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Das Gespenst des “Franglais”

12. August 2005 um 15:28

Wie würden wir wohl heute dem Portemonnaie sagen, wenn sich die Eidgenossen vor 300 Jahren gegen den sprachschädigenden Einfluss des Französischen zur Wehr gesetzt hätten? Damals galt es als chic (schon wieder ein Fremdwort), in der höheren Gesellschaft französisch zu reden. Tatsache ist: Sprachen leben. Einflüsse anderer Sprachen sind ein Spiegel der Gesellschaft. Im Zeitalter der globalen Kommunikation lässt die Weltsprache Englisch grüssen. Weniger positiv sieht das eine Gruppe Genfer Kantonsparlamentarier: Sie pocht auf ein “reines” Französisch und sagt dem “Franglais” den Kampf an. Die Genfer Politiker passen sich den Pariser Sitten in einem ungesunden Masse an, waren doch “Les Petits Suisses” am Genfersee schon immer ein bisschen internationaler als “La Grande Nation”. Bleibt zu hoffen, dass die offiziellen Schriften der Republik Genf künftig nicht in einer mittelalterlichen Sprache verfasst werden, die keiner versteht.

Philippe Welti

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