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Weblog
Monatsarchiv für Februar 2006
Montag, den 20. Februar 2006 um 16:27
Unser Bundesratssprecher Oswald Sigg, bei dem die Haare auf dem Kopf mehr auffallen als jene auf der Zunge, hat sich bei seinem Amtsantritt auf Offenheit verpflichtet. Was nützt aber die Offenheit, wenn nichts herauskommt? Jetzt lässt das Departement Blocher wissen, dass Sigg falschen Rat gegeben hat. Ich sage, dies ist sein Todesurteil, mag es auch noch nicht vollzogen sein.
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Montag, den 20. Februar 2006 um 15:56
Karen Hughes, Staatssekretärin im US-Aussenministerium, Beauftragte für Public Diplomacy, hat einen Job, den sie wie folgt positioniert:
- “Mein Job ist die Wahrheit.”
Hier stellt sich die Frage, wessen Wahrheit.
- “Ich glaube, dass wir in einem wunderbaren Land leben.”
Hier stellt sich die Frage, für wen ein wunderbares Land – und für wen nicht?
- Über George W. Bush: “Die Menschen liegen ihm am Herzen, er ist ein wunderbarer Führer.”
Hier stellt sich die Frage, welche Menschen liegen ihm am Herzen. Bei “wunderbarer Führer” denke ich an Kim II Song.
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Montag, den 20. Februar 2006 um 15:55
Aus Anlass seines 10-jährigen Bischofsjubiläums gewährte der Basler Bischof Kurt Koch ein Interview. Er klagte über die Komplexität seines Bistums, wo die Hälfte der Gläubigen abtrünnig sein dürften, indem er ausführte: “Um einzelne Bistumsregionen zu besuchen, muss ich sogar die Nachbardiözesen Chur und St. Gallen durchqueren.” Sorgen hat der Mann.
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Montag, den 20. Februar 2006 um 8:42
Um in der Deutschen Schweiz als Denker-Autor-Berater angesehen zu sein, muss man entweder einige Zeit in den USA oder in Deutschland, am besten in Hamburg oder Berlin, verbracht haben. Üblicherweise berufen sich die älteren PR-und Werbeberater vor allem auf Erfahrungen in lange zurückliegenden US-Wahlkämpfen, seltener auf Erfahrungen bei Philip Morris, Wal-Mart und anderen Grosskonzernen, weil dort Schweizer seit langem keine Rolle mehr spielen.
Anders bei unseren Grossdenkern der journalistischen Szene. Roger Köppel, Sportredaktor der “NZZ”, dann Chefredaktor der “Weltwoche”, der diesen lahmen Gaul wieder kurze Zeit zum Hengst aufschminkte, blieb der Einzug in die Chefredaktion der “Neue Zürcher Zeitung” bisher verwehrt. Jetzt hält er sich bei der “Welt”, einem der Leitorgane der deutschen Intellektuellen, als Chefredakteur ganz ausgezeichnet. Gleiches gilt für Roger Schawinski, der seinen Berliner Privatsender, dessen Name ich immer vergesse, mit irgendwelchen Schmonzetten an der Spitze des unterhaltsamen Nichts heranführt. Eigentlich würde er lieber tolle News machen, was ich ihm abnehme, aber die Deutschen nehmen ihm dies nicht ab. Das spricht aber eher gegen die Deutschen als gegen den “lieben Roschee”, wie er uns bekannt ist.
Einer aber, aus dem mystischen Dunkel der “Zeit” herauskommend, vorher als Chefredaktor des “Tagi” frühzeitig ausgeschieden, Dr. Roger de Weck, ist allseits als liberale Unke präsent, hoch gebildet und oft hoch schwammig in der Aussage. Diese Positionierung als “Fettklöschen der Schweizer Journalistik” wird nun untermauert durch zwei berufene Geister: Giovanni di Lorenzo und Theo Sommer. Di Lorenzo, heute Chefredakteur der “Zeit”, nennt Roger de Weck die Maggie Thatcher der “Zeit”, eine Positionierung, die unserem Schweizer Linksradikalen wenig gefallen wird. Theo Sommer kommentiert die Leistung des Schweizer Kurzzeit-Chefredaktors: “Wirklich gefährlich wurde es, als wir allzu jugendlich wurden – geschminkt auf hippig-flippig. Das war eine Phase, in der wir die Jugend nicht gewannen und die Älteren verloren.Doch haben Josef Joffe und Michael Naumann dies wieder begradigt.”
Als “Zeit”-Leser seit 50 Jahren, und dies ohne Pause, kann ich nur bestätigen: Unser Schweizer Grossgeist aus der Romandie hat in Deutschland keine Spuren hinterlassen. Seine schweizerisch-patrizische Familie kämpft noch darum.
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Freitag, den 17. Februar 2006 um 15:47
dann wirst Du dort demnächst die schönsten Pelzmäntel aus dem Bündnerland sehen. Der Tierschutzverein Graubünden sammelt die Pelzmäntel derzeit für mongolische Hirten, die unter wirklicher Kälte leiden. Was sich die Hirten wohl denken, wenn sie ihre Karakulschaf-Pelze wieder zurück erhalten?
Gesellschaft | 1 Kommentar »
Freitag, den 17. Februar 2006 um 15:45
Eine 43jährige Frau, die in ihrem Leben nie einen richtigen Job hatte, sollte nach dem Willen von über 13 000 Baslern dort Regierungsrätin werden. Sie hatte kein Geld, machte keine Kampagne und siegte dennoch – fast. Wie kaputt muss unsere Politik sein, wie illusionslos die Wählerschaft, wenn solches geschehen kann. Demnächst kann jeder Idiot kandidieren. Im Bundesrat haben wir immer wieder ein derartiges Exemplar, dann aber mit voller Staatspension.
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Freitag, den 17. Februar 2006 um 15:36
Markus Gisler schrieb es wieder einmal in der “MZ”: Das Image der CS ist noch nicht auf dem Niveau der UBS, als Folge strömt beim grossen Bruder deutlich mehr Neugeld.
Das stimmt, kürzlich sah der Hauptsitz der CS am Zürcher Paradeplatz, die Fenster rot beleuchtet, wie ein Bordell aus. Oswald Grübel sieht nach den jüngsten Ergebnissen grimmiger denn je aus. Seine Jungmannschaft schweigt in allen Tönen.
Dem gegenüber das Team Ospel-Wuffli: Elegant und ein wenig unverschämt; diese Mischung scheint zu stimmen.
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Mittwoch, den 15. Februar 2006 um 16:43
Ich gestehe gerne, diese neue Welt mit neuen Namen macht auch mir hie und da Schwierigkeiten. An “Kofi” Annan habe ich mich, auch dank “Dölf” Ogi, gewöhnt. Jetzt scheint “Ban” zu kommen; nein, nicht Bernanke, sondern Ban Ki-moon als Nachfolger von “Kofi”. Ein Südkoreaner. Hatten wir nicht schon einmal einen –moon von dort. Die Moon-Sekte. Wie hängen nun diese Südkoreaner zusammen? Ist dies eine Familie? Weder “NZZ” noch “Tagi” liefern bisher die notwendige Aufklärung.
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Mittwoch, den 15. Februar 2006 um 16:41
Konrad Mrusek ist nicht irgendwer, sondern der sehr erfahrene und überlegte Wirtschaftskorrespondent der “FAZ” in der Schweiz. Zum UBS-Gewinn schreibt er: “Dieser Gewinn ist fast schon unanständig.” Wenn Mrusek, ein Wirtschaftskonservativer, dieser Meinung ist, dürfen wir uns nicht wundern, wenn Zehntausende der Meinung sind: “Dieser Gewinn ist unanständig.”
Wirtschaft | Keine Kommentare »
Mittwoch, den 15. Februar 2006 um 16:09
Christoph Blocher träumt davon, als veritabler Bruder im Geiste Winston Churchills in die Geschichte einzugehen, Silvio Berlusconi vergleicht sich gar mit Napoleon. Nur der Feingeist im Bundesrat, Moritz Leuenberger, träumte von der Darstellung als intellektuell führende Lichtgestalt im Lande im Film. Während ihm die Verwirklichung des Projektes versagt blieb, wird Maggie Thatcher heute in einem Musical gefeiert. Nach dem Auftritt als Komparse in “Lüthi & Blanc” wäre ein Auftritt als Tänzer doch auch etwas für Sie, Herr Leuenberger?
Philippe Welti
Kultur, Politik | Keine Kommentare »
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