BAZL-Chef Raymond Cron hat es klar gesagt: Der gekröpfte Nordanflug ist möglich; man müsse jedoch mit den deutschen Behörden verhandeln, damit diese ihn nicht verhindern. Jetzt ist Bundespräsident Moritz Leuenberger gefragt. Mit Unterstützung unserer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey könnte er eine Fusswanderung der Nordgrenze unseres Landes entlang machen, um sich über die wirkliche Lärmsituation persönlich zu orientieren.
Ausserdem sollte er seinen Parteifreund Gerhard Schröder aktivieren, um jetzt zum Vorteil seines neuen Fluchtlandes Verhandlungen mit Berlin aufzunehmen. Wenn jemand weiss, wie man Unmögliches in Berlin durchsetzt, dann der sozialdemokratische deutsche Altkanzler. Schröder als Schweizer Sonderbotschafter, sei es auch nur im Auftrag von Ringier, wäre eine Massnahme der Extraklasse, die seinen Aufenthalt und eventuelle Steuererleichterungen bei uns rechtfertigen würden.
Ganz ernsthaft: Wenn Raymond Cron jetzt den gekröpften Nordanflug freigibt, aber gleichzeitig einen positiven Entscheid vom deutschen Goodwill abhängig macht, ist dies eine erneute politische Fehlleistung des BAZL. Cron hätte die Forderung erheben, den Rest aber dem Bundesrat überlassen sollen.
Wahrscheinlich ging er von der bekannten politischen Trägheit seines vorgesetzten Ministers aus, der lieber mit seinem Schlagzeuger-Freund Politfloskeln drechselt als die harte politische Arbeit des Verhandelns auf sich nimmt.
Die Deutschen wissen sehr gut, dass Raymond Cron aus juristischen Gründen schwer angeschlagen ist und sein Vorgesetzter nicht zum Handeln neigt. Wir sollten diesen Vorgang zum Anlass nehmen, den Druck weiter zu vergrössern.