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Monatsarchiv für April 2005

Unflätige Chefs

Montag, den 25. April 2005 um 15:36

Die Sprache unserer Chefs wird, einer us-amerikanischen Methode folgend, immer unflätiger. Rainer E. Gut fragte: “Sind wir die Pissoirwand der Nation?” Er meinte die Top-Manager. Dieter Hundt, deutscher Arbeitgeber-Präsident, sagte: “Wenn wir nicht stärker im Ausland produzieren, verrecken wir.” Meine Herren, Ihre Vorgänger hatten noch Stil, mindestens sprachlich. Ist der sprachliche Niedergang Ausdruck eines wirtschaftlichen Niedergangs?

Klaus J. Stöhlker

Buddhisten oder Christen?

Montag, den 25. April 2005 um 15:02

Roger Schawinski ist Buddhist, Helmut Thoma, der Gründer von RTL ist Buddhist. Christen sind nirgendwo in den Medien zu sehen, zuletzt in der SRG/DRS idée suisse.

Klaus J. Stöhlker

Stimme Amerikas

Montag, den 25. April 2005 um 14:59

Filmemacher Georg Stefan Troller war sich nicht zu schade, auch als PR-Mann tätig zu sein. Er sagt: “Die war ich die Stimme Amerikas, machte Rundfunk-Reportagen, in denen der Marshallplan stets beiläufig zu erwähnen war.” Clint Eastwood dreht jetzt einen Film über jene fünf GI’s die 1944 die US-Flagge auf Iwo Jima auf einen Berg setzten. Aber schon das Original-Foto war gestellt.

Klaus J. Stöhlker

Menschen und Mäuse

Montag, den 25. April 2005 um 14:54

“Die Firma ist meine Modelleisenbahn”, sagt der Schrauben-Milliardär Reinhold Würth. Was sind dann seine 2500 Mitarbeiter? Mäuse? Menschen und Mäuse hiess ein berühmter Roman und das in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sind wir wieder dort?

Klaus J. Stöhlker

Unheimliche Macht

Montag, den 25. April 2005 um 13:25

Ein französischer Widerstandskämpfer aus der Zeit des Vichy-Regimes berichtet: “Sie können sich gar nicht vorstellen, welche unheimliche Macht ich empfunden habe, als ich mit der Bombe durch die Strassen ging. Keiner wusste es, aber ich wusste es: Ich bin Herr über Leben und Tod. Jeden Augenblick alles, was um einen herum ist, verändern zu können, dieses Gefühl der Grenzenlosigkeit, das ist wirkliche, wenn auch perverse Macht. In diesem Fall eine Macht, die für den Betrachter unsichtbar ist. In dem Augenblick, indem er sie erlebt, ist er tot.” Wer würde hier nicht an Palästina, an den Irak, denken?

Klaus J. Stöhlker

Privilegien oder Rechte?

Montag, den 25. April 2005 um 11:11

“Die Begünstigung ausländischer Unternehmen, welche sich in der Schweiz ansiedeln, sind keine Privilegien, sondern beruhen auf Rechten”, sagt Wirtschaftsförderer Sermet, der die Westschweizer Kantone vertritt. Welches sind dann die Rechte von Schweizer Unternehmen, die nicht das Privileg haben, durch ihre Wirtschaftsförderer gefördert zu werden? Sie haben das Recht, jene Steuern zu bezahlen, die den Ausländern erlassen werden.

Klaus J. Stöhlker

SF DRS: Fröhlich über alles

Montag, den 25. April 2005 um 7:00

Sven Epiney ist eine der überbeschäftigten neuen Leitfiguren des Schweizer Fernsehens. Sein Motto “Ich will Freude versprühen, nicht in den Wunden grübeln.” Solche Männer brauchen wir am Schweizer Staatsfernsehen. Wer grübelt, ist nicht gefragt. Das bewies auch die Samstagsrundschau am 23.04., wo alt Bundesrat Kaspar Villiger ein sanftes Frage-Ruhekissen geboten wurde, um das zuhörende Volk zu überzeugen, dass er der reine Konfirmand geblieben ist, als welcher er geboren wurde. Zwar geht es nicht allen steuerzahlenden SchweizerInnen im Land gut, aber Freude muss sein, meinen die Kurt Aeschbachers und Sven Epineys, die uns von der Interessengruppe SRG-Ringier vorgesetzt werden. Peter Schellenberg, dem vormaligen Programmdirektor des Schweizer Fernsehens, ist nur noch ein müdes Lächeln abzugewinnen, trifft man ihn unterwegs.

Klaus J. Stöhlker

Was unterscheidet Margeret Thatcher von Christoph Blocher?

Montag, den 25. April 2005 um 6:57

„This lady is not for turning“, sagte das Vorbild aller Schweizer Rechtspolitiker, Margeret Thatcher. Und Christoph Blocher. “He always turns around”, meint der Skeptiker und fragt sich, was aus den Prinzipien des Eisernen Christoph geworden ist. Oder: „This man is for turning.“

Klaus J. Stöhlker

Verjährt jugendlicher Sozialismus-Einsatz?

Montag, den 25. April 2005 um 6:55

Arbeitgeber-Direktor Peter Hasler hat zugegeben: „Ich war ein halbes Jahr Mitglied der Sozialdemokratischen Partei.“ Ein Sozialist, wie Prof. Dr. Christoph Mörgeli behauptet? Peter Hasler verlangt Verjährung; sein Grund: „Auch Mord verjährt nach 30 Jahren.“ Fragen wir Dr. Thomas Held, den Direktor von „Avenir Suisse“.

Klaus J. Stöhlker

Soziale Marktwirtschaft oder Kapitalismus

Freitag, den 22. April 2005 um 8:17

In der letzten Nacht weckte mich kurz vor der Geisterstunde der Telefonanruf eines tiefbesorgten Inhabers einer IT-Firma. Weshalb ich die bösen Banquiers verteidige?

Tatsache ist, dass die globalen Konzerne, auch die Banken, mit den Prinzipien der alten Schweizer Binnenwirtschaft nichts mehr zu tun haben. Der globale Kapitalismus amerikanischer Prägung löst die alten Schweizer Strukturen auf. Unser Firmenmotto für 2005: Run, baby, run.

Klaus J. Stöhlker

 
     
     
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