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Tagesarchiv für 14. Februar 2006

Die Schweiz wird billiger

Dienstag, den 14. Februar 2006 um 16:56

Natürlich zählen wir zu den teuersten und besten Staaten der Erde, aber immer weniger Schweizer können es sich leisten, in ihrem Land zu leben. Deshalb wird die Schweiz immer billiger. Sie wird billiger, weil über 25% Ausländer hier leben. Sie verdienen weniger, leben billiger und investieren mehr in die Zukunft ihrer Familien. Das ist, wirtschaftlich gesehen, eine gute Entwicklung. Während die Goldküstenbewohner immer teurer, älter und unbeweglicher werden, kommt junges Volk aus allen Himmelsrichtungen ins Land. Die Zukunft kommt, aber nicht immer daher, woher man sie sich wünscht.

Fanatiker gab es schon immer

Dienstag, den 14. Februar 2006 um 16:37

Als Napoleon in Venedig einrückte (1797) liessen die Dogen Kleinplakate drucken, wie der französische Hahn den venezianischen Löwen niederdrückte. Mit dem Kampfruf „Viva San Marco“ stürzten sich die Venezianer auf die anrückenden Franzosen. Diese antworteten: „Fanatiker“. Wir sollten doch ein wenig Verständnis haben, wenn die Iraker die US-Amerikaner nicht anders sehen.

Langdauernde Prozesse

Dienstag, den 14. Februar 2006 um 16:21

Milosevic, der ehemalige Herrscher Serbiens, steht nunmehr schon vier Jahre vor Gericht. Carla del Ponte wirkt wie eine Katze, die ihre Maus nicht zu schlucken vermag. Das gleiche spielt sich ab mit Saddam Hussein: Je länger der Prozess dauert, desto vitaler wirkt der Angeklagte.

Italienische Sitten

Dienstag, den 14. Februar 2006 um 15:12

Romani Prodi hat auf 300 Seiten ein Wahlkampfprogramm vorgelegt, wie er Italien sanieren will. Silvio Berlusconi hält sich derweil für Jesus Christus. Bei uns wissen wir nur, dass Christoph Blocher Winston Churchill nahe steht. Pascal Couchepin ist ganz einfach ein republikanischer römischer Senator und Moritz Leuenberger ist – nein, kein Nero – sondern ein Intellektueller, der die Engel auf der Nadelspitze zu zählen vermag. Hans-Rudolf Merz ist die Wiedergeburt eines Volksschriftstellers, Micheline Calmy-Rey die lächelnde Nemesis. Wir sind doch bescheidener als die Italiener, unsere Probleme sind auch kleiner.

Thomas Mann’s unheilige Familie

Dienstag, den 14. Februar 2006 um 14:06

Nach dem Tod des Dichterfürsten, der sich selber mit Goethe verglich, stritt die Familie nur noch um sein Erbe. Im Schnitt ging es um Fr. 400 000.—bis 700 000.—jährlich, die an Tantiemen zu verteilen waren. Vieles bleibt bis heute verschwunden, so auch die Nobelpreismünze. Die Mann’s waren in Wirklichkeit Raubtiere, ein wenig intelligentere als andere vielleicht.

Brauchen wir das „NZZ“-Flughafen-Dossier?

Dienstag, den 14. Februar 2006 um 13:33

Wenn meine geliebte „Neue Zürcher Zeitung“, die ich seit mindestens 35 Jahren abonniert habe, ein Dossier zum Zürcher Flughafen anbietet, will ich es natürlich lesen. Fr. 5.—sind kein Betrag dafür.

Jedoch, welche Enttäuschung. Es handelt sich um reine Propaganda für den Flughafen, die in Kauf nimmt, dass 300 000 Menschen im Süden unter den Auswirkungen des Südan- und –abflugs leiden. Die „NZZ“, dies stelle ich amüsiert fest, hat mehr Verständnis für Kapital als für Menschen. Das wussten schon die französischen Könige und die italienischen Päpste: „Sans d’argent pas de Suisses.“ Merke: Ich kann das Dossier den Betroffenen nicht empfehlen, es sei denn zur Stärkung der eigenen Argumentation.

Reiche Ausländer bringen wenig Gewinn

Dienstag, den 14. Februar 2006 um 11:22

Die Kantone argumentieren stets, wenn sie reichen Ausländern die Steuern erlassen, diese würden dann durch ihren Konsum viel Geld ausgeben. Irrtum, der reichste Schweizer, Ingvar Kamprad, Inhaber vin IKEA, lebt seit Jahrzehnten steuergünstig in Epalinges. Er hat nach Aussage des Gemeindepräsidenten Yvan Tardy „noch nie etwas für den Ort getan, keine Spende, nichts.“ Auch den Vereinen gibt er kein Geld, die fragen schon gar nicht an.

Meine Beobachtung: Wer Zugriff auf Milliarden hat, verpulvert lieber einige hundert Millionen in einem „business case“ anstelle einen Tausender für konkrete Hilfe auszugeben. Es ist diese Angst, man könne seine Prinzipien verletzen, womit es keine Grenzen mehr gebe, die sehr reiche Leute geizig erscheinen lässt. Kamprad ist nicht der erste Fall dieser Art.

Aus Nestlé 01 wird Nestlé 02

Dienstag, den 14. Februar 2006 um 10:59

Nelly Wenger, die Schweizer Nestlé-Chefin, hat zugeschlagen. Sie findet die bisherige Produktepolitik und das Produktmarketing des Schweizer Superkonzerns mindestens in der Schweiz ungenügend. Deshalb hat sie ihren alten Freund Jean Nouvel beauftragt, neue Schoggi-Packungen zu entwerfen.

Ich fragte mich immer, was die schöne Nelly bei Nestlé wirklich tut. Jetzt macht sie aus Nestlé 01, dessen Leistungen sie nicht schätzt, ein Nestlé 02. Hoffen wir, dass sie Glück hat. Fachleute jedenfalls sind jetzt schon skeptisch, ob das neue Packungskonzept für Cailler wirklich stimmt. Das Rennen mit Peter Tanner von Lindt kommt in Gang.

New York sieht schwarz

Dienstag, den 14. Februar 2006 um 8:01

Karl Lagerfeld, der seine neue „Wunderkind“-Kollektion in New York City ganz in Schwarz vorstellte, sieht aus wie ein Vertreter der französischen Aristokratie, aber irgendwie kupiert: Der Hinterkopf-Haarschwanz ist gänzlich ohne Pracht, die Rüschen auf der Brust ärmlich wie die eines Dienstmädchens, das die abgelegten Kleider seiner Herrin trägt, die Hose zu eng, die Schuhspitzen zu gewölbt. So stellen sich Proletarier das schöne Leben vor.

 
     
     
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