassenecke verfolgt wegen Schnellfahrens, Rotlichtsünden oder 0,6 Promille, wo No-go-areas erst kürzeren Datums sind.

Ach, wie langweilig ist es bei uns. Wie lange noch?

Mein Nachruf an Paul Spiegel und Salomon Korn

Dienstag, den 30. Mai 2006 um 9:46

Er habe die „existientielle Melancholie der Davongekommenen“ mit sich getragen, schreibt Salomon Korn im Nachruf auf Paul Spiegel. Gilt dies nur für eine Minderheitengruppe oder gilt dies nicht für die ganze Menschheit? Wir alle sind Davongekommene und stehen, wie Zola es schrieb: „Auf einem Berg von Leichen.“ Das Leiden ist kein Privileg.

Dubai ist Chaos

Dienstag, den 30. Mai 2006 um 9:17

Meine kritischen Kommentare über den Bauboom in Dubai, wo grandiose Häuser in einer scheusslichen Umgebung stehen, hat manche aufgeregt. Jetzt aber kam gerade einer meiner Architektenfreunde aus Dubai zurück und schüttelte nur den Kopf: „Zuviel Geld, zu wenig Planung.“ Man kann den Dubaiern höchstens zugute halten, dass auch Dallas einmal ein Dorf war und Berlin eine üble Sandgrube. Dennoch, ich finde, was soll man als Tourist dort tun ausser ins Casino gehen, Kamele reiten oder in den Bars herumhängen? Das reizt nur die 100 000 Engländer, die dort leben. Warum wohl? Steuern sparen, Sonne tanken, small talken. Nicht genug für uns Continentals.

 
     
     
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