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Wunderknabe Thomas Held

24. April 2006 um 8:25

Die Grundfrage lautet, ob das grosse Kapital ehemaligen Sozialisten trauen kann. Ich würde sagen, wenn das materielle Interesse das ideelle überwiegt, kann der Versuch gewagt werden. Moritz Leuenberger war eindeutig ein Fehlgriff, denn er leistet als Bundesrat wenig, um dem Kapital Spielraum zu verschaffen. Privatisierungen muss man gegen ihn durchsetzen und nicht mit ihm.

Der Fall Thomas Held ist besonders aufschlussreich. Als es Mode war links zu sein, war er sehr links. Er wurde sogar zum Sprecher der Schweizer Linken. Jetzt, wo es Mode ist, rechts zu sein, ist er zum Sprecher des internationalen Kapitals aufgestiegen. Das ist eine Leistung.

Er dient seinen jeweiligen Herren treu und voller Intelligenz. Jetzt lobt er Novartis, Nestlé, Roche, UBS und CS, die ihn finanzieren. Er sagt, diese Firmen würden die Schweiz vorwärts bringen. Gerne vergisst er Kühne + Nagel International, die Société Générale de Surveillance (SGS), die Swatch Group, Richemond und viele andere, die für die Schweiz keine geringeren Leistungen erbracht haben.

Offensichtlich ist Thomas Held eine Art später Richelieu, intelligenter Diener vieler Herren und manchmal auch alleiniger Überlebender.

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