Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 7. Februar 2006

Blocher lässt Sterbehilfe einfach laufen

Dienstag, den 7. Februar 2006 um 17:17

Bundesrat Dr. Christoph Blocher, Jurist, will sich in die Praxis der Sterbehilfe nicht einmischen. Soll doch sterben, wer und wie er will. Letztlich werden damit die Sozial- und Gesundheitskosten entlastet. Alte und kranke Menschen belasten unser Sozialsystem am meisten. Freien Sterbetourismus verlangen auch die Ethikprofessoren. Wir Schweizer dürften diese Dienstleistung nicht privilegiert in Anspruch nehmen. Diese Aussage klingt zynisch. Wir sind schon im Drogenbereich liberaler als viele andere Länder Europas. Switzerland wide open, eyes wide shut.

„Urban Islam“ ist unrealistisch

Dienstag, den 7. Februar 2006 um 17:14

Unsere Medien, vor allem diejenigen der SRG, haben sich fast überschlagen, die Basler Ausstellung „Urban Islam“ als einzigartige Leistung darzustellen. Fachleute sagen: „Basel pinselt den Kulturkampf schön“. Diese Aussage ist wohl realistischer, betrachtet man die Ereignisse der letzten Tage. Unsere Scharfmacher verunglimpfen den Islam, dessen Scharfmacher stecken unsere Fahnen und Häuser an.

Dölf tritt zurück – niemand jammert

Dienstag, den 7. Februar 2006 um 16:50

Ich hätte anderes erwartet: Dölf Ogi tritt demnächst als UNO-Sonderbotschafter für Jugend und Sport zurück. Es ist keine Hauptnachricht, sondern wird eher am Rande erwähnt. Ach ja, Freund Kofi tritt auch zurück. Als Dölf Ogi als Bundesrat zurücktrat, schrieb ich in der „SonntagsZeitung“: „Er gehe in Frieden.“ Bin gespannt, wo er wieder aufersteht. Herzlich willkommen im Wallis, Dölf. Wir geben Dir gerne Asyl.

Professoren kaufe ich mir sieben zum Frühstück

Dienstag, den 7. Februar 2006 um 16:19

Es war einmal ein deutscher Kurfürst, der solches über den renommierten Lehrkörper in Göttingen sagte. Nicht anders Maggie Thatcher. Als es um die deutsche Wiedervereinigung ging, berief sie sechs renommierte Historiker, um sie anzuhören: Gordon A. Craig (schrieb einmal ein tolles Buch über die Zürcher) ,Fritz Stern (Hitler-Spezialist), Timothy Garton Ash (Europäer), Hugh Trevor-Roper (Sicherheit), Norman Stone und George Urban. Nach sechsstündiger Beratung blieb sie bei ihrem Urteil: „Ein neues Grossdeutschland, unmöglich.“ Es gab einen, der sie umdrehte („This Lady is not for turning.“), Bush sen. Ohne ihn hätte es keine Wiedervereinigung gegeben. Was kann er für seinen Sohn?

Merke: Ich sah Vater Bush während zweier Essen aus der Nähe. Er wirkte höchst schläfrig und wenig aufmerksam. Auch ich kann mich täuschen.

Spitäler – schwerfälliger geht es nicht.

Dienstag, den 7. Februar 2006 um 15:59

Die medizinischen Fakultäten der Universitäten Bern und Basel wollten zusammenarbeiten, um gegen Lausanne und Zürich bestehen zu können. Jetzt, nach zwei Jahren, stellt sich heraus, dass die Berner Unimediziner sich in Bern allein stark fühlen. Platz für Basler Studenten haben sie ohnehin nicht. Das ist Schweizer Hochschulpolitik.

Die Swarovskis leben auf einem anderen Stern

Dienstag, den 7. Februar 2006 um 15:57

Der Geheimnisse der Swarovskis sind gar viele. Diese Tiroler Familie, der ein ganzes Dorf, Wattens bei Innsbruck, gehört, macht aus Sand Glas und daraus Schmucksteine, die man in der ganzen Welt begehrt. Was sind diese Geheimnisse?
– Amerikanerinnen kommen zu Tausenden nach Tirol, um dort die Zwerge dabei zu beobachten, wie sie die Kristalle aus dem Berg holen. Was eine industrielle Produktion ist, wissen sie nicht.

– André Heller, der Wiener Oberzauberer, hat dort eine Kristallhöhle gebaut, die jährlich mehr Touristen anzieht als die meisten Schweizer Ferienorte.

– Die Gewinnspanne des Unternehmens, das von Erlenbach bei Zürich aus geführt wird, ist besser als die von IBM zu seinen besten Zeiten.

– Bundesrat Dr. Christoph Blocher wohnt in Herrliberg in einem Haus, das einst einem Swarovski gehörte.

– Der Grossvater von Nadja Swarovski, die heute die Kommunikation führt, sagte mir einmal als grösstes Geheimnis der Produkte: „Es muss glänzen, Stöhlker.“ Es war ein feiner alter Herr, der an Elfen glaubte und heute auf einem Privatfriedhof ruht.

Solche wie die Swarovskis haben wir in der Schweiz nicht.

Schleichwerbung ist Manipulation

Dienstag, den 7. Februar 2006 um 15:48

Am liebsten wäre es mir gewesen, unsere TV-Programmdirektorin Ingrid Deltenre hätte dies gesagt; aber sie war es – leider – welche die Schleichwerbung im Schweizer Fernsehen intensivierte und aufgrund dessen Karriere machte. Jetzt will sogar die EU, wahrscheinlich zur Gewinnung des Vertrauens ihrer 450 Mio EU-Bürger, die Schleichwerbung am Fernsehen freigeben. Da tut es gut, wenn Wilhelm Hoffmann, ein Bundesverfassungsrichter in Karlsruhe, sagt: „Schleichwerbung ist Manipulation und darf deshalb nicht sein.“

Die Folge ist ohnehin, dass nur noch Alte, Rentner, Arbeitslose und IV-Bezüger Schweizer Fernsehen schauen; die Jugend ist im Internet. Es gibt noch Richter, leider nicht in Bern und Lausanne.

Geliebte links-grüne Buchhändler/-innen

Dienstag, den 7. Februar 2006 um 15:11

Zensur ist verboten in der Schweiz, dies mit einer Ausnahme, den links-grünen Buchhändlerinnen und Buchhändlern. Zum Beispiel: Peter Handke wird nicht aufgelegt, weil er für die Serben ist. Oskar Freysinger wird nicht verkauft, weil er ein Tirol-Walliser Macho ist. In Wirklichkeit schreibt Handke ganz wunderbare, einmalige Bücher, die ich nur empfehlen kann, und der heutige Freysinger ist ein Autor, über den viele reden, den aber keiner lesen kann, weil die allerliebsten Buchhändlerinnen ihn schlimmer behandeln als früher die schlimmsten Sexautoren. E.Y. Meyer, der Berner Autor aus dem Emmental, ist auch so ein Fall. Er hat mit dem „Ritt“ ein passables Schweizer Werk vorgelegt, das jene unserer Modeschriftsteller bei weitem übertrifft. Sein ganzes Werk ist von einer schriftstellerischen Brillanz, die wahrscheinlich nur deshalb so wenig gewürdigt wird, weil dann die heutigen Kurzsatz-Turbos an ihm verzweifeln müssten. Aber? Unsere jungen Damen hinter den eleganten Brillen mögen lieber den Kick als das literarische Erlebnis; ihre meist leicht frustrierten 40-jährigen Chefinnen sind in die Esoterik des Unbestimmten abgetaucht, wo sie als Graufische leben, um verzweifelt an die Oberfläche des Seins zu starren, der Erlösung harrend. Das sind die heutigen Buchhändlerinnen – grimmige Höllenhunde, die vielen guten Autoren des Eintritt in ihr Allerheiligstes nicht gestatten wollen.

Schweizer Zukunft in Singapur

Dienstag, den 7. Februar 2006 um 15:02

Die Credit Suisse hat den Sitz ihres Chefs Private Banking International nach Singapur verlegt. Warum? Weil das Schweizer und europäische Geld ohnehin dorthin flüchtet und das Geld Asiens dort rascher wächst als jenes im Rest der Welt. Wir werden Provinz.

Ein Kränzchen für Helmut Schmidt

Dienstag, den 7. Februar 2006 um 14:14

Der deutsche Kanzler a. D. meinte vor zwei Wochen zur USA: „Die Entartungen des amerikanischen Kapitalismus nenne ich Raubtierkapitalismus.“ Und: „Wieso können die Amerikaner Kapitalismus und Demokratie im Namen des christlichen Gottes in der Welt verbreiten?“ Historiker Fritz Stern, Amerikaner: „Das Ausmass von Korruption und Ungleichheit in Amerika heute erinnert mich an die so genannten robber barons des 19.Jahrhunderts.“

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog