Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 12. August 2005

Kontrolle ist gut, aber ….

Freitag, den 12. August 2005 um 16:16

Kinderarbeit war früher in unserer Landwirtschaft gang und gäbe, heute in der Welt auch noch. Die Sherpas im Himalaya schleppen Lasten der Touristen wie die Träger auf dem Inka-Trail in den Anden, dass man um die Gesundheit der Träger fürchten muss. In diesem Gebieten wird wenig kontrolliert.

Deshalb bin ich beeindruckt von dem Camionneur, der mit einem 40Tonner durch die Schweiz fuhr und 104 Tonnen geladen hatte. Er wollte sicher eine Fuhre sparen, hatte aber nicht in Rechnung gestellt, dass bei uns alles seine Ordnung haben muss.

Dennoch macht es mir Sorge, dass bei uns immer mehr reguliert wird. Will ich einen Vorteil herausarbeiten, gibt es sicher eine Regel, welche dies verbietet. Bei den US-Firmen habe ich gelernt, “Es gewinnt, wer die Normen setzt.”, so frage ich mich, wer bei uns die Gewinner der Normierung sind. Dazu zwei Beispiele:

- Die Fachleute von Migros und Coop sitzen in vielen nationalen Kommissionen, wo sie die Spielregeln für die gültigen Normen bestimmen. Was tun sie, wenn jetzt die ausländische Konkurrenz kommt?
- Bei Ausschreibungen bestimmt die heimische Industrie oft mit, welche Normen gesetzt werden, natürlich so klug, dass billigere und bessere ausländische Bieter kaum oder keine Chancen haben.

Nach meiner Meinung ist das “normal”.

Zukunft – Leistung – Optimismus

Freitag, den 12. August 2005 um 16:13

Schreiben Sie sich diese drei Worte auf. Nur mit ihnen werden Sie Karriere machen. Die Unternehmer und Topmanager sehnen sich nach Menschen, die Optimismus ausstrahlen, eine Leistung erbringen und an die Zukunft glauben. Sie sollten sich zusammenreissen und alles andere vergessen.

Solari, der mit den tieftraurigen Augen

Freitag, den 12. August 2005 um 16:12

Wer im Tessin regiert, ist völlig gleichgültig; Maria Masoni fällt ein wenig auf, vielleicht wird sie einmal Bundesrätin. Aber Mr. Tessin ist nur einer: Marco Solari.

Der Mann mit den tieftraurigen Augen ist ein Überlebenskünstler und damit ganz Tessiner. Sein Filmfestival Locarno wird hierzulande von allen gelobt, weil wir unseren “compatriotes” nicht weh tun möchten. Wenn wir aber die Wahrheit über Locarno wissen wollen, müssen wir Verena Lueken in der “FAZ” vom 11. August (S. 37) lesen: “Kälteeinbruch am Bahndamm”. Jetzt sollten die Sponsoren nochmals tief in die Tasche greifen, damit wir uns im nächsten Jahr ein besseres Programm leisten können. Die Bignardi war so schlecht nicht und Marco Solari ihr bester Verkäufer, aber für die Zukunft reicht’s nicht.

Ich möchte nie dort wohnen

Freitag, den 12. August 2005 um 16:08

Die Palästinenser wollen unbedingt dort wohnen, die Juden im Gaza-Streifen wollen auch unbedingt dort bleiben. Ich verstehe beide nicht. Diese unbarmherzige, steinige Landschaft, wo die Sonne 10 Monate im Jahr gnadenlos herunterbrennt, wo man sein Brot wirklich im Schweisse seines Angesichts verdient, wo es kaum Bäume gibt und noch weniger Wasser, dort möchte ich nie wohnen.

Ich war dort, das Land ist schön, aber auf keinen Fall mehr als 14 Tage.

Wann kommt das Geld?

Freitag, den 12. August 2005 um 16:07

Peter Ehret, Innerschweizer Staranwalt aus Sursee, hat seiner Gemeinde nach seinem Tod sein Vermögen versprochen. Jetzt ist er tot; die Gemeinde wartet auf gut vier Mio. Franken. Aber niemand weiss, wann und wie viel es wirklich ist. Wie in Griechenland, mit den Klageweibern kommen auch alle anderen, um die Kisten zu leeren.

Merkwürdige Koinzidenz

Freitag, den 12. August 2005 um 16:05

In Vorbereitung des Papstbesuches zu Köln werden alle Kinder und Jugendliche, die im Verdacht stehen, sie seien potentielle Taschendiebe, von der Kölner Stadtverwaltung zu einer Party ausserhalb der Stadt eingeladen. Das erinnert mich an Tolstois Brief an Zar Alexander III., den Sohn des ermordeten Zar Alexander II., worin er ihm empfiehl: “Königliche Hoheit, wenn Ihr dazu fähig wäret, diesen Menschen (Anm.: Mörder) Geld zu geben und sie ins Exil zu senden und ein Manifest zu schreiben, auf das Ihr schreibt: Aber ich sage Euch, liebet Eure Feinde.”

Alexander III. hat dies nicht getan, sondern die Mörder seines Vaters hinrichten lassen mit der Begründung, er fühle sich nicht berufen, zu vergeben. Denke ich an Köln 2005, haben wir kleine Fortschritte gemacht.

Realismus schlägt Optimismus

Freitag, den 12. August 2005 um 15:34

Optimistisch zu sein, schadet eigentlich nie. Seit zehn Jahren bin ich zutiefst davon überzeugt, dass tüchtige Einzelne alle Chancen haben, wenn sie konsequent daran arbeiten. Wer jedoch, nach meiner Meinung, keine Chancen mehr hat, sind Gruppen, z.B. Bauern, Hoteliers, andere Gewerbler und KMU etc. Diese warten deshalb immer wieder auf einen allgemeinen Aufschwung der Schweizer Wirtschaft, etwa so wie Fische in Tümpeln der ausgetrockneten Etoscha-Pfanne im Süden Afrikas, dies in der Hoffnung, der nächste Regen komme bestimmt.

Er wird bis Ende 06 nicht kommen. Warum nicht?
- Das Brutto-Inlandprodukt wird in diesem Jahr weniger als 1 Prozent wachsen, im kommenden Jahr höchstens 1,5%. Schlechter ist nur Italien, wo Berlusconi behauptet, die Konjunktur ziehe derzeit wieder an.
- Die Konsumentenpreise werden in dieser Zeit jährlich um 1,1% anziehen, die Einkommen im Schnitt höchstens um 1,4%.
- Die Schweizerische Nationalbank hat den Geldfluss mehr als jeder andere Industriestaat gedrosselt, nachdem sie damit in den letzten zwei Jahren zur Ankurbelung der Wirtschaft – ohne Erfolg – ziemlich grosszügig war. Nur die Aussenwirtschaft hat profitiert.

Warum und wie lange es den Kursen an der Schweizer Börse gut geht, wissen mit Sicherheit nur die beiden Grossbanken. Das hat mit der realen Wirtschaft sehr wenig zu tun.

Das Gespenst des “Franglais”

Freitag, den 12. August 2005 um 15:28

Wie würden wir wohl heute dem Portemonnaie sagen, wenn sich die Eidgenossen vor 300 Jahren gegen den sprachschädigenden Einfluss des Französischen zur Wehr gesetzt hätten? Damals galt es als chic (schon wieder ein Fremdwort), in der höheren Gesellschaft französisch zu reden. Tatsache ist: Sprachen leben. Einflüsse anderer Sprachen sind ein Spiegel der Gesellschaft. Im Zeitalter der globalen Kommunikation lässt die Weltsprache Englisch grüssen. Weniger positiv sieht das eine Gruppe Genfer Kantonsparlamentarier: Sie pocht auf ein “reines” Französisch und sagt dem “Franglais” den Kampf an. Die Genfer Politiker passen sich den Pariser Sitten in einem ungesunden Masse an, waren doch “Les Petits Suisses” am Genfersee schon immer ein bisschen internationaler als “La Grande Nation”. Bleibt zu hoffen, dass die offiziellen Schriften der Republik Genf künftig nicht in einer mittelalterlichen Sprache verfasst werden, die keiner versteht.

Philippe Welti

Wer ist wer in Israel?

Freitag, den 12. August 2005 um 13:50

Verstehen wir das richtig? Die Nachricht lautete: “Am Freitag tötete ein Israeli einen anderen Israeli in der Auseinandersetzung um den Gaza Streifen.” Und die anderen? Drei weitere Israeli wurden von dem israelischen Soldaten erschossen, aber es handelte sich um arabische Israeli. Sind arabische Israeli keine Israeli? In diesem nahöstlichen Hexenkessel weiss bald niemand mehr, wer wer ist. Ich weiss nicht einmal mehr, ob Ariel Sharon Israel noch verteidigt oder mit dem Gaza Streifen nur ein Bollwerk aufgibt.

- Zur gleichen Zeit hat der Israeli Chaim Saban durch den Verkauf von ProSieben/SAT 1 steuerfrei 1,8 Mia. USD verdient. Er will sich mehr um Israel kümmern, sagt er.
- Zur gleichen Zeit verlangt der mir sonst als vernünftig bekannte jüdische Schriftsteller Leon de Winter, man solle dem Mörder des Filmemachers Theo van Gogh Schnürsenkel und Gürtel in der Zelle lassen, damit er Selbstmord begehen kann.

Wo leben wir? Nur Allah weiss es – Inschallah.

Abschied vom Dalai Lama

Freitag, den 12. August 2005 um 12:23

Er ist gegangen, wie er gekommen ist, ohne Spuren zu hinterlassen. Auffällig: Die Tibetaner, welche ihn verabschiedeten, waren elegant gekleidet, seine Schweizer Anhänger eher bunt gestrickt. Dort sind wohl unsere Suchenden zu finden.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog