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Tagesarchiv für 31. Oktober 2005

Leuenberger gegen Hartmeier

Montag, den 31. Oktober 2005 um 15:43

Als “Blatt der neuen Rechten” hat Bundesrat Moritz Leuenberger den “Tagi” bezeichnet; das interessiert mich, weil ich kürzlich den “Tagi” noch als links bezeichnet habe. Was spielt sich auf der Redaktion tatsächlich ab?

Der einst politisch links gesteuerte “Tagi” ist unter Chefredaktor Peter Hartmeier sanft nach rechts gesteuert worden. Dabei hat er, wie es seine Art ist, verbindlich nach allen Seiten Zugeständnisse gemacht. Hartmeier ist ein Mann der Prozesse, nicht der Henkermesser.

Der “Tagi” nimmt jedoch, dies hat Peter Hartmeier bestätigt, inhaltlich Abschied von einem Bundesrat, der wenig von dem erfüllt hat, was man von ihm hätte erwarten können. Das ist keine “Tagi”-Tragödie, sondern eine Zürcher Tragödie. Wie üblich, wartet in einem solchen Fall schon die Ablösung: Regierungsrat Notter, auch SP, bietet sich an, die bevorstehende Lücke zu schliessen.

Links bleibt der “Tagi” insofern, als er sehr verwaltungsnahe ist. Es wäre an der Zeit, auch die kantonale Verwaltung deutlicher als bisher zu kontrollieren und zu verkleinern. Hier bleibt der “Tagi” zu sehr an seine administrative Leserschaft gebunden – und deutlich links von den Forderungen der Neo-Liberalen.

Wir sind die “educated workforce”

Montag, den 31. Oktober 2005 um 15:39

Es fiel mir schon in den Fotos von der Eröffnung der Dresdner Frauenkirche auf: Das Volk hat für den Aufbau 80 Mio. Euro gespendet. Im Saal sass die politische und sonstige Prominenz. Das Volk stand vor der Kirche auf der Strasse.

Wenn Politiker, Unternehmer und Professoren auf die Vorteile unseres und anderer Länder aufmerksam machen, dann nennen sie meist zuerst “die gute Infrastruktur” und dann die “educated workforce”. Das erinnert mich an die Sklavenmärkte von Savannah: Auch dort wurden Kraft, Jugend und Klugheit der künftigen Mitarbeiter öffentlich versteigert.

Ist Radio DRS besser als die BBC?

Montag, den 31. Oktober 2005 um 14:30

Weil es in Bern noch niemand gemerkt hat, wollen wir es hier der Öffentlichkeit zugänglich machen. R.H. Stephenson, Gastprofessor am Deutschen Seminar an der Universität Zürich, der gerade jetzt wieder nach Schottland abgereist ist, sagt in seinem Rückblick auf die Schweiz: “Ich bin beeindruckt von Radio DRS, von Nachrichtenmagazinen wie dem ‘Echo der Zeit’. Die sind neutral, sachlich und objektiv. Ich glaube – und es tut mir weh, das zu sagen – DRS ist heute BBC überlegen.” Dieser Hammersatz sollte in Bern und andernorts in allen Studios aufgehängt werden.

Stephenson meint auch: “Bei BBC ist diese Neutralität und Objektivität viel schwächer geworden. DRS versucht, bei der Logik zu bleiben. Die Objektivität basiert auf der Vernunft, bei BBC hingegen auf ‘Tatsachen’, was ja eigentlich naiv ist. Wenn DRS typisch für die Schweiz ist, dann liesse sich in diesem Falle doch etwas über den schweizerischen Nationalcharakter aussagen.”

Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wie wir unsere besondere Vernunft erhalten, die uns nach Auffassung von Prof. Stephenson auszeichnet.

Klaus J. Stöhlker

“Bandes Dessinées” made in Switzerland

Montag, den 31. Oktober 2005 um 14:26

Es gibt sie noch, die jungen Künstler, die sich durch nichts beirren lassen, ihren Weg gehen und auch noch Erfolg haben: Einer dieser ist die 33-jährige Irène Schoch. In Frankreich ausgebildet, der Heimat der “Bandes Dessinées”, lebt die ehemalige Bernerin heute in Genf. Von hier aus zeichnet und entwirft sie als selbständige Illustratorin Geschichten für Zeitschriften und Verlage in der Schweiz, Frankreich und den USA. Ihr neuster Wurf ist ein Kinderbuch mit dem Titel “Je souris toute l’année”. Es handelt von einer Maus, die lächend verschiedene Jobs ausübt. Es könnte eine Fabel für das moderne Leben sein: Keiner kann sich heute darauf einrichten, dieselbe Stelle ein Leben lang zu behalten.

Philippe Welti

Einseitige Bieler Kommunikationstage

Montag, den 31. Oktober 2005 um 13:55

Zum Schluss waren alle der Meinung: Fernsehen lässt sich nicht neu erfinden. Der neueste Trend heisst Improcomedy, eine Art von Billig-Comedy-Show für einfachste Zuschauer-Ansprüche. Damit ist dem qualitativen Trend nach unten, wie er seit Ingrid Deltenre auch im Schweizer Fernsehen gesteuert wird, keine Grenze gesetzt.

Aber stimmt das? Fernsehen lässt sich neu erfinden, wenn intelligente Sendungen wieder auf 20.15 Uhr angesetzt und nicht um 23.30 Uhr ausgestrahlt werden. Intelligente Sendungen heisst, sich mit der Schweizer, europäischen und globalen Gesellschaft zu beschäftigen, ohne den Meinungsbildnern in Washington, London und Bern zu sehr gefällig zu sein. Intelligente Sendungen sind solche, welche den Zuschauer, männlich oder weiblich, klüger machen. Damit lässt sich Fernsehen neu erfinden, gerade auch in der Schweiz.

Vor der Flucht ins Bundespräsidial-Amt

Montag, den 31. Oktober 2005 um 13:54

Bevor Bundesrat Moritz Leuenberger ins Bundespräsidialamt flüchtet, muss ihm eine Rechnung noch vor die Nase gehalten werden: Er hat 20 Mia Fr. in den Gotthard- und Simplontunnel gesteckt und sich mehrfach davor elegant gespreizt. Jetzt aber wird SBB Cargo vielerorts eingestellt. Moritz Leuenbergers genialer Trick, den LKW-Verkehr auf die Schiene zu bringen, schlug fehl. Durch die Einführung der 40-Tönner, die er erlaubte, geht immer mehr Verkehr auf die Strasse.

Darüber sollte er einmal eines seiner Märchen erzählen.

 
     
     
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