Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 6. Februar 2006

Arme Schweizer Verleger

Montag, den 6. Februar 2006 um 16:38

Voll bezahlte Inserate werden allmählich zur Seltenheit. Jetzt wird es für Schweizer Verleger noch schlimmer, denn in zwei Jahren werden die finnischen Papierkapazitäten so schwach, dass die Preise nur noch nach oben gehen können. Die Papierkonzerne haben wenig in neue Anlagen investiert, ganz ähnlich wie die Ölkonzerne, die auch zu wenig exploriert haben, weil man auch so gut genug Geld verdient. Jetzt sollen Papierfabriken in Russland gebaut werden. Wenn nur Putin die Versorgung nicht abklemmt.

Wenige dürfen, andere nicht

Montag, den 6. Februar 2006 um 15:15

Nobelpreisträger wollen an den Unis nicht pensioniert werden, sondern weiter arbeiten. Wie Schweizer (Wüthrich) und deutsche (Hänsch) Beispiele zeigen, gibt es dann rasch Sondererlaubnisse. Ein normaler Mensch wird heute mit 58 frühpensioniert, ob er fähig ist oder nicht. Ich fahre jetzt mit vollem Tempo auf 65 zu und arbeite immer noch. Man kommt sich fast komisch vor.

Postmoderne gegen Renaissance der Religionen

Montag, den 6. Februar 2006 um 15:05

Mitte der Achtziger Jahre plante ich (und stellte es dann auch fertig) ein Bürohaus im postmodernen Stil. Damit ging die Ende 68 nochmals aufflackernde Aufklärung endgültig zu Ende, sodass ich jetzt über ein eigentliches Denkmal verfüge, denn was seither an Büros gebaut wurde ist Schrott, alleine ausgerichtet an maximalem Gewinnstreben. Wir haben uns damals alle Stilelemente hervorgesucht, um daraus eine Individualität zu schaffen. Wir leben und arbeiten alle gerne in diesem Haus, denn es hat Persönlichkeit, die wir auch vermitteln wollen.

Nun ist die Postmoderne tot, die „Renaissance der Religionen“ steht an, die mythologischen Muster und das Kollektiv kommen wieder. Mit dieser Art von Kulturkampf habe ich eigentlich immer gerechnet, aber mir tun jene leid, die sich jetzt wieder in die Arme der Mythologie flüchten. Das hatten wir schon einmal.

Schweizer Trauerspiel in Berlin

Montag, den 6. Februar 2006 um 14:37

Die Berliner Akademie der Künste, wo der freie Geist des deutschen Volkes wehen soll, ist auch ein Schweizer Trauerspiel. Adolf Muschg, unserem jetzt zurückgetretenen Schweizer Präsidenten der deutschen Akademie, wird dort nachgesagt: „Er glaubte sowieso, alles allein zu können.“ Natürlich, meine lieben Berliner, wenn man in der Schweiz derart verwöhnt wird, wie der liebe Muschg, der dann noch nach Berlin gerufen wird, dem kommt der Rest der Menschheit wie Zwerge vor. Keine Sorge, wir nehmen ihn gratis und franko wieder zurück. Hier hört ihm ohnehin nur die „classe opportunisque“ zu.

Ludwig Erhard, ein schwacher Prophet

Montag, den 6. Februar 2006 um 13:39

Der rheinische Kapitalismus von Ludwig Erhard, so geht es seit zwei Jahren um, sei das bessere Modell als der US-Kapitalismus. Ludwig der Dicke war jedoch ein schwacher Prophet:
– Die Mark wurde von den Amerikanern eingeführt.
– Der Titel zum berühmtesten Erhard-Buch, „Wohlstand für alle“, stammt von Pjotr Kropotkin, einem russischen Anarchisten des 19.Jahrhunderts.

Konrad Adenauer hielt nicht viel von Erhard, er warnte vor ihm als Kanzler. Wahrscheinlich hatte er auch da recht.

Die EU kann’s nicht

Montag, den 6. Februar 2006 um 13:10

Die hübsche falsche Blondine aus Schweden, Margot Wallström, will’s für die EU richten. Sie hat eine Kommunikationsstrategie vorgelegt, die schon im ersten Anlauf scheiterte. Die eigene Nachrichtenagentur wurde sofort von den europäischen Medienmoguls als Staatskonkurrenz gebodigt. Jetzt folgt eine „Europäische Charta der Kommunikation“, welcher Blödsinn. Dann sollen „Stakeholder-Foren“ folgen und „digital vernetzte Büchereien“. Mon Dieu, was der EU und Europa fehlt, ist eine Seele. Die EU-Europäer sollen demnächst die erste Europa-Steuer zahlen; das wird jedes Kommunikationsprogramm vernichten. Der irische Binnenkommissar Charlie McCreevy schätzt die Europäer bescheidener ein: „Sie wollen anständig verdienen, ein paar Bier kaufen können und ein bisschen Sex haben.“ Klasse, wenn die EU-Kommissare ihre Europäer/-innen derart einschätzen, kann’s nur schief gehen.

Geheimdienste: USA und Schweiz jammern

Montag, den 6. Februar 2006 um 11:43

Hatten wir nicht kürzlich ein ägyptisches Fax-Problem, was unsere Schweizer Geheimdienstler zu Schreckensrufen veranlasste: „Wir sind gegenüber unseren Kollegen im Ausland, vor allem denen in den USA, nicht mehr glaubwürdig.“ Nur nicht so gestürmt. Jetzt hat John Negroponte, der oberste Sicherheitschef der US-Regierung geklagt, dass in den USA Überwachungsprogramme gegen Terroristen ohne seinen Segen veröffentlicht wurden. CIA-Chef Porter Goss sagte, wen wundert’s: „Wir sind in den anderen Diensten im Ausland nicht mehr glaubwürdig.“ Oho, wenn keiner mehr glaubwürdig ist, gilt der Satz: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert.“

Die „Winterthur“ wandert aus

Montag, den 6. Februar 2006 um 10:51

Die Schweizer Winterthur-Versicherungen, einst ein Blue-chip der Schweizer Wirtschaft, dann von Peter Spälti in einem Angstanfall an Rainer E. Gut von der Credit Suisse verscherbelt, feiert nun ihr 150jähriges Jubiläum: in Wiesbaden/D. Der neue Winterthur-Chef, Leonhard Fischer , ein Deutscher, muss den Ruf auch in Deutschland reparieren; die Schweiz ist von zweiter Bedeutung. Bei dieser Gelegenheit wird auch klar, warum der Allfinanz-Versuch der Winterthur, damals noch von Lukas Mühlemann und Thomas Wellauer geführt, schief ging: Die deutsche Commerzbank weigerte sich, mit der Winterthur weiter eng zu kooperieren, weil sie sich der Credit Suisse in die Arme warf.

Was haben SBB und Skyguide gemeinsam?

Montag, den 6. Februar 2006 um 10:31

Vergleichen wir das Blackout-Gutachten über die SBB und das Skyguide-Gutachten zum Absturz in Überlingen, zeigen sich überraschende Ähnlichkeiten:

1. Niemand ist schuld.
2. Schuld waren Fehlentscheide aufgrund falscher Daten.
3. In der Leitstelle herrschte Alarmchaos.
4. Beide hatten ein mangelndes Bewusstsein für Risiken
5. Beruhigend: Beide haben die nötigen Massnahmen angepackt.

Dieses Beurteilungsschema lässt sich leicht auf den Absturz der Swissair wie den Absturz der „expo 02“ übertragen. Einzig im Fall der Swissair werden noch die Schuldigen für die Milliardenverluste gesucht, heute aber schon mehren sich die Hinweise auch dort: Unfähigkeit ist keine Schuld.

Zu wenig Wasser in den Alpen?

Montag, den 6. Februar 2006 um 10:03

Wir, das Wasserschloss Europas, trocknen langsam aus. Seit nunmehr drei Jahren ist es im Sommer zu heiss und im Winter zu trocken. Manche Gemeinden haben Angst um ihr Trinkwasser, andere um die Zufuhr für die Beschneiungsanlagen. Doch sollten wir wissen, seit 15 Jahren ist der Wasserverbrauch in der Schweiz pro Person und Tag rückläufig, schreibt die allwissende UBS. Wer trinkt unser Wasser seither?

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog