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Jahresarchiv für 2005

Blatter oder Bosman

Freitag, den 16. Dezember 2005 um 17:20

Sepp Blatter hat viel für den Fussball getan, aber in Europa wurde er mit Sicherheit mehr von Jean-Marc Bosman verändert, der die Ausländerbeschränkung platzen liess. Das war echte Entwicklungshilfe.

Der erste “Facts”-Primeur

Freitag, den 16. Dezember 2005 um 17:02

Es stand nicht in “Facts”, sondern in der “Werbewoche”. “Facts”-Chefredaktor Andreas Durisch sagte: “Facts hat also trotz der grossen Krise des Hauses Tamedia überlebt.” Grosse Krise? Davon war noch nie die Rede. Mit Sicherheit stimmt es, denn ich vertraue Andreas Durisch. Seien wir gespannt, wann er den ersten Primeur im eigenen Magazin bringt.

Mit Kokain zum Erfolg

Freitag, den 16. Dezember 2005 um 17:02

Es gibt viele Wege zur Karriere. Kate Moss hat es mit ihrer Kokain-Affäre wieder geschafft. Sehr chic, sehr fragwürdig.

Müssen wir Susanne Osthoff helfen?

Freitag, den 16. Dezember 2005 um 17:02

Mal angenommen, sie wäre eine Schweizerin, müssten wir Susanne Osthoff helfen? Diese etwas verrückte Deutsche, die ihr Kind in Deutschland zurück liess, erinnert mich ein wenig an Lawrence von Arabien: alles oder nichts. Wer sich, exzentrisch, in Gefahr begibt, fordert das Risiko heraus.

Armer Joe, komm zurück

Freitag, den 16. Dezember 2005 um 16:35

Der Beschluss von Joe Ackermann, den eigenen geschlossenen Immo-Fonds nicht mindestens teilweise zu sanieren, ist ein K.O-Schlag in eigener Sache. Sein Prinzip der absoluten Gewinnmaximierung, dies, um den Vorsprung der Schweizer Grossbanken einzuholen und diesen den Meister zu zeigen, treibt ihn in die Defensive. “Deutsche Pannenbank” heisst nun sein Institut.
Ganz alleine ist er nicht schuld:
- Hilmar Kopper erfand die “Peanuts”
- Rolf Breuer vergriff sich an einem Kunden (Kirch) in der Wortwahl
- Joe (The Swiss) Ackermann ahmte Churchill im falschen Moment nach.
- Es war wieder Kopper, der das DaimlerChrysler-Debakel mit verursachte.

Schuldenabbau Modell Schweiz

Freitag, den 16. Dezember 2005 um 15:26

Warum privatisieren wir unsere Autobahnen nicht? 10-20 Millarden Franken sollten wir daraus zur Sanierung unserer Staatsfinanzen lösen. Hängt natürlich von den Einnahmen ab. Wer kennt die Rechnung?

Chur liegt in Südtirol

Freitag, den 16. Dezember 2005 um 14:01

Das schönste Churer Altstadtrestaurant, der “Franziskaner”, ist nicht im Bündner, sondern im Tiroler Stil erneuert worden. Küchenchef Daniel Auer, auch ein Südtiroler, sorgt für eine schmackhafte bürgerliche Küche. Vor einigen Tagen sass ich mit Ungarn in einem der feinen Restaurants in Einsiedeln, da meinten die Ungarn: “Bei uns sehen die heimischen Restaurants gepflegter aus. Ihr Schweizer macht zu wenig aus Eurer Kunst.” Stimmt das?

Pitbull Ces ist tot

Freitag, den 16. Dezember 2005 um 13:54

Die reichste Schweizerin, Ester Grether (Elmex Zahnpasta), liess ihren Pitbull Ces einschläfern. Sie musste befürchten, dass sich das Pitbull-Image sonst auf sie überträgt. Sorry, Darling.

Zürcher Schauspiel schlägt Opernhaus

Freitag, den 16. Dezember 2005 um 13:54

In Deutschlands Medien geniesst das Zürcher Schauspielhaus regelmässig grosse Aufmerksamkeit; vom Opernhaus ist dort wenig zu lesen. Sind unsere Prioritäten falsch oder die der ausländischen Kulturjournalisten?

Gekröpfter Nordanflug: Stoppt die Deutschen

Freitag, den 16. Dezember 2005 um 9:25

BAZL-Chef Raymond Cron hat es klar gesagt: Der gekröpfte Nordanflug ist möglich; man müsse jedoch mit den deutschen Behörden verhandeln, damit diese ihn nicht verhindern. Jetzt ist Bundespräsident Moritz Leuenberger gefragt. Mit Unterstützung unserer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey könnte er eine Fusswanderung der Nordgrenze unseres Landes entlang machen, um sich über die wirkliche Lärmsituation persönlich zu orientieren.

Ausserdem sollte er seinen Parteifreund Gerhard Schröder aktivieren, um jetzt zum Vorteil seines neuen Fluchtlandes Verhandlungen mit Berlin aufzunehmen. Wenn jemand weiss, wie man Unmögliches in Berlin durchsetzt, dann der sozialdemokratische deutsche Altkanzler. Schröder als Schweizer Sonderbotschafter, sei es auch nur im Auftrag von Ringier, wäre eine Massnahme der Extraklasse, die seinen Aufenthalt und eventuelle Steuererleichterungen bei uns rechtfertigen würden.

Ganz ernsthaft: Wenn Raymond Cron jetzt den gekröpften Nordanflug freigibt, aber gleichzeitig einen positiven Entscheid vom deutschen Goodwill abhängig macht, ist dies eine erneute politische Fehlleistung des BAZL. Cron hätte die Forderung erheben, den Rest aber dem Bundesrat überlassen sollen.

Wahrscheinlich ging er von der bekannten politischen Trägheit seines vorgesetzten Ministers aus, der lieber mit seinem Schlagzeuger-Freund Politfloskeln drechselt als die harte politische Arbeit des Verhandelns auf sich nimmt.

Die Deutschen wissen sehr gut, dass Raymond Cron aus juristischen Gründen schwer angeschlagen ist und sein Vorgesetzter nicht zum Handeln neigt. Wir sollten diesen Vorgang zum Anlass nehmen, den Druck weiter zu vergrössern.

 
     
     
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