Leuenberger gegen Hartmeier
Montag, den 31. Oktober 2005 um 15:43Als “Blatt der neuen Rechten” hat Bundesrat Moritz Leuenberger den “Tagi” bezeichnet; das interessiert mich, weil ich kürzlich den “Tagi” noch als links bezeichnet habe. Was spielt sich auf der Redaktion tatsächlich ab?
Der einst politisch links gesteuerte “Tagi” ist unter Chefredaktor Peter Hartmeier sanft nach rechts gesteuert worden. Dabei hat er, wie es seine Art ist, verbindlich nach allen Seiten Zugeständnisse gemacht. Hartmeier ist ein Mann der Prozesse, nicht der Henkermesser.
Der “Tagi” nimmt jedoch, dies hat Peter Hartmeier bestätigt, inhaltlich Abschied von einem Bundesrat, der wenig von dem erfüllt hat, was man von ihm hätte erwarten können. Das ist keine “Tagi”-Tragödie, sondern eine Zürcher Tragödie. Wie üblich, wartet in einem solchen Fall schon die Ablösung: Regierungsrat Notter, auch SP, bietet sich an, die bevorstehende Lücke zu schliessen.
Links bleibt der “Tagi” insofern, als er sehr verwaltungsnahe ist. Es wäre an der Zeit, auch die kantonale Verwaltung deutlicher als bisher zu kontrollieren und zu verkleinern. Hier bleibt der “Tagi” zu sehr an seine administrative Leserschaft gebunden – und deutlich links von den Forderungen der Neo-Liberalen.

