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Weblog
Monatsarchiv für August 2005
Mittwoch, den 31. August 2005 um 13:56
Aus einem Bericht über das Aufbrechen von Lagerhäusern in der Schweiz durch das organisierte Verbrechen:
- “hochprofessionell vorgegangen”
- “umfassend ausgekundschaftet”
- “minutiös ergründet und analysiert”
- “filmreifer Einbruch ohne Spuren”
- “waren bestens im Bilde”
Solches Talent, solchen Fleiss wünschte ich mir in manchem Unternehmen. Unverständlich daher die Vorwürfe, die “dreisten Täter” hätten sogar “die Unverfrorenheit” gehabt, herauszufinden…(der Rest ist vertraulich). Summa: Der freche Coup.
Nicht minder von Bedeutung ist allerdings die Tatsache, dass Diebstähle im Transport und in den Flughäfen nicht zuletzt dadurch begünstigt werden, dass auch wertvollste Sendungen als Normalfracht aufgegeben werden und nicht als “valuable cargo”. Ebenso wichtig: Fachleute sagen, im Ausland seien Lagerhäuser besser gesichert, in der Schweiz herrsche noch reine Idylle. Wie lange noch?
Gesellschaft | Keine Kommentare »
Mittwoch, den 31. August 2005 um 13:46
Warum stauen sich nachts die Lastwagen vor der Schweizer Grenze? Es gibt eine überraschende Erklärung: Die Schnitzel sind in badischen Gasthöfen doppelt so gross und halb so teuer wie in der Schweiz. Die Lastwagenchauffeure wissen dies und ziehen daraus Konsequenzen.
Wirtschaft | Keine Kommentare »
Mittwoch, den 31. August 2005 um 13:45
Dieser unnötige Rummel aufgeregter Beamter, Naturschützer und Redaktoren: “Wir wissen nicht, ob wir überhaupt eine neue Fabrik bauen”, sagt einer der höchsten Amgren-Manager. Der Hauptsitz für das globale Geschäft kommt auf jeden Fall nach Zug. Er war zuvor in Luzern.
Wirtschaft | Keine Kommentare »
Mittwoch, den 31. August 2005 um 13:45
Gott nannte sich selbst Jahwe, das heisst “Ich bin, der ich bin.” Frank Sinatra machte daraus einen Welterfolg “I’m doing it my way.” Eigentlich gefällt mir Frank Sinatra besser. In diesem “…doing it my way.” glaube ich eine Entwicklung, einen Lernprozess, zu entdecken. Dagegen “Ich bin, der ich bin.”, das ist doch die reinste Stagnation. Manchmal begegnen mir Führungskräfte, welches dies auch sagen. Sie wollen nichts dazu lernen. Ich halte es mit Frankieboy.
Kommunikation | 1 Kommentar »
Mittwoch, den 31. August 2005 um 13:43
Darauf habe ich gewartet: Die “Zürichsee-Zeitung”, das Zentralorgan der vom Fluglärm Betroffenen, wirbt auf einer ganzen Seite in einem Artikel für Ferien im Schwarzwald. Die Titelzeile lautet: “Der Schwarzwald als Zauberland.” Einverstanden, auf der Forch ist es derart lärmig geworden, morgens ab 06.00, Uhr, dass ich der Empfehlung der “Zürichsee-Zeitung” folgen werde und mit 300 000 vom Fluglärm Betroffenen künftig Ferien nördlich des Rheins im Schwarzwald mache. Dort fliegen auch im Südteil die Flugzeuge im Anflug auf Kloten viel höher als bei uns. Dort verteidigen die Politiker ihre Klientel gegen Lärm. Wir im Süden haben den Lärm und den Dreck, das ist die Leistung des genialen Moritz Leuenberger, der Zürcher Regierung und des Zürcher Kantonsrats.
Politik | 3 Kommentare »
Mittwoch, den 31. August 2005 um 8:31
Zuerst war die Migros da mit ihrer Billigproduktelinie “M-Budget”. Dann zog Coop mit “Prix Garantie” nach. Heute wissen wir: Bei Coop sind zwei Drittel der 150 Prix-Garantie-Produkte identisch mit denjenigen der Coop-Eigenmarken. Dies sagt Felix Wehrle, Leiter Qualitätssicherung von Coop.
Den Konsumenten kanns egal sein: Sie erhalten für einen tieferen Preis dasselbe wie das Standardprodukte.
Was erstaunt: Wusste Wehrle wirklich nicht, wem er dies sagte? Heute kann er das “gefundene Fressen” für die Konsumentenzeitschrift “Saldo” in einer gross aufgemachten Geschichte unter dem Titel “Gut verpackte Kundentäuschung” nachlesen.
Philippe Welti
Kommunikation | 2 Kommentare »
Mittwoch, den 31. August 2005 um 7:39
“Absolut falsch” hiess eine CNN-Sendung, worin nachgewiesen wurde, dass die US-Regierung den Krieg im Irak mit Lügen vorbereitet und ausgelöst hatte. Timothy Garton Ash, einer meiner Lieblingsautoren, der in der Schweiz – mit Ausnahme der “Weltwoche” – nur selten zu lesen ist, meint, das “US-Jahrhundert” könne schon in 20 Jahren zuende sein. Absinkende Staatssysteme würden jedoch häufig Kriege auslösen, meint er. Ich bin ziemlich sicher, dass dies auch der Fall sein wird. Schnallt Euch an, Eidgenossen.
Politik | Keine Kommentare »
Mittwoch, den 31. August 2005 um 7:38
Italien, die Schweiz, Österreich und Frankreich importieren Bären aus Slowenien, das Exemplar für Euro 7 500.—bis Euro 9 200.–, je nach Grösse. Diese Information hat gestern die “International Herald Tribune” veröffentlicht. Damit wird die Legende widerlegt, diese Bären würden einfach so zuwandern. In allen beteiligten Ländern zeigt sich das gleiche Bild: Die staatlichen Natur- und Tierschützer wollen die Bären (dazu auch die Wölfe und Luchse), von den Bauern werden die Zuwanderer konsequent abgelehnt.
Gesellschaft | Keine Kommentare »
Mittwoch, den 31. August 2005 um 7:36
War Lech Walesa ein kommunistischer Spion; nur er kann es uns sagen. Heute sieht er sich wie Lenin, Stalin oder Kim Il-Sung, aber als einer, der die Macht freiwillig abgegeben hat. Die polnische Wirtschaft gehört dem Westen; wem gehören die Polen?
Politik | Keine Kommentare »
Mittwoch, den 31. August 2005 um 7:35
Wenn wir Schweizer und Westeuropäer uns fragen, warum wir plötzlich die Verlierer sein sollen, gibt es eine Antwort: Das Monopol des Lernens gehört nicht mehr uns allein. Weil alle viel wissen, zählt der Preis. Was die armen Länder bringen, ist Genügsamkeit, Bescheidenheit, Zurückhaltung und Selbstbeschränkung. Die Stärkeren sind nicht mehr willens, die Ärmeren zu finanzieren. Das bedeutet Ärger.
Gesellschaft | Keine Kommentare »
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