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Monatsarchiv für März 2006

Katholische Kinderheime, grauenhaft

Dienstag, den 28. März 2006 um 14:53

Bisher dachte ich, das sei nur in England oder Irland möglich gewesen. Jetzt ist in Deutschland ein neues Buch publiziert worden, dass Kinder bis vor vierzig Jahren auch in deutschen katholischen Kinderheimen bis aufs Blut gequält, sadistisch behandelt wurden. Wenn die katholische Kirche geistig bewusste Gläubige verliert, sind solche Vorgänge daran schuld. Eine Kirche nur von Dummköpfen ist auch nicht viel wert.

Deutschland verschweizert

Dienstag, den 28. März 2006 um 14:13

Die jüngsten Drei-Länder-Wahlen in Deutschland hatten eines gemeinsam: Mehr als die Hälfte aller Deutschen ging nicht hin. Kurt Beck in Rheinland-Pfalz, den ich gut kenne, gewann die Wahlen nur, weil die Menschen, die ihn nicht mochten, nicht mehr an die Urne gingen. Sie empfanden es als hoffnungslos, seinen Polit-Klamauk zu bekämpfen. Deutschland wird wie die Schweiz: Immer weniger gehen an die Urne. Es siegen die frechsten Vertreter von Minderheitsgruppen, die damit ihren politischen Willen durchsetzen. Das ist höchst traurig. Was untergeht, ist das gemeinsame Wohl.

Was heisst “mehr Staat”?

Dienstag, den 28. März 2006 um 12:35

Wenn die Kontrolle von zwei Enten im Auslauf durch den Tierarzt Fr. 245.10 kostet, bedeutet dies “mehr Staat”. Wenn die Coiffeure den Meistertitel abschaffen und der Kanton Zürich dafür “Meisterkurse” einführt, wo man lernt, wie man als künftiger Meister Lehrlinge motiviert, bedeutet dies auch “mehr Staat”. Sinn macht beides nicht.

Joan Baez: Diamanten und Rost

Dienstag, den 28. März 2006 um 12:11

Vierzig Jahre Kultsängerin, was bleibt? Gerade trat sie, als Dame, in Frankfurt auf und sang in Erinnerung an ihre gescheiterte Generation von dem, was bleibt: Diamanten und Rost. Sie sang auch, sie habe sich für Diamanten entschieden. Joan mit der Samtstimme ist Siegerin auch in der Niederlage geblieben.

Was unterscheidet die Schweiz von der Slowakei?

Dienstag, den 28. März 2006 um 11:33

Der Grossraum Bratislava boomt, der Osten des Landes liegt darniedert; das Volk will eine andere Regierung. Bei uns boomt die Grossregion Zürich, die bis vor die Tore Basels und Berns geht. Ab Bern westlich sieht es düster aus, wenn auch nicht so düster wie in der Slowakei. Wir leben von der Vergangenheit, die Slowakei von der Zukunft.

Wal-Mart kommt viele teuer zu stehen

Dienstag, den 28. März 2006 um 9:37

Die armen Amerikaner, von denen es mindestens 40 Mio. gibt, kaufen bei Wal-Mart ein, das seine Mitarbeiter bekannt schlecht bezahlt. Daraus entsteht in den USA eine Unkultur der Armut oder: Die Unkultur der Armut wird von Wal-Mart gestützt. Bisher hatten wir das nicht in der Schweiz.

Fundamentalisten gibt es überall

Dienstag, den 28. März 2006 um 9:01

Von islamischen Fundamentalisten reden alle. Wie aber steht es mit anderen Fundamentalisten? Der Grossrabbiner von Israel, Mordehai Elijahu, hat soeben angeordnet, Eltern möchten den Puppen und Plüschtieren ihrer Kinder entweder Arme oder Beine abschneiden, damit sie nicht perfekt sind “und damit ihren Götzencharakter verlieren”. Eigentlich bin ich ganz seiner Meinung: Meine Spielzeugtiere waren auch bald verstümmelt, aber ich habe es nicht aus religiösen Gründen getan.

Warum soll Gazprom nicht dürfen, was Eon darf?

Dienstag, den 28. März 2006 um 8:14

Eon ist ganz massiv an den Gasfeldern der Gazprom (und an Gazprom selber) beteiligt. Warum soll sich Gazprom nicht am Vertriebsnetz von Eon beteiligen dürfen? Wir haben Angst vor den Russen wie die Franzosen und Luxemburger vor Mittal. Entweder haben wir Kapitalismus oder wir haben keinen; Nationalismus ist ein schwaches Gegenrezept.

Dschingis Khan war ein früher Jack Welch

Dienstag, den 28. März 2006 um 7:50

Natürlich mochten wir Westeuropäer Dschingis Khan nicht, der mit seinen Truppen bei uns einfiel. Dabei war er nichts anderes als ein früher Jack Welch, Marcel Ospel oder Peter Brabeck-Letmathé. DK verliess sich auf modernste Technologien, wie einen hervorragenden Postservice, und überrannte mit seinen besseren Managern die zurückgebliebenen Westvölker. Gott sei dank war er abergläubisch, das war seine schwache Stelle.

Wir leben in einer Wirtschaftskrise

Dienstag, den 28. März 2006 um 7:30

Die Geburten in der Schweiz und weiten Teilen Westeuropas sind heute gleich rückläufig wie zur Zeit der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929. Aus dieser Sicht kann abgeleitet werden, dass die Schweiz und Westeuropa heute in einer vergleichbaren Wirtschaftskrise sind. Mindestens streiken hunderttausende junger Menschen, indem sie keine Kinder mehr wollen. Sie haben keine garantierten Arbeitsplätze mehr, wenig Aufstiegschancen und stehen vor einer Schuldenlawine, an der sie kaum Schuld tragen. Wenn Mann und Frau beide arbeiten müssen, um eine Familie zu ernähren, haben sie auf Kinder keinen Bock mehr.
Aus dieser Sicht ist es auch selbstverständlich, dass sich derzeit jeder so rasch wie möglich bereichert. In Zukunft wird dies immer weniger Menschen möglich sein; die Raffermentalität nimmt zu.

 
     
     
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