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Monatsarchiv für April 2006

Ein Basler „Onkel Tom“

Freitag, den 28. April 2006 um 14:22

Aus einfachen Verhältnissen kam Paul Sacher, der die Milliardärin Maja Hoffmann-Stehlin heiratete, viele Affären hatte und mit den Milliarden seiner Frau grosszügig und manchmal kunstsinnig umging. Jetzt gibt sein Chauffeur Ernst Würmli (nomen est omen) Aufschluss über die Zusammenarbeit. Eines voraus: Würmli tut dies strahlend, denn er zeigt sich als echter Basler „Onkel Tom“. Auszüge:
– Ich sagte immer „Herr Dr. Sacher oder Frau Dr. Sacher“
– Sacher nannte ihn „meinen Ernst“ oder „der, welcher für mich schaut“. Unleicht sind daraus späte Spuren der Leibeigenschaft und der Entsubjektivierung erkennbar.
– Ernst erhielt einen Monatslohn, aber nie einen Vertrag. Jede Gewerkschaft würde heute Amok laufen, würde sie solches vernehmen.
– Dafür durfte Fahrer Ernst mit seiner Familie nie Ferien machen, dies mit Sachers Begründung: „Wenn ich tot bin, kannst Du dann die Überstunden einziehen.“
– Ganz klar, dass Ernsts Frau auch die frühere Coiffeuse von „Frau Dr. Maja Sacher“ war. Bedienstete mussten schon zur Sklavenzeit untereinander heiraten, was nicht heisst, dass sie unglücklicher als andere wurden.

Auch Onkel Tom war glücklich und wurde dafür von späteren radikaleren Nachfahren verspottet. Ernst Würmli ist ein glücklicher Held und zeigt die alten Luxuslimousinen von Paul Sacher gerne.

Moritz in der Badehose

Freitag, den 28. April 2006 um 13:27

Manuel Imboden, 18, sei Dank: Jetzt können wir Bundesrat Moritz Leuenberger noch besser beurteilen. In Kleidern sieht er meist zart, sensibel, hie und da fast androgyn aus, sodass jedermann sich fragen musste, wie hält unser hoher Magistrat diese Belastung aus. Nur in der Badehose entdecken wir den wirklich Moritz: Ein robuster Mann in bester körperlicher Verfassung, gute Arme, sehr gute Beinmuskulatur, ein flacher Bauch. Sein Kopf, den wir sonst nur erblicken dürfen, sieht viel zarter aus als sein Körper. Manuel sei Dank, uns dies gezeigt zu haben.

TV für Dummköpfe, Arbeitslose und IV-Bezüger

Freitag, den 28. April 2006 um 10:29

Das Schweizer Fernsehen verliert laufend Zuschauer, vor allem Jüngere. Daher hat Frau Ingrid Deltenre, die grösste Hoffnung unter den europäischen TV-Programmdirektoren, den wegweisenden Entscheid getroffen, die Intelligenz-Sendung „Black’nBlond“ weiterzuführen. Offensichtlich will sie damit alle Dummköpfe, Arbeitslose und IV-Bezüger (beides Kategorien, die morgens nicht arbeiten und daher lange fernsehen können) mit einer Sendung bedienen, die an Niveaulosigkeit das meiste überbietet, was uns Gebührenzahlern bisher vorgesetzt wurde. Es tröstet mich, dass Chris von Rohr sagt, er habe bei dieser Sendung selten soviel gelernt wie im letzten halben Jahr. Das beweist nur, dass vorher bei ihm noch viel weniger vorhanden war, als wir ohnehin annehmen durften. Salve Ingrid.

Die Zerstörung der „Berner Zeitung“

Freitag, den 28. April 2006 um 9:03

Charles von Graffenried, einer der edelsten Berner, hat die „Berner Zeitung“ aufgebaut; er hat auch das Recht, sie zu zerstören. Im vergangenen Jahr ist dieser Prozess weit vorangeschritten. Heute ist aus der „BZ“ ein regionales Skandalblatt geworden (das schon die SVP-Regierungsrätin Elisabeth Zölch unverdienterweise demontierte). Jetzt haben sich zwei der weiteren Öffentlichkeit kaum bekannte Kulturjournalisten des besagten Blattes aufgemacht, den letzten guten Schriftsteller des Kantons Bern, E.Y. Meyer, an den Karren zu fahren.

So wenig bedeutend dies für Frau Zölch wie für E.Y. ist, soviel sagt es aus über den Zustand einer Redaktion, die auf dem Sterbelager liegt. Dann wird der Skandaljournalismus gepflegt, weil jeder Schreiber sich noch einmal bestätigen will, um andernorts Karriere machen zu können. Dies entspricht dem Angsttrieb einer Zimmerpflanze, der zwar mächtig wächst, aber keine Blätter trägt. Chefredaktor „Andy“ Z’Graggen, ein wirklicher Profi, hat das Blatt verlassen. Charles von Graffenried, Berner Altadel, setzt jetzt ganz auf das Schwesterblatt „Bund“. Ob es bessere Überlebenschancen hat als der „Schweizerhof“ wird sich zeigen.

Stephan Klapproth will Moderator werden

Freitag, den 28. April 2006 um 8:49

Unser Nachrichtensprecher oder Anchorman Stephan Klapproth sehnt sich sehr danach, einmal Moderator einer Talkrunde werden zu dürfen. Er wirkt auf den akkuraten Betrachter immer kurliger. Die Ursache, wie bei Peter Marthaler, ist die gleiche wie bei allen kurligen Menschen: Sie sind zwar kreativ und charmant, aber sie stossen an der Karrieredecke an; sie kommen nicht weiter. Wenn Stephan Klapproth jetzt nicht Karriere macht, wird er zu einem Marthaler des Schweizer Fernsehens. Dann können wir ihn bewundern wie einen Osterhasen, der Männchen macht und dabei ganz lieb guckt. Nicht wahr, mein Lieber?

Adieu, Joseph Deiss

Freitag, den 28. April 2006 um 7:38

Ja, ich sah Joseph Deiss‘ Rücktritt kommen, aber, ehrlich gesagt, nicht derart schnell wie er jetzt erfolgt ist. Nur die Kommentare von Ueli Maurer, SVP, zum Rücktritt waren ehrlich, alle anderen disqualifizierten sich selbst. Hier zeigt sich wieder einmal: Wer nicht kommuniziert, verliert. In Bern höre ich von Chefbeamten immer wieder: „Es braucht dann auch noch etwas gute Kommunikation….“ Genau das ist der Fehler: Es braucht eine durchgehend gute Kommunikation; alle anderen werden Verlierer sein. Joseph Deiss muss dies nicht stören; auch er steht auf unserer Steuerzahler-Honorarliste mit gut Fr. 208 000.—pro Jahr.

Warum ist der Ölpreis derart hoch?

Donnerstag, den 27. April 2006 um 14:30

Weil mindestens zwanzig bedeutende Ölhändler und ihnen nahe stehende Dienstleister sowie hundert weitere Händler, die am Öl verdienen, von Genf aus ihre Geschäfte machen, ist dies kein geringer Faktor für einen hohen Ölpreis. Genf ist eine der teuersten Städte der Welt. Wer dort mit seinen Mitarbeitern leben und selbst gut Geld verdienen will, braucht einen anständigen Cashflow.

Noch ein Gegner hoher Saläre

Donnerstag, den 27. April 2006 um 13:21

Walter Bürgi, alt Ständerat und langjähriger Atel-Präsident, hat sich ebenfalls geoutet als Gegner zu hoher Saläre. Er sprach sich gegen „gewisse Salärexzesse“ aus. Damit erhalten Johann N. Schneider- Ammann, Peter Forster, Peter Hasler und viele andere, welche die Faust im (leeren?) Sack machen, Unterstützung.

Weniger Staat gilt nicht für alle

Donnerstag, den 27. April 2006 um 11:43

Weniger Staat propagieren alle Konzerne, aber gerade die UBS hat durch den Verkauf ihrer Atel-Anteile den Konzern fest in staatliche Hände eingebracht. Das war nicht liberal, aber ein gutes Geschäft.

Politische Versteifungen, gleich dreimal

Donnerstag, den 27. April 2006 um 9:48

Die Hamas zu schützen, diesen Einfall konnte nur Bundesrat Moritz Leuenberger haben. Hat ihm niemand gesagt, dass er dann alle jüdischen Organisationen und die US-Amerikaner auf dem Hals haben wird? Jetzt ist unsere Öffnung zu den USA hin gefährdet und die guten Beziehungen, die wir mit Israel pflegen, zumindest leicht beschädigt.

Gleiches ist der talentierten Marina Masoni widerfahren. Hätte die Tessiner Regierungsrätin geschwiegen, wäre sie in letzter Zeit besser gefahren. Wenn man aber aus einer stolzen Familie kommt, nie auf jemanden von aussen hört und damit immer gewonnen hat, gibt ein hübsches Köpfchen nicht so einfach auf. Gleiches in Zürich: Man sieht es der Regierungsrätin Dorothée Fierz einfach an, dass sie kein einfacher Charakter ist. Jetzt hat sie gegen die „runde“ Rita Fuhrer eine gewaltige Niederlage eingefahren. Merke: Politische Versteifungen sind immer höchst gefährlich.

 
     
     
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